Haag – Die Gaunerkomödie „Banditnbagasch“ bringt die „Haager Bühne“ im traditionellen Herbstprogramm zur Vorstellung. Die Schauspielerleistung unter Regisseurin Gabi Preuß ist brillant. Der Inhalt ist lustig, aber bisweilen an der Grenze des Albernen.
Mit großer Aufmerksamkeit gestaltet die „Haager Bühne“ den Empfang ihrer Theatergäste: Die Tische sind mit Waldaccessoires und Kerzchen geschmückt, die Bühne gibt den Blick auf eine urige Waldschänke frei, die Martin Huber, Franz Reich und Georg Fellner gefertigt haben. Bühnenchefin Gabi Preuß wurde zur Premiere mit Applaus empfangen, als sie die drei „Neuen“ vorstellte: Eva Furch, Gabi Fellner und Johannes Schußmüller, der seinen Erstauftritt in einer beachtlichen Doppelrolle meisterte.
Banditenwirt Hallimasch, vom routinierten Haager Schauspieler Hans Furch in Szene gesetzt, betäubt seine Gäste mit einem Schlaftrunk, um sie dann auszurauben. Gerade will er einem Opfer in die Taschen greifen, als ihm Pfeifn-Paula, die Wirtin, gespielt von Gabi Fellner, in die Quere kommt: „Den hob i scho ausgramt.“ Dann wird der Ausgeraubte im Wald „entsorgt“.
Schon trifft mit Rupp von Reizker, Johannes Schußmüller, ein neuer Gast ein und findet es „gmiatlich do“. Seinen furchtsamen Handlanger „Pfiff“ in der Person von Florian Furch behandelt er recht despektierlich. Er ist aber selber ein Gauner und mahnt: „Wir dürfen keine Spuren hinterlassen.“
Auch ihm mixt Hallimasch einen Schlaftrunk. Gleich darauf gibt ihm ohne Wissen des Wirts auch die Wirtin ein paar Tröpfchen drauf. Dann mischt ihm noch Tochter Ida, Eva Furch, etwas dazu. Der Gauner wankt, fällt und erstaunt die Banditenwirtstochter: „So schnell is des no nia ganga!“ Kurz darauf vermutet sie: „I glab, er is hi.“ Der Herr Papá konstatiert: „Die erste Leich in dera Wirtschaft.“
Die gschnappige Nachbarin Elisabeth Schiebl pendelt den Zustand aus und empört sich: „Habt’s ihr überdosiert? Seid’s ihr narrisch?“ Das Delikt stuft sie deshalb als fahrlässige Tötung ein.
Kaum ist die Leiche des Gastes versteckt, tritt sein Zwillingsbruder, ebenfalls Johannes Schußmüller, ins Rampenlicht und erschreckt alle: „Is des a Geist? Der schaut genauso aus wia unsre Leich in da Schupfa!“ Er gibt sich zu erkennen als Zwillingsbruder: „Ich hob mein Bruada seit Jahren nimmer gsehgn.“
Da wirbelt die Trinkgeld-Resi mit dem Schlitzer Vinz alles durcheinander. Gabi Preuß verwirklicht damit im Glitzerröckchen eine Paraderolle, die ihr etlichen Sonderapplaus einbringt. Martin Huber, als Routinier der „Haager Bühne“, tritt immer selbstbewusster auf.
Beide befinden sich auf der Jagd nach dem Gauner, was Schlitzer Vinz erklärt: „Der hot mia a Haufa Geld grampfed.“ Gegenüber dem Wirt wird er immer skeptischer: „Du host gwiss a Leich im Keller.“ Daraufhin nimmt er sich den Hallimasch und den Pfiff vor. Da dürfen die Zuschauer gespannt sein, wie diese „turbulente Räubergeschichte“ endet.
Die Aufführungen sind an den Freitagen 14. und 21. November sowie an den Samstagen 15. und 22. November, jeweils um 20 Uhr, und am Sonntag, 16. November, jeweils um 15 Uhr. Einlass eine Stunde vor Beginn. Bewirtung durch das Unertl Bräustüberl. Sonntags ab 13.30 Uhr Kaffee und Kuchen. Kartenvorverkauf bei Korbwaren Heigl.