Zeitnah zum 6. November wird der Patroziniumstag des Kirchenheiligen Leonhard zu einem Festtag, ganz besonders für Pferdefreunde aus der weiten Umgebung. Seit dem 11. Jahrhundert wird der heilige Leonhard als Patron des Viehs, insbesondere der Pferde, geschätzt und verehrt. Bei akzeptablen Herbstwetter sorgten viele Pferde und geschmückte Festwagen für einen beachtlichen Zuschauerandrang an der idyllisch gelegenen Kapelle in Graben zwischen Ramerberg und Pfaffing.
Als Rahmenprogramm boten warme und kalte Getränke zu Brotzeiten mit Kaffee und selbst gebackenen Kuchen eine willkommene Erfrischung. Von den Tullinger Jagdhornbläsern festlich umrahmt, haben sich zusammen mit den Fahnenabordnungen der Ortsvereine aber auch viele Gläubige an der Andacht des neuen Verbandspfarrers Andreas Kolb beteiligt. Vom Vorreiter mit einem Vortragekreuz angeführt, hatte sich auf dem zweimaligen Rundweg über Hintergraben eine beachtliche Prozession zur Segnung mit Wasser und Weihrauch eingereiht.
Das überlieferte Brauchtum, im Zusammenhang mit dem Ramerberger Kirchenpatron Leonhard, macht deutlich, dass früher in Bayern kein anderer Heiliger derart intensiv verehrt und im Volksmund sogar ehrenvoll „Bauernherrgott“ oder „Bayerischer Herrgott“ genannt wurde. Mit seinem Hinweis auf die Kette, als Attribut von Leonhard, machte Pfarrer Andreas Kolb deutlich, dass dieses ursprüngliche Erkennungsmerkmal als Schutzpatron der Gefangenen, ihn später zum erklärten Schutzheiligen der Tiere, vor allem aber der Pferde machte. Johann Penzkofer