Raublingerin rätselt gegen Gottschalk und Co.

von Redaktion

Eva Herrmann (23) aus Raubling war Kandidatin in der Rateshow „Der Quiz-Champion“. Die Jura-Studentin trat dabei gegen fünf Experten an, darunter Jürgen von der Lippe und Thomas Gottschalk. Wie es für die 23-Jährige lief – und was ihr besonders in Erinnerung geblieben ist.

Raubling – Etwas komisch war es für Eva Herrmann schon, sich selbst im Fernsehen zu sehen. „Gleichzeitig war es total schön, alles noch einmal alles zu durchleben und auch die ganzen anderen Kandidaten wiederzusehen“, sagt sie am Telefon. Die 23-Jährige hat sich bereits Anfang des Jahres als Kandidatin für die ZDF-Show „Der Quiz-Champion“ beworben. Inspiriert wurde sie von Thomas Kreidemeier. Der 23-jährige Jura-Student gewann bei der Show den Hauptpreis von 100000 Euro. „Es sah nach viel Spaß aus“, sagt Eva Herrmann.

Termin für
ein Telefon-Casting

Also füllte sie das Anmeldeformular aus – und vergaß kurzzeitig wieder, dass sie sich überhaupt beworben hatte. „Ein paar Monate später hat mich ein Mitarbeiter von der Castingagentur angerufen“, erinnert sich die Studentin. Er habe sich vorgestellt und ihr gesagt, dass er gerne einen Termin für ein Telefon-Casting ausmachen würde. „Ich dachte erst, er verarscht mich“, sagt Eva Herrmann und lacht. Schnell sei ihr jedoch wieder eingefallen, dass sie sich vor Monaten ja tatsächlich als Teilnehmerin für die Show „Der Quiz-Champion“ beworben hatte. Die beiden vereinbarten einen Termin. Eine Woche später musste sie am Telefon 30 Fragen beantworten. „Wirklich vorbereiten konnte man sich aufgrund der Kürze der Zeit darauf nicht“, sagt Herrmann. Trotzdem konnte sie fast alles beantworten – und wurde im Anschluss zu einem persönlichen Casting nach Olching eingeladen.

Wieder musste sie Fragen beantworten, erneut ihr Wissen unter Beweis stellen. Zeitgleich wurden mehrere Videoaufnahmen gemacht, in denen sie unter anderem einige private Dinge von sich preisgab. „Ich glaube, sie wollten testen, ob man auch vor der Kamera reden kann“, sagt Eva Herrmann.

Eine Woche später erhält sie den finalen Anruf. Sie ist eine von elf Kandidaten, die bei „Der Quiz-Champion“ dabei ist. „Ich glaube, selbst zu diesem Zeitpunkt habe ich es noch nicht richtig realisiert“, sagt sie. Kurz wird es leise am anderen Ende der Leitung. „Vielleicht war das auch ganz gut, sonst hätte ich mich selbst nur verrückt gemacht.“

Am Tag der Aufzeichnung wurde sie mittags von ihrem Hotel in Berlin abgeholt und zum Studio gefahren. Daraufhin sei ihr und den anderen Kandidaten erklärt worden, wie die kommenden Stunden ablaufen werden. „Anschließend mussten wir in die Maske und es wurde entschieden, was wir anziehen“, erinnert sich die junge Frau aus Raubling. Nach einem schnellen Fotoshooting ging es zur Probe. „Da haben wir zum ersten Mal das Studio gesehen. Wir haben alles mal durchgespielt und durften auch den Buzzer drücken“, sagt Eva Herrmann.

Was zu diesem Zeitpunkt noch immer nicht ganz sicher war: Ob die 23-Jährige tatsächlich aufgerufen wird. „Es werden immer mehr Leute eingeladen, als sie am Ende tatsächlich gebraucht werden“, sagt sie. Das liege daran, dass es ja auch mal passieren könnte, dass mehrere Kandidaten nacheinander relativ schnell ausscheiden. „Ich habe nicht wirklich damit gerechnet, dass ich dran komme“, sagt Eva Herrmann. Unter anderem auch deshalb, weil noch zwei weitere Juristen und Gleichaltrige unter den Teilnehmern waren.

Umso überraschter sei sie gewesen, als eine Mitarbeiterin der Show sie plötzlich verkabeln wollte und die Maskenbildnerin noch einmal ihr Make-up überprüfte. „Da hat mir das Herz bis zum Hals geschlagen“, erinnert sich Eva Herrmann. Doch viel Zeit zum Nachdenken blieb ihr nicht, denn auf der Bühne ging alles Schlag auf Schlag.

„Der Quiz-Champion“ umfasst insgesamt drei Runden. In der Vorrunde wurden Eva Herrmann mehrere Fragen gestellt, von denen sie innerhalb einer Minute sieben richtig beantworten musste. „Die Fragen waren nicht allzu schwer“, sagt sie am Telefon. Nach der bestandenen Vorrunde ging es für die 23-Jährige in die Hauptrunde. Dort trat die Raublingerin gegen fünf Experten an, darunter Jürgen von der Lippe, zuständig für Literatur und Sprache, Wigald Boning für Erdkunde, Katrin Müller-Höhenstein für Sport, Thomas Gottschalk für Film und Fernsehen und Barbara Hahlweg für Zeitgeschehen.

„Per Zufallsgenerator wurde dann entschieden, wo es losgeht“, sagt Eva Herrmann. Sie traf gleich zu Beginn auf Thomas Gottschalk – und schlug ihn mit 3:1. Denn Gottschalk wusste – im Gegensatz zu der 23-Jährigen – beispielsweise nicht, dass derzeit das 20. Jubiläum der Fernsehshow „Germany’s Next Topmodel“ läuft. Doch Gottschalk war nicht der einzige, der sich an der Raublingerin die Zähne ausbiss. Auch gegen Jürgen von der Lippe, Wigald Boning und Barbara Hahlweg gewann die 23-Jährige.

Sportfrage brachte
die Entscheidung

Nur gegen Katrin Müller-Höhenstein musste sich Eva Herrmann am Ende geschlagen geben. „Da hatte ich einen Denkfehler“, sagt sie. So antwortete sie auf die Frage, wie oft eine Schwimmerin während eines olympischen Wettkampfes im 400-Meter-Freistil insgesamt wenden muss, mit achtmal. Die richtige Antwort aber war siebenmal. „Geärgert habe ich mich aber überhaupt nicht“, sagt die 23-Jährige. Auch, wenn sie sich über den Gewinn von 100000 Euro natürlich gefreut hätte.

Stattdessen habe sie viele schöne Erfahrungen gewonnen – und neue Freundschaften geschlossen. „Wenn es die Möglichkeit gibt, würde ich mich auf jeden Fall noch einmal bewerben“, sagt Eva Herrmann. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass es ein komisches Gefühl war, sich selbst im Fernsehen zu sehen.

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