Eiselfing – Am Volkstrauertag versammelten sich die Reservisten- und Kriegerkameradschaft 1837 Eiselfing sowie zahlreiche Bürgerinnen und Bürger am örtlichen Kriegerdenkmal, das zugleich als Denkmal für den Frieden gilt. Gemeinsam gedachten sie der Opfer von Krieg und Gewalt in aller Welt – besonders jener Männer, deren Namen auf den Gedenktafeln eingraviert sind und die als Väter und junge Soldaten ihr Leben auf dem Schlachtfeld verloren.
In seiner Ansprache erinnerte der Redner an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 80 Jahren und an die seither währende Friedenszeit in Deutschland. Das Gebet galt den Gefallenen, den im Einsatz verstorbenen Bundeswehrsoldaten, den verstorbenen Vereinsmitgliedern und allen, die auf dem Friedhof ruhen.
Eindrücklich wurde verdeutlicht, dass Krieg stets Tod, Elend und Trauer bedeutet. Ein besonders bewegendes Beispiel stammte aus einem Bericht in der Wasserburger Zeitung: Ein 18-jähriger Soldat aus der Nachbargemeinde Höslwang wurde im Frühjahr 1945 zur Wehrmacht eingezogen.
Kurz vor Kriegsende geriet er mit neun weiteren jungen Männern in die Hände einer SS-Restgruppe. Als sie sich weigerten, eine Brücke zu sprengen, wurden alle zehn hingerichtet – ein erschütterndes Zeugnis menschlicher Grausamkeit in den letzten Tagen des Krieges.
Mit Blick auf die Gegenwart wurde betont, dass der Ausspruch „Nie wieder Krieg“ auch heute Gültigkeit habe. Frieden sei keine Selbstverständlichkeit, sondern erfordere Verantwortung, Wachsamkeit und den Willen zur Verständigung.
Die Rede verwies zudem auf die Bedeutung der vier Kardinaltugenden – Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigung – als Grundlage verantwortlichen Handelns in Politik und Gesellschaft. Nur wer das Leben und die Würde des Menschen achte, könne den Frieden bewahren.
Zum Abschluss wurde der Wunsch ausgesprochen, dass in Osteuropa und in allen Kriegsgebieten der Welt Waffenstillstände erreicht und Wege zum Frieden gefunden werden. „Glaube, Hoffnung und Liebe“ seien die Tugenden, die den Menschen tragen und zum Frieden führen.