Immenser Sachschaden bei „Lausbubenstreich“

von Redaktion

Erst Knall, dann Rauch und schließlich überall Löschpulver – Feuerwehr muss in Waldkraiburg ausrücken

Mühldorf//Waldkraiburg – Wenn der angerichtete Schaden in die Tausende geht, kann man wohl nicht mehr von einem Lausbubenstreich sprechen. Mutmaßlich war sich die Person – ob eine oder mehrere, ist noch unklar – nicht darüber bewusst, welche Folgen die unsachgemäße Nutzung eines Pulverlöschers haben kann.

Wie die Polizei mitteilt, kam es am vergangenen Freitag zu einem größeren Feuerwehreinsatz in der Franz-Schubert-Straße in Waldkraiburg. Anwohner hatten einen lauten Knall gehört und kurz darauf Rauch bemerkt. Vor Ort konnte die Feuerwehr jedoch schnell Entwarnung geben: Es handelte sich nicht, wie zunächst vermutet, um einen Brandherd. Ursache von Lärm und Rauch war das unerlaubte Betätigen eines Feuerlöschers, wie die Polizei Waldkraiburg berichtet.

Ersten Erkenntnissen zufolge hatten sich die oder der Verursacher über ein Kellerfenster Zugang zu dem Mietshaus verschafft, in dem mehrere Parteien wohnen, und anschließend den Pulverlöscher ausgelöst. Auf Nachfrage bezweifelte die Polizei, dass es den „Einbrechern“ um die Erbeutung wertvoller Gegenstände gegangen sei. Man spreche von einem „Bubenstreich“ – auch wenn bislang unklar ist, wer den Schaden verursacht hat. Und der ist beträchtlich: Auf mehrere Tausend Euro schätzt die Polizei die Verwüstungen, die durch den Vorfall entstanden sind. Die Rede ist von erheblichen Verschmutzungen im Treppenhaus sowie an im Keller abgestelltem Mobiliar – verursacht durch das Betätigen des Pulverlöschers im Hauseingangsbereich.

Die Polizei Waldkraiburg ermittelt nun wegen Missbrauchs und Beeinträchtigung von Nothilfemitteln und bittet um Hinweise aus der Bevölkerung.

Kreisbrandrat Harald Lechertshuber erklärte auf Nachfrage, dass ihm ein solcher Fall der unerlaubten Nutzung eines Feuerlöschers bislang noch nicht untergekommen sei. „Mir ist zumindest kein einziger Fall bekannt“, so Lechertshuber. Er bestätigte jedoch, dass der Missbrauch eines solchen Löschers zu erheblichen Schäden führen könne: „Das Pulver kann in jedes Elektrogerät kriechen und verteilt sich überall im Raum.“ Im Gegensatz dazu könnten Schaum- oder Wasserlöscher gezielter eingesetzt werden. Auf die Frage, ob es nicht sinnvoll wäre, Gebäude stattdessen mit Kohlendioxid-Löschern auszustatten, erklärte Lechertshuber, dass diese in der Regel nur in Server-Räumen Verwendung finden sollten.

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