Schnaitsee – Die Gemeinde Schnaitsee hatte am vergangenen Sonntag mit ihren Vereinen zu ihrem 20. Martini-Bauernmarkt eingeladen und mehrere Tausend Gäste, die sogar bis aus dem Münchner Raum kamen, wollten sich das nicht entgehen lassen.
Vereine und Gruppen hatten in den letzten Tagen und Wochen gebastelt, gebacken, eingesurt und geselcht, was das Zeug hielt. Von den Anbietern – vom Höflschweiger bis zum Pfarrheim – war praktisch alles zu bekommen, was die heimischen Bauernhöfe und Backstuben hergeben.
Das Wetter war zwar nicht ganz optimal für die Veranstaltung, aber trotzdem strömten ab dem späten Vormittag bis zum Beginn der Dunkelheit zahlreiche Gäste durch die Marktstraße, das Pfarrheim und den Kindergarten. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hieß es: Fast alles verkauft.
Erlös wird für soziale
Zwecke verwendet
Wem beim Frauenbund ob der unzähligen Kuchen und Torten schon Angst und Bange wurde, ob diese alle Abnehmer finden, sah sich am Spätnachmittag einer leeren Kuchentheke gegenüber. Alle Kuchen waren ebenso wie das Rehragout der Jägerschaft, die Fischpflanzerl des Fischereivereins oder die Bosnas der Waldhauser Frauen an den Mann oder die Frau gebracht. Auch alle sonstigen Verpflegungsstände, ob nun der Stand der Schnaitseer Baderbrauerei, die Glühweinbuden, die diesmal wieder mehr Umsatz mit heißen Getränken machten, oder die Stände mit den bäuerlichen Spezialitäten meldeten, alles verkauft zu haben.
Auch die Bäuerinnen kamen gar nicht mit dem „Kiache bocha“ hinterher. Der Geldbeutel saß wohl auch deshalb oft so locker bei den Besuchern, weil sie wussten, dass der gesamte Erlös des Martinimarktes für soziale Zwecke verwendet wird. Da passten natürlich auch ein Verkaufsstand des Eine-Welt-Ladens aus Wasserburg sowie die Stände des Afrika-Hilfe-Vereins „Tukutane“ und des Berger Caritas-Reha-Zentrums dazu. Aber nicht nur die Gaumenfreuden hatten beim Martinimarkt Hochkonjunktur, sondern auch für die Augen und Ohren war allerhand geboten. Hier gab es Blumen, Gestecke und Gebinde und dort allerlei Weihnachts- und Adventsschmuck.
Beim Bücherflohmarkt gingen ausgediente Exemplare der Bücherei gleich kiloweise über die Ladentheke. Beim „Juxradl“ wurde die Geschicklichkeit getestet. Und altes bäuerliches Handwerk zeigten ein Seiler und ein Drechsler.
Der Heimatverein zeigte den Bau einer hölzernen Wasserleitung aus längst vergangenen Zeiten. Sein Glück konnte jeder zudem bei der Tombola des Pfarrgemeinderates herausfordern.
Im Kindergarten erlebte der Kasperl mit den Kindern einige Abenteuer und ein Kinderkarussell drehte Runde um Runde.
Von den Gästen kam ein großes Lob für die liebevolle Ausstattung des Martinimarktes. „Hier gerät man gleich in eine positive Stimmung. Das ist kein Jahrmarkt, sondern ein liebevoll arrangiertes Angebot in anheimelnder Atmosphäre“, so eine Besucherin, die aus Grafing eigens nach Schnaitsee gekommen war. Zur Ausstattung gehörten auch die originellen Wegweiser zu den einzelnen Spezialitäten. Zur Unterhaltung trugen der Musikverein, ein Drehorgelspieler, die Jagdhornbläser und die Alphornbläser mit bei.
Kurzum, es gab für jeden etwas, keiner brauchte mit leeren Händen nach Hause zu gehen, und jeder, ganz gleich, ob Gast oder Verkäufer, war sehr zufrieden mit dem diesjährigen Martinimarkt in Schnaitsee.
Auch Anita Meisl, die Zweite Bürgermeisterin und Sozialreferentin der Gemeinde, war am Abend von der Resonanz überwältigt: „Wir müssen allen beteiligten Vereinen ein Lob zollen. Alle haben sich mächtig ins Zeug gelegt und werden wieder für ein tolles Ergebnis für soziale Zwecke sorgen.“