Wasserburg – „Diese Stadt lebt!“ Das war das positive Fazit am Ende der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Wirtschafts-Förderungs-Verbandes (WFV) in der Deliano-Backstube. Angesichts der vorgelegten Haushaltszahlen aus den Jahren 2023 und 2024 überwog trotz einiger Sorgenfalten doch allgemein der Optimismus.
Die Verantwortlichen zeigten sich jedenfalls kämpferisch und signalisierten Entschlossenheit, die Attraktivität der Stadt weiter zu steigern. Dass sie das Vertrauen der 193 Mitglieder besitzen, zeigte sich auch bei den Neuwahlen. Die gesamte Vorstandschaft wurde einstimmig und ohne Veränderung für zwei weitere Jahre im Amt bestätigt.
Kosten sind
enorm gestiegen
Die zahlreichen, über das ganze Jahr hinweg verteilten Veranstaltungen zu organisieren, erfordert dauerhaftes Engagement aller im Verband ehrenamtlich Tätigen. Dies wurde in allen Rechenschaftsberichten immer wieder deutlich.
„Wir sind ein Team, das hervorragend zusammenarbeitet“, stellte der Vorsitzende Andreas Bonholzer deshalb nicht ohne Stolz gleich am Anfang seines Rückblicks fest. Auch die Unterstützung der Stadt würdigte er entsprechend, könne man doch nur so die finanziellen Herausforderungen stemmen. Denn in den vergangenen Jahren seien die Kosten vor allem beim Frühlingsfest und dem Christkindlmarkt enorm gestiegen. Ein Kostensprung von über 40000 Euro habe kompensiert werden müssen. Schuld daran seien vor allem auch die erweiterten Sicherheitsvorkehrungen und der verstärkte Wachdienst gewesen.
Die Verzehnfachung der GEMA-Gebühren beim Christkindlmarkt sei besonders aufgeschlagen und auch auf Dauer nicht einfach so zu erwirtschaften. Und die Zusatzkosten habe man vor allem nach Corona nicht eins zu eins weitergeben können, stellte zudem Bonholzer klar. Deshalb heiße es auch sparen, wo es möglich sei. So stehe auch die gesamte Werbung auf dem Prüfstand. Allerdings sei diese überregional auch wieder nötig, um die Stadt interessant zu machen. Social Media könne vielleicht helfen, um vor allem jetzt für den Christkindlmarkt zu werben und über den Eiszauber mit seinen Alleinstellungsmerkmalen „überdachte Eisbahn“ und „Wasserburg leuchtet“ zusätzliche Gäste anzulocken, führte der Vorsitzende aus.
Vielfältige Veranstaltungen
als Besuchermagnet
Das gelingt laut Christine Deliano auch durch die „Musikalischen Samstage“ seit 15 Jahren erfolgreich. 32 Veranstaltungen, die insgesamt heuer unter 10000 Euro Gesamtkosten geblieben seien, stimmten optimistisch. Aus 200 Bewerbungen könne man auch für 2026 wieder auswählen.
Sybille Schumacher erinnerte an die verkaufsoffenen Sonntage und Aktionen wie das Ostereiersuchen oder die Modenschau beim Frühlingsfest. Möglicherweise gebe es im nächsten Jahr sogar eine „Lange Nacht des Einkaufens“.
Pläne zur Attraktivitätssteigerung stellte auch Christian Huber heraus, der für die Organisation des Christkindlmarktes und des Frühlingsfestes verantwortlich zeichnet.
„Wenn mal zehn Busse aus der weiteren Umgebung am Gries parken, dann habe ich mein Ziel erreicht“, verkündete er. Huber erinnerte aber auch an die Veränderungen beim Besatz der Buden auf dem Christkindlmarkt. Standl-Betreiber aus dem Bereich des Kunsthandwerks seien nicht leicht zu finden. Diesmal sei das Treffen der Standl-Leute wenigstens gut und friedlich verlaufen, berichtete Huber.
Mit der überdachten Eisbahn, die am Freitag, 14. November, eröffnet wird, habe man, so Huber, jedenfalls für Planungssicherheit der Schulen bei Schneefall und Regen, aber auch für energetische Einsparmöglichkeiten gesorgt. Mit „Wasserburg leuchtet“ könne man zudem ein Leuchtturmprojekt für ganz Bayern präsentieren. Und die Christbaumallee solle heuer auch noch schöner werden, versprach Huber.
Zahlen belegen
den hohen Aufwand
Oliver Winter erinnerte an die Bemühungen, die Kosten beim Frühlingsfest in den Griff zu bekommen. Man sei auf attraktive Schausteller angewiesen, anfallende Kosten hätten deshalb nicht entsprechend weitergegeben werden können. Das Fest habe sich leider nicht zum willkommenen Gewinnmaximierer hin entwickelt. Trotzdem sei man bemüht, attraktiv zu bleiben und negative Entwicklungen aufzufangen.
Kassier Jonas Hintermayr kleidete in seinem Bericht die Möglichkeiten und Chancen des Verbandes ausführlich in nackte Zahlen. Die Kassenberichte der Jahre 2023 und 2024 dokumentierten dabei den enormen Aufwand, der betrieben werden muss, damit Wasserburg feiern kann. Jeweils 304638 Euro und 318131 Euro an Einnahmen standen zur Verfügung. Fehlbeträge von 13320 Euro und 4236 Euro nach Gegenrechnung der Ausgaben mussten und konnten jeweils ausgeglichen werden.
Weinfest defizitär wegen
Sicherheitsmaßnahmen
2024 ist laut den Verantwortlichen allerdings das Frühlingsfest schon wieder besser gelaufen. Für die Weihnachtsbeleuchtung habe auch weniger aufgewendet werden müssen. Das Weinfest hingegen sei wegen der Sicherheitsmaßnahmen defizitär gewesen. Besonders erfreulich sei der Erfolg der Wasserburg-Gutscheine, was der heimischen Wirtschaft zugutekäme. 2024 sei die Drei-Millionen-Euro-Grenze im Verkauf seit der Einführung geknackt worden.
Die von Bürgermeister Michael Kölbl geleiteten Neuwahlen verliefen ohne Personaldiskussion und mit einstimmigen Ergebnissen ebenso wie Abstimmungen zu marginalen Satzungsänderungen.
Erster Vorsitzender des WFV ist für die nächsten zwei Jahre weiterhin Andreas Bonholzer. Zu seinem Stellvertreter wurde in Abwesenheit erneut Gerd Maas gewählt.
Als Kassier genießt wieder Jonas Hintermayr das Vertrauen der Mitglieder. Auch die sechs Beisitzer Wolfgang Brüsch, Christine Deliano, Christian Huber, Markus Ruepp, Sibylle Schuhmacher und Oliver Winter wurden in ihren Ämtern bestätigt. Als Kassenprüfer wurden erneut Georg Kierner und Werner Haas bestellt. Neu gewählt wurde mit Stefan Bodmeier auch noch ein Stellvertreter für beide.