Kleine Hände retten Ganserhaus

von Redaktion

Kunstverein AK68 braucht dringend Kapital für Sanierung des historischen Altbaus

Wasserburg – Schnipsel am Boden und Kinderlachen in der Luft: Es wuselt im Ganserhaus trotz Baustelle. Gemeinsam mit dem Innkaufhaus hat der AK68 zum Ferienprogramm eingeladen unter dem Motto „Rettet das Ganserhaus“. In drei Tagen und mit Feuereifer haben die Kinder hier eine Weihnachtskarte nach der anderen gebastelt.

Sie wissen: Diese Karten werden am Ende im Innkaufhaus ausgestellt und verkauft. Das Geld kommt dem Kunstverein zugute und fließt in die Sanierung des Ganserhauses. Denn der Verein hat ein Problem: „Wir müssen 68000 Euro an Eigenleistung für den Umbau aufbringen“, erklärt Katrin Meindl, Vorsitzende des AK68.

Finanzierungslücke wegen
geringerer Förderung

Genauer gesagt sind es sogar 68788 Euro, wie auch in der jüngsten Stadtratssitzung zu hören war. Denn Sanieren im Bestand ist teuer. Von etwa 598000 Euro Gesamtkosten geht die Stadt aus. Bereits im April vergangenen Jahres hatte die Stadt zugesagt, 150000 Euro hinzuzugeben. In der jüngsten Stadtratssitzung war der Zuschuss wegen geringer ausfallender Förderungen und einer damit entstandenen Finanzierungslücke von 40300 Euro sogar noch mal erhöht worden auf 183500 Euro. Auch der AK68 hatte angekündigt, 8788 Euro mehr als ursprünglich geplant einzubringen.

Geld, das der Verein aber eigentlich nicht hat. „Wir sind gemeinnützig. Wir dürfen gar kein Geld anhäufen“, sagt Meindl. Gleichzeitig müsse aber dringend das undichte Dach saniert und mit einer Wärmedämmung ausgestattet werden. Außerdem benötigt das Ganserhaus einen zweiten Rettungsweg und Brandschutztüren. Um in Zukunft auch größere Werke ausstellen zu können, will der Verein zudem das Dachgeschoss erschließen. „Aktuell geht dort eine Leiter hoch“, erklärt Meindl. Für öffentliche Ausstellungen sei dieses Stockwerk deshalb derzeit ungeeignet. Mit dem wirklichen Baubeginn rechnet der Verein rund um Pfingsten im nächsten Jahr. Bis dahin sollte das Geld vorhanden sein.

Deshalb nun also die Benefizaktion, unterstützt von Sybille Schuhmacher, Inhaberin des Innkaufhauses, deren Kinder auch fleißig mitbasteln. „Wir suchen uns zu Weihnachten immer eine Aktion, die wir unterstützen möchten, und das Ganserhaus ist eine tolle Einrichtung“, sagt Schuhmacher. Nicht nur für Kunstschaffende und -begeisterte, sondern eben auch für Kinder und mögliche junge Nachwuchskünstler, wie auch dieses Ferienprogramm beweisen würde.

Mindestspende
fünf Euro, gerne mehr

183 Karten sind bereits zusammengekommen. Meindl und Schuhmacher sind richtig stolz auf die Kinder. „Das sind nicht nur Basteleien, sondern richtige Kunstwerke“, sagt Meindl. Im Innkaufhaus werden die Karten demnächst am Aufgang zum Weihnachtsmarkt platziert. Erworben werden können sie gegen eine Mindestspende von fünf Euro. „Man darf aber natürlich auch mehr geben“, sagt Meindl mit einem Augenzwinkern. Der AK68 könne das Geld gut gebrauchen.

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