„Affront“? Michael Kölbl und Josef Baumann im Clinch

von Redaktion

Mini-Eklat im Stadtrat – Nominierungsversammlung der Freien Wähler am gleichen Abend wie Sitzung

Wasserburg – Es war genau 19.53 Uhr, als Josef Baumann (Freie Wähler Reitmehring-Wasserburg) sich in der jüngsten öffentlichen Stadtratssitzung am Donnerstag von seinem Platz erhob. Das Ziel von Baumann war klar: Die Freien Wähler hatten am gleichen Tag um 20 Uhr zur Nominierungsversammlung einberufen, er musste zu dieser Veransaltung.

Baumann sollte dabei zum Bürgermeisterkandidat der Freien Wähler nominiert werden, was später auch wie geplant geschah. Bürgermeister Michael Kölbl (SPD) stieß jedoch die Terminierung sauer auf.

Mit dem Einwurf „Herr Baumann, dazu muss ich noch etwas loswerden“ unterbrach Kölbl mittendrin die Diskussion rund um das neue Feuerwehrhaus. „Denn“, stellte er fest, „ich empfinde es als Affront gegenüber dem gesamten Stadtrat, dass die Freien Wähler ausgerechnet jetzt ihre Aufstellungsversammlung haben“, meinte Kölbl. Die Stadtratstermine stünden seit Anfang des Jahres fest und ausgerechnet an diesem Abend eine solche Versammlung zu planen, „so was habe ich noch nie erlebt“, so der Bürgermeister.

In der Sitzung selbst reagierte Baumann dazu gelassen, vielleicht auch etwas überrumpelt. „Es tut mir leid, das ist ein ungünstiger Termin, aber es hat sich so ergeben.“ Am Tag nach der Stadtratssitzung ist bei Baumann der Ärger noch einmal größer. Er sieht sich zu einer Stellungnahme veranlasst, in der er darauf hinweist: „Der Seitenhieb von Michi Kölbl hat mich persönlich getroffen.“ Er habe in den vergangenen 42 Jahren als Stadtrat nur selten eine Sitzung verpasst, habe auch diese erst kurz vor 20 Uhr verlassen. Dass es mal zu Terminkollisionen komme, sei nicht ungewöhnlich. Manchmal müssten Stadtratsmitglieder das Rathaus eher verlassen, weil wichtige private Angelegenheiten zu erledigen seien, mal gebe es Überschneidungen mit weiteren Ehrenämtern.

Generell sei es schwer, die Leute zusammenzubringen bei Veranstaltungen wie der Versammlung der Freien Wähler Reitmehring-Wasserburg. Die Kritik Kölbls an der Terminierung empfinde er deshalb ebenfalls als „Affront“ gegen das Ehrenamt und als „Einmischung in den Wahlkampf“. Sophia Huber

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