Schnaitsee – Wieder einmal nahm die Planung des neuen Kinderhauses einen breiten Rahmen in der jüngsten Schnaitseer Ratssitzung ein. Johannes Kessner vom gleichnamigen Architekturbüro stellte die Einarbeitungen der Forderungen aus dem Rat vor.
Dabei gab es eine grundsätzliche Einigung über die Dachform, den Dachüberstand und auch darüber, dass wegen der Mehrkosten die Variante für zwei zusätzliche Hortgruppen nicht mehr weiterverfolgt wird. Meinungsverschiedenheiten in Bezug auf die Bauweise, ob Holz- oder Massivbau, konnten in der Sitzung nicht ausgeräumt werden.
Varianten
bieten Vorteile
Dritter Bürgermeister Christian Sewald und Günther Edlmann, beide aus dem Massivbaufach, meinten, dass diese Variante Vorteile bieten würde. Sie monierten auch, dass da vielleicht ein wenig zu stark in eine Richtung, nämlich Holz, geplant wurde. In einem separaten Gesprächstermin soll dazu ein Konsens gefunden werden.
Da mehrere Jugendliche bei der Ratssitzung mit dabei waren, wurde der Punkt zur Weiterführung oder Beendigung des Jugendtreffs ganz an den Anfang gesetzt. Maria Eglseder, die den Jugendtreff leitet, berichtete über die Erfahrungen des ersten Jahres. Und die waren durchweg positiv. „An 35 Freitagen waren im Schnitt etwa 18 Jugendliche aus den verschiedensten Schulen mit dabei. Damit hat sich der Treff zu einem zentralen Kennenlernpunkt entwickelt“, sagte Eglseder. Eglseder, die auch Sozialarbeiterin an der Mittelschule ist, betonte, dass der Treff auch die Kompetenzen und das Selbstbewusstsein der jungen Mitbürger stärke. Sie bietet auch ein Programm mit Bastelstunden und Gesellschaftsspielen an. Aber immer stehen Gespräche untereinander im Mittelpunkt. Die drei Jugendlichen Lorenz, Liana und Lea stellten vor den Ratsmitgliedern ihre eigenen ausschließlich positiven Erfahrungen vor und bekamen dafür den Applaus der Ratsmitglieder. Bürgermeister Thomas Schmidinger gab zu den Kosten bekannt, dass die bisher angefallenen etwa 9700 Euro durch Spenden getragen werden. Zweite Bürgermeisterin Anita Meisl hob auch das Engagement der Betreiberin des Musik-Cafés Ute Eppinger hervor. So entschied der Rat einstimmig die Fortführung des Jugendtreffs. Eine langwierige Angelegenheit ist die Behandlung der Stellungnahmen zu einem Flächennutzungsplan. Zur 36. Änderung des Sondergebietes „Biogas Stangern“ genehmigte der Rat einstimmig die vorgeschlagenen Abwägungen zu den Stellungnahmen der Unteren Naturschutzbehörde, des Landesamtes für Denkmalpflege, des Amtes für Wasserrecht und Bodenschutz, des Wasserwirtschaftsamtes, der Unteren Immissionsschutzbehörde, von Bayernwerk, der Unteren Bauaufsichtsbehörde und der Höheren Landesplanungsbehörde und beauftragte die Verwaltung mit der Durchführung der öffentlichen Auslegung. Ausschlaggebend für den ersten Nachtragshaushalt 2025 war die Neueinstellung von zwei Angestellten und eines neuen Geschäftsleiters als Beamter. Finanzielle Hauptpunkte sind die erhöhte Rücklagenentnahme von 887000 Euro auf 1245000 Euro. Dies ist bedingt durch Mindereinnahmen im Vermögenshaushalt.
Blick auf den
neuen Stellenplan
Der neue Stellenplan beinhaltet die Einstellung eines neuen Geschäftsleiters zum 1. November. Zudem wurde eine Personal- und Rentensachbearbeiterin ab 1. Oktober eingestellt. Durch das Ausscheiden der bisherigen Mitarbeiterin fand eine Umstrukturierung statt. Zum Jahresende scheidet eine weitere Mitarbeiterin aus. Der Rat stimmte dem Nachtrag zu. Nach der Datenauswertung für 2025 stellt sich die Einnahmesituation bei der Grundsteuer für die Gemeinde wie folgt dar: Bei der Grundsteuer A gibt es ein Minus von 16643 Euro und bei der Grundsteuer B ein Plus von 256908 Euro. Dies ist auch dadurch bedingt, dass nicht landwirtschaftlich genutzte Flächen von der Steuer A nach B fallen. Um auch weiterhin für freiwillige Leistungen Finanzmittel zu haben, beschloss der Rat, die Hebesätze für die Grundsteuer A bei 350 Prozent, bei B bei 340 Prozent und bei der Gewerbesteuer bei 350 Prozent unverändert zu lassen. „Damit liegt Schnaitsee im Landkreismittel“, so Bürgermeister Schmidinger.
Erhebliche
Unterdeckung
In den letzten drei Jahren wurde bei der Wasserversorgung eine erhebliche Unterdeckung eingefahren. Um diese zu begleichen, erhöht der Rat die Verbrauchsgebühr von 1,50 Euro auf 2,18 Euro.
Auch die Grundgebühren werden angepasst. Darin enthalten ist auch die Verbesserungsgebühr für den Bau des neuen Hochbehälters. Beim Abwasser betrug die bisherige Einleitungsgebühr 3,19 Euro. Auch hier entstand eine Unterdeckung. Um diese auszugleichen und für die nächsten Jahre kostendeckend zu arbeiten, wurde der neue Einleitungsbetrag auf 3,66 Euro festgelegt. Auch hier wurden die Grundgebühren angepasst.
Die neuen Gebühren wurden nach den Berechnungen des extern beauftragten Steuerbüros Gschwendner festgelegt. Einstimmig berief der Rat den Hauptamtsleiter Daniel Heller zum Gemeindewahlleiter für die Kommunalwahlen 2026. Ebenso einstimmig wurde die Wahlsachbearbeiterin Sylvia Heistracher zur Stellvertreterin berufen. Die sogenannten Erfrischungsgelder für Wahlhelfer wurden je nach Zeitaufwand zwischen 70 und 100 Euro festgelegt.