Nachruf

von Redaktion

Rechtmehring – Eine große Trauergemeinde versammelte sich im Rechtmehringer Kirchenfriedhof bei der Beerdigung von Katharina Friesinger. Sie wurde vor über 90 Jahren geboren in Springelbach bei Forsting. Sie war das zweite Kind der Eheleute Obkirchner. Als sie ein halbes Jahr alt war, kauften ihre Eltern ein kleines Sacherl in Vorderschleefeld, was fortan ihre Heimat war.

Zur Familie kamen noch drei Brüder und nach dem Krieg auch noch ihre Schwester Anni hinzu. Als Zweitälteste musste sie schon sehr früh Verantwortung für ihre jüngeren Geschwister übernehmen. Kathi hatte eine relativ unbeschwerte Kindheit und Jugend – was das auch immer für die damalige Zeit – eben die Kriegsjahre – bedeutet. Nach dem Besuch der Volksschule in Rechtmehring, die sie gerne besuchte, machte sie wie so viele damals eine Hauswirtschaftslehre und arbeitete bei verschiedenen Höfen in der Umgebung in der Landwirtschaft mit. In dieser Zeit war sie viel als „Milliwegerin“, also dem Messen und Analysieren der Milchleistung der Kühe, unterwegs.

Mit 22 Jahren heiratete sie Hans Friesinger und wurde somit Bäuerin im nahen Hinterschleefeld, ab jetzt war sie die „Geiger Kath“. Den Eltern war es wichtig, die fünf Kinder Hans, Marianne, Sepp, Peter und Thomas zu gradlinigen anständigen Menschen zu erziehen. 1979 verstarb ihr Vater und 1984 auch ihre Mutter, die sie die letzten fünf Jahre bei sich aufgenommen hatte. Zwischen 1987 und 2021 wurden ihre elf Enkel geboren.

Nach der Hofübergabe machten sie vermehrt kleinere und auch größere Ausflüge. 2003 nach einer unglücklich verlaufenen Operation hing ihr Leben schon einmal am seidenen Faden. 2014 erkrankte ihre Schwiegertochter Lisbeth unheilbar und verstarb im August 2015. 2016 verstarb ihr Ehemann Hans nach einem kurzen Pflegeheimaufenthalt, was für die „Geiger Kath“ eine schlimme Zeit war.

In den folgenden acht Jahren ging es ihr als Oma und zum Schluss 16-fache Uroma gut, auch wegen des fürsorglichen Umgangs ihres Enkels Martin mit seiner Frau Cacilia, die mittlerweile den Hof führen.

Auf dem Sterbebild sind neben dem Blumenmotiv als Zeichen, weil sie gerne „gartelte“, insgesamt 16 Männerbeine mit Wadenstrümpfen abgebildet. Sie strickte die letzten 30 Jahre leidenschaftlich gerne Wadenstrümpfe und hat natürlich vor allem ihre Kinder und Enkel damit ausgestattet.

fxm

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