Ramerberg – Gut gefüllt war auch in diesem Jahr der Saal des Gasthauses Esterer bei der Bürgerversammlung Ramerberg. Nur noch wenig freie Plätze gab es.
Größtes Thema auch in diesem Jahr: Wieder einmal die Wasserversorgung. Immerhin konnte Bürgermeister Manfred Reithmeier heuer positive Nachrichten verkünden: Die Verbesserungsmaßnahmen für das Wasser seien beinahe abgeschlossen. Nur in Eich seien noch ein paar abschließende Arbeiten zu erledigen. „In spätestens zwei Wochen sollten wir aber auch da fertig sein“, so Reithmeier.
1,2 Millionen Euro
für Wasserversorgung
Damit steht auch endlich fest, wie hoch die Verbesserungsbeiträge und die Wassergebühren sein werden. Rund 1,2 Millionen Euro kostete die Maßnahme insgesamt. Zu 70 Prozent wird sie über die Verbesserungsbeiträge – in Höhe von 0,12 Euro pro Quadratmeter Grundstücks- beziehungsweise 3,40 Euro je Quadratmeter Geschossfläche – und zu 30 Prozent über die Wassergebühren in Höhe von 4,27 Euro pro Kubikmeter festgesetzt.
Die Bescheide sollen Ende Oktober, Anfang November verschickt werden. „Wir wissen, dass es einen Haufen Geld gekostet hat“, betonte Reithmeier noch einmal, dafür sei aber auch einiges geschehen. So habe endlich der Wasserverlust der Gemeinde reduziert werden können. 47 Prozent Verlust standen noch im Haushaltsansatz 2025, inzwischen (Stand: Oktober 2025) hätte der Wasserverlust aber auf elf Prozent reduziert werden können.
„Es wurde viel gemacht, vor allem bei den bekannten Leckagen“, erklärte Reithmeier. Für 37500 Kubikmeter Verlust seien diese 2024 verantwortlich gewesen, ein massiver Verlust bei einem Gesamtbezug von 129355 Kubikmeter Wasser. Doch inzwischen seien die Leckagen im Unterfeld, die Hydraten in Stegen und der Sendlinger Straße und der große Rohrbruch in Reitberg behoben.
Mittlerweile seien außerdem auch in alten Odelgruben Saugstellen für die Feuerwehr errichtet worden, sodass auch die Löschwasserversorgung im gesamten Gemeindegebiet gewährleistet werden könne, so der Bürgermeister.
Für die Sanierung des Fußwegs zum Bahnhof gab es sogar Applaus aus dem Publikum. Zufrieden zeigte sich Reithmeier auch über die Parkplatzerweiterung am Bahnhof.
Beim Breitbandausbau
geht es voran
Auch beim Breitbandausbau geht es voran, das konnte Geschäftsleiter Maximilian Brockhoff verkünden. Inzwischen sei der Glasfaser-Ausbau ausgeschrieben, bis zum 3. November hätten die Firmen noch Zeit, Angebote abzugeben. Anschließend werde der Gemeinderat die Vergabe beschließen. Wenig Konkretes gab es allerdings seitens Bürgermeister Reithmeier beim Thema Gewerbeansiedlung. Es werde aktiv nach Flächen gesucht und angebotene Areale dann mit der Regierung von Oberbayern geprüft. Mehr Details konnte Reithmeier aber noch nicht sagen.
„Wir brauchen diesen
Bahnübergang“
Im Gespräch sei er zudem weiterhin mit der Bahn wegen des aktuell geschlossenen Bahnübergangs Oberkatzbach. Hier habe es zuletzt seitens der Bahn geheißen, dass eine Sanierung fünf Millionen Euro kosten würde. „Tatsache ist aber: Wir brauchen diesen Bahnübergang“, betonte Reithmeier.
Der interessanteste Aspekt der Versammlung war aber mit Sicherheit für viele Reithmeiers Ankündigung, wieder als Bürgermeister antreten zu wollen. Er nutzte die Möglichkeit, um noch einmal die vergangenen fünf Jahre seiner Amtszeit Revue passieren zu lassen. Angefangen beim Amtsantritt während Corona, über die lange und zeitaufwendige Sanierung des Wassernetzes, die Einweihung der Kinderkrippe und den Dammrutsch der Bahn in Anger, bis hin zum Streit rund um den Sportplatz – „der uns leider auch weit über unsere Grenzen hinaus bekannt gemacht hat“. Den Vortrag schloss er mit den Worten: „Ich habe es mir lange überlegt, aber ich werde mich wieder zur Wahl stellen.“
Gemischte Reaktionen auf
Ankündigung Reithmeiers
Vom Publikum wurde die Ankündigung gemischt aufgenommen. Während einige applaudierten, ließen andere demonstrativ die Hände in den Schoß sinken.
Pläne für die kommenden Jahre, sollte es zur Wiederwahl kommen, hatte Reithmeier ebenfalls dabei. Den Glasfaserausbau wolle er weiter angehen, der Notverbund mit Pfaffing solle kommen, einen Fußweg vom Bahnhof nach Anger wolle er errichten. Weiter müssten die Abwasserkanäle befahren werden, der Kindergarten und das Feuerwehrhaus seien sanierungsbedürftig. Eine Lösung für den geschlossenen Bahnübergang Oberkatzbach müsse gefunden werden. Die Rotter Straße müsse asphaltiert werden. Und er wolle sich weiter für die Errichtung eines Kreisverkehrs in Mitterhof einsetzen. „Immer vorausgesetzt natürlich die finanzielle Lage passt“, so Reithmeier.