„Die Herzwerker“ feiern Geburtstag

von Redaktion

Jubiläum beim Sozialpsychiatrischen Dienst in Mühldorf – Lebenshilfe in Lebenskrisen

Mühldorf – „Sie leisten eine unschätzbare, wichtige Arbeit, die sich stabilisierend auf unsere Gesellschaft auswirkt“, diese lobenden Worte richtete Landrat Max Heimerl an die Adresse des Sozialpsychiatrischen Dienstes (SPDI) in Mühldorf, der sein 30-jähriges Bestehen feierte.

Der Landkreischef erfand für die Mitarbeiter und Ehrenamtlichen der Einrichtung sogar noch eine neue Bezeichnung, denn er nannte die Damen und Herren „Herzwerker“.

Hilfe während
einer Lebenskrise

Seit drei Jahrzehnten unterstützt der SPDI Mühldorf Menschen, die sich in einer Lebenskrise befinden, bei einem persönlichen Problem nicht weiterwissen oder an einer psychischen Krankheit oder Störung leiden.

Der SPDI ist eine Beratungsstelle des Diakonischen Werks Traunstein. Zum Auftakt der Jubiläumsfeier versammelten sich die Festgäste in der Erlöserkirche der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde. Den Gottesdienst gestalteten die evangelische Pfarrerin Anita Leonhardt und ihr katholischer Kollege, Diakon Alfred Stadler. Für die musikalische Umrahmung sorgten SPDI-Mitglieder.

Das Jubiläum „30 Jahre Sozialpsychiatrischer Dienst Mühldorf“ stand ganz unter dem Motto „Mit Menschlichkeit Zukunft gestalten“. Dieter Wenzler von der Geschäftsbereichsleitung begrüßte in der Kirche die Ehrengäste. Darunter die stellvertretende Bezirkstagspräsidentin Friederike Steinberger, Waldkraiburgs Zweiten Bürgermeister Anton Kindermann und den Ersten Bürgermeister von Buchbach, Thomas Einwang, sowie den Vorstandssprecher der Diakonie Südostbayern, Andreas Karau. Mit dabei waren Klienten, Kooperationspartner, Vorstandsmitglieder, Mitarbeiter und Ehrenamtliche. Wie Dieter Wenzler hervorhob, stehe beim Sozialpsychiatrischen Dienst Mühldorf die Menschlichkeit immer an oberster Stelle. Um dies zu unterstreichen hatte der SPDI für einen Gottesdienst etwas Ungewöhnliches geplant. Einige SPDI-Beteiligte versammelten sich nämlich im Altarraum zu einer Talkrunde, die von Alissar Sahli moderiert wurde.

Was macht Menschlichkeit überhaupt aus, darüber diskutierte die Gruppe. Zuhören, achtsam sein, ins Tun kommen, die ältere Generation nicht aus den Augen verlieren, lächeln, vorurteilsfrei handeln und nicht zuletzt für sich selber sorgen – das seien Hauptbestandteile für ein gutes Miteinander. Pfarrerin Leonhardt und Diakon Stadler ließen in ihrer Kurzpredigt den verstorbenen Priester und Lyriker Wilhelm Willms zum Thema Menschlichkeit zu Wort kommen. Dessen Ausführungen in seinem Text „Die Nähe eines Menschen“ zeige wie unterschiedlich und vielschichtig die Nähe eines Menschen interpretiert werden könne. Im Anschluss versammelten sich alle im Gemeindesaal. Dort ergriff Andreas Karau das Wort und betonte: „Wenn ich auf die Geschichte des SPDI Mühldorf blicke, bin ich tief beeindruckt von dem, was sich hier in über 30 Jahren in diesem so wichtigen Bereich in der Region Mühldorf entwickelt hat“.

Karau freute sich über die konsequente Weiterentwicklung von differenzierten Angeboten, gepaart mit menschlicher und fachlicher Kompetenz. Der SPDI Mühldorf habe sich von einer kleinen Beratungsstelle hin zu einer unverzichtbaren Institution entfaltet.

Tausende Menschen
in Notlagen unterstützt

Tausende Menschen seien in psychischen Notlagen unterstützt worden. „Wir bleiben an ihrer Seite, wir sind ihre Partner trotz finanzieller Herausforderungen“, versprach die stellvertretende Bezirkstagspräsidentin Friederike Steinberger dem SPDI. Außerdem, so Steinberger weiter, sei es schön, dass durch die Jubiläumsfeier der Dienst gesehen werde, denn die tägliche Arbeit finde eher im Stillen statt. Bürgermeister Michael Hetzl betonte: „Psychische Krankheiten sind oft nicht greifbar. Umso wichtiger ist es, dass sich Menschen engagiert um die Betroffenen kümmern“.

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