Sie bringt die Herzen zum Klingen

von Redaktion

Musik geht mitten ins Herz: Für Kirchenmusikerin Anja Zwiefelhofer ist das Beruf und Berufung. Seit 2006 begeistert sie in Wasserburg mit ihrem Orgelspiel und verrät im Porträt, was für sie die Magie der Musik ausmacht.

Wasserburg – Musik verzaubert, öffnet die Seele der Menschen, weckt ungeahnte Sinne: Beim Orgelspiel von Anja Zwiefelhofer kommt diese Kunst auf wunderbare Weise zum Ausdruck. Seit 2006 hat sie die Stelle als Kirchenmusikerin in Wasserburg inne und zog in ihrer Funktion ihr Publikum schon bei vielen Gelegenheiten in den Bann.

Ein magischer Moment
in der Jakobskirche

Etwa im Sommer, als die Besucher bei einem Chorfestival in der Jakobskirche einen großartigen Moment erlebten: Die „Pueri Cantores“, eine internationale Vereinigung junger Sänger, faszinierten mit einem Gesang, der so manchen Zuhörer zu Tränen rührte.

Den Auftritt der „Pueri Cantores“ hat Anja Zwiefelhofer jedenfalls in bester Erinnerung. „Es hat alles gepasst, die Atmosphäre in der Kirche, das Licht der Sonne, das ins Innere drang, und dazu die vielen berührenden Stimmen so vieler gleichgesinnter junger Leute. Das war ein magischer Moment. So was vergisst man nicht.“

Und wie ist zu erklären, dass die Musik eine solche Stimmung entfaltet? „Sie geht so tief, sie geht mitten ins Herz“, so beschreibt es Zwiefelhofer.

Lebensklug, charmant, aufgeschlossen und humorvoll beschreibt die Musikerin, was der Beruf ihr bedeutet. Schon in früher Kindheit, mit elf Jahren, zeigte sich bei Anja Zwiefelhofer die Begeisterung für Tasteninstrumente, allen voran Klavier und Orgel. Sie erhielt früh Privatunterricht in beiden Fächern und übte sich im Chorgesang.

Für ihre Auftritte und zu Unterrichtszwecken wählt sie nicht nur Stücke der großen, alten Meister aus der Barockzeit und der Klassik wie Bach, Händel, Vivaldi, Mozart und Beethoven aus, sondern hat auch moderne Werke in ihrem Repertoire. „Die zeitgenössischen Komponisten haben ebenfalls etwas zu bieten“, betont sie. Die Kompositionen, etwa von Christopher Tambling und John Rutter, finden nach ihrer Überzeugung aber zu wenig Gehör. „Ich führe deren Werke regelmäßig auf.“

Gerade studiert Anja Zwiefelhofer eine von Tambling komponierte Messe ein. „Das ist zurzeit mein Lieblingsstück. Ich freue mich schon auf die Erstaufführung, die für Silvester geplant ist.“

Auf die Frage, ob es im Rundfunk nicht viel zu wenig abseits des Mainstreams zu hören gebe, stimmt Zwiefelhofer zu, merkt aber an, dass sich die Sender eben an den Einschaltquoten orientierten.

„Wasserburg ist eine
musikalische Stadt“

Die gebürtige Dingolfingerin ist mittlerweile seit nunmehr fast 20 Jahren als hauptamtliche Musikerin bei der Stadtkirche Wasserburg angestellt. „Ich kann nach all der Zeit immer noch sagen: Es ist mir nicht langweilig geworden.“

Dabei legt die Kirchenmusikerin Wert darauf, stets neue Akzente zu setzen. Bei ihrer Arbeit kommt ihr die Musikbegeisterung der Wasserburger entgegen. „Das ist eine musikalische Stadt“, so spürt sie es seit jeher. Entsprechend groß sei auch das Konzertangebot.

Kinder für die Musik zu gewinnen, sei fast einfacher als bei Erwachsenen, findet sie. „Sie kommen ohne Vorurteile zu mir. Und sie spüren sofort, dass sie bei mir gut aufgehoben sind.“ Die Gottesdienste, der Unterricht und die Proben geben Zwiefelhofer Gelegenheit, den jungen Menschen die Musik näherzubringen – sei es die klassische oder die moderne.

Zwischen Familie,
Büchern und Skandinavien

Im Radio läuft bei ihr zu Hause die ganze Bandbreite. „Das Einzige, was mir nicht zusagt, ist der Schlager. Das findet bei mir gar nicht statt. Also, Helene Fischer ist kein Thema für mich. Ihr Musikstil spricht mich nicht an.“

Und hin und wieder bleibe es auch ganz still bei ihr zu Hause: „Man muss auch abschalten können.“

Seit Jahren lebt sie im Babenshamer Ortsteil Penzing, ist verheiratet und Mutter zweier Töchter, zehn und 13 Jahre alt. Beide Kinder sind musikbegeistert und spielen schon auf Instrumenten, „aber ganz ohne Druck“, wie Anja Zwiefelhofer betont. „Nicht so, wie es der strenge Leopold Mozart gemacht hat.“

Viel Zeit neben der Musik bleibt ihr nicht, denn „es ist ja mein allerliebstes Hobby, das ich zu meinem Beruf gemacht habe.“

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