Keine Chance für Einbrecher – Tipps vom Profi

von Redaktion

Interview Dominik Röber, kriminalpolizeilicher Fachberater in Rosenheim, erklärt, wie man Eindringlinge fernhält

Wasserburg/Rosenheim – Die dunkle Jahreszeit hat begonnen und mit ihr auch die Hochsaison der Wohnungseinbrüche. Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd informiert Bürger über Einbruchsprävention unter dem Motto „Licht in der Dämmerungszeit“.

Was Bürger in der Region wissen müssen, um sich sicher vor Eindringlingen zu schützen, weiß Dominik Röber, Fachberater der Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim.

Gibt es in Städten mehr Einbrüche als auf dem Land?

Nein. Ortsrandlagen sind bei Tätern genauso beliebt wie schlecht einsehbare Einfamilienhäuser, Reihenhäuser oder Mehrparteienhäuser. Dabei kam es im Jahr 2024 in der Stadt Rosenheim zu 18 Wohnungseinbruchdiebstählen, während im Landkreis 2024 43 Fälle erfasst wurden.

Wo und wann geschehen die meisten Einbrüche?

Die meisten Einbrüche geschehen in Gewerbeimmobilien, gefolgt von anonymer Nachbarschaft mit guter Fluchtmöglichkeit und schlecht gesicherten Terrassentüren oder Fenstern. Sie geschehen von November bis März, Donnerstag bis Samstag, nachts – oder tagsüber, wenn niemand zu Hause ist. Erdgeschosswohnungen sind natürlich besonders gefährdet. Dabei ist der Klassiker das Aufhebeln von Terrassentüren mit festem Boden unter den Füßen – die sind am besten stemmbar. Das gilt aber auch für Balkontüren oder alle sonstigen Fenster oder Türen mit Standfläche davor.

Warum steigt die Zahl der Einbrüche in der Dämmerungszeit?

Weil lieber in der Dunkelheit Einbruchstaten begangen werden – das Entdeckungsrisiko ist einfach geringer.

Was können Bürger in der Region machen, um sich vor Einbrüchen zu schützen?

Sie sollten ihre Türen und Fenster mechanisch schließen. Insbesondere Wohnungstüren sollten zweimal abgesperrt werden. Das gilt auch für Bauernhöfe. Eine zugezogene Tür ist keine versperrte Tür! Fenster oder Fenstertüren sollten ebenfalls nicht gekippt bleiben, auch nicht, wenn sie nur durch Aufstiegshilfen erreichbar sind. Hier ist zu beachten, dass auch ein gekipptes Fenster ein offenes ist. Außerdem ist es nie eine gute Idee, den Haustürschlüssel draußen zu verstecken. Sollte der Schlüssel verloren gehen, so ist der Schließzylinder umgehend zu ersetzen.

Was ist sonst noch zu beachten?

Wichtig ist es, auf Fremde in der Nachbarschaft zu achten und keine Hinweise auf Abwesenheit zu geben. Stattdessen sollte die Anwesenheit vorgetäuscht werden. Dies gelingt, indem man den Briefkasten entleert und Rollläden offenlässt. Man sollte auch die Außenlichtanlage durch Bewegungsmelder mit Kleintiertoleranz ergänzen. Licht ums Haus schafft Sicherheit.

Können diese Sicherheitsmaßnahmen wirklich helfen?

Ja! Durch gute mechanische Sicherung und umsichtiges Handeln kann man Einbrüchen vorbeugen. Wenn in der Straße verdächtige Gestalten umherschleichen, nicht zögern und lieber einmal zu viel den Polizeinotruf 110 wählen. Und wenn der Täter beim erstmaligen Einbruchsversuch aufgrund fundierter mechanischer Sicherung nicht ins Gebäude kommt, wird er kein zweites Mal wiederkommen.

Wie verhält man sich als geschädigte Person im Moment des Einbruchs?

Üblicherweise ergreift ein Einbrecher die Flucht, wenn er auf einen Bewohner trifft. Man sollte sich nicht in den Fluchtweg des Einbrechers stellen, sich kurzfristig einsperren und sofort den Polizeinotruf 110 alarmieren. So mancher Täter sucht sich erst mal den Sicherungskasten und schaltet alle Sicherungen stromlos, dann geht das Festnetztelefon nicht mehr. Daher sollte man immer das Handy im Schlafzimmer mit genug Akkuladung für die Nacht in Bereitschaft halten. Am Telefon sollen Betroffene laut und deutlich Adresse und Namen sagen und dass gerade ein Einbrecher im Haus ist. Danach soll man am Telefon bleiben, bis der Polizeinotruf sagt, dass man auflegen kann. Auf keinen Fall sollte man selbst auf Täterjagd gehen.

Wer sind die Täter und werden sie in der Regel gefasst?

Die Bandbreite reicht von örtlichen Gelegenheitstätern über reisende Tätergruppen jeden Alters und Geschlechts bis hin zu hochprofessionell vorgehenden Profis. Wenn die Polizei rechtzeitig alarmiert wird und es brauchbare Informationen gibt, können die Täter durchaus gefasst werden. Falls Betroffene erst nach einem Einbruch an den Tatort kommen, soll man nichts anfassen und gleich die 110 wählen, um keine Spuren zu verwischen. Daniela Engel

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