Weniger Hochzeiten, mehr Geburten

von Redaktion

Neigt sich der Heiratsboom in Wasserburg dem Ende zu? Und wie sieht es bei den Geburten aus? Die Antworten auf diese Fragen hat das Standesamt in Wasserburg. Wie sich das Wasserburger Land entwickelt – und was die beliebtesten Babynamen sind.

Wasserburg – Hochzeiten, Geburten, Sterbefälle: Das Standesamt im Wasserburger Rathaus kümmert sich neben der Stadt Wasserburg noch in elf Gemeinden um die dazugehörigen Register. Katharina Rimpfl vom Standesamt hat auch dieses Jahr wieder einen Einblick in die Zahlen gegeben.

Einwohnerzahl
bleibt stabil

Im Jahr 2024 starben im Wasserburger Land 514 Menschen. Das sind einige weniger als im Jahr 2023. Damals waren es 528. „Die Einwohnerzahl bleibt stabil“, sagt Rimpfl. Um die 40000 Bürger verwaltet das Wasserburger Standesamt. Die teilen sich auf die Stadt Wasserburg und die Gemeinden Albaching, Amerang, Babensham, Edling, Eiselfing, Griesstätt, Pfaffing, Ramerberg, Rott am Inn und Soyen auf.

Gaben sich 2023 in all den Gemeinden insgesamt 264 Paare das Jawort, so waren es 2024 nur noch 223. Der Hochzeitsboom, der das Wasserburger Land jahrelang fest im Griff hatte, scheint nun vorbei. Die Zahl der Eheschließungen ist damit auf dem Stand von 2020. Auch damals gab es genau 223 Hochzeiten.

Einen Anstieg verzeichnete das Standesamt allerdings bei den gleichgeschlechtlichen Eheschließungen. 2020 heirateten drei weibliche Paare – 2024 waren es allein fünf weibliche und ein männliches Paar.

„Am 2. Mai, einem Brückentag, wurden fünf Ehen geschlossen“, erzählt Rimpfl. Damit sei das der Tag mit den meisten standesamtlichen Hochzeiten. Die Standesbeamtin betont aber auch, dass an normalen Tagen sowieso nur drei bis vier Hochzeiten stattfinden können. „Natürlich gibt es auch mal mehr Anfragen für einen bestimmten Tag, die dann nicht alle angenommen werden“, erklärt sie. Vorzugsweise heiraten Paare in der Region ihr zufolge freitags.

Dieses Jahr kann Rimpfl außerdem erstmals Bilanz zu einem neuen Gesetz ziehen, das am 1. November 2024 verabschiedet wurde. Das sogenannte Selbstbestimmungsgesetz ermöglicht es Menschen, die ihr Geschlecht ändern wollen, das zu tun. Und zwar ohne dass vorab wie früher zwei psychiatrische Gutachten eingeholt werden und das Gericht entscheiden muss.

Diese neue Chance wurde auch in Wasserburg genutzt, wie Rimpfl erzählt. „Anfangs kamen direkt drei oder vier Leute ohne Termin, um ihr Geschlecht ändern zu lassen“, sagt sie. Über die Zeit habe sich das verlaufen und alle paar Monate habe sich wieder jemand gemeldet.

„Betroffene müssen ja zuerst bei uns vorsprechen, haben dann noch einmal drei Monate Bedenkzeit und erst dann wird die Anpassung final geregelt“, erklärt die Standesbeamtin. Insgesamt nutzten neun volljährige Personen das neue Gesetz. Aber auch zwei Kinder, die jünger als 14 waren, seien mit ihren Eltern gekommen, um die Anpassung des Geschlechts vorzunehmen.

Anders als bei den Hochzeiten, gab es bei den Geburten einen Zuwachs: 2023 kamen insgesamt 857 Kinder zur Welt, 2024 waren es 897. Also 40 Geburten mehr als im Vorjahr. Rimpfl zufolge muss das Standesamt für alle Kinder, die etwa im Romed-Klinikum Wasserburg zur Welt kommen, die Geburtsurkunde ausstellen. „Die Eltern können natürlich auch aus Rosenheim oder Mühldorf sein“, erklärt Rimpfl. Auch Mehrlingsgeburten gebe es hier hin und wieder. Genau kann Rimpfl es nicht sagen, doch „vom Gefühl her sind es drei- bis fünfmal pro Jahr Zwillinge“, sagt sie. Drillinge habe es ihres Wissens nach hier noch nicht oder schon lange nicht mehr gegeben.

Ein Großteil der Neugeborenen, 486 an der Zahl, bekam nur einen Vornamen. 384 Kinder erhielten von ihren Eltern zwei Vornamen, 24 bekamen gleich drei. Allerdings gibt es sogar Kinder mit mehr als drei Vornamen: 2024 waren es zwei, 2023 ebenfalls.

Das Standesamt weiß auch, was die beliebtesten Vornamen bei Babys sind. In den Top Ten tauchen hier altbekannte wieder auf. 2023 war der beliebteste weibliche Vorname Antonia und wurde zehnmal vergeben. 2024 musste Antonia auf den zweiten Platz weichen, Sophie steht nun an erster Stelle. Insgesamt 15-mal wurde der Name vergeben. Den Namen Antonia haben heuer elf Mädchen bekommen. Darauf folgen Emma, Anna, Helena, Amelie, Eva, Leni, Luisa und Magdalena.

Drei Bubennamen
an der Spitze

2023 war der männliche Vorname Xaver einsamer Spitzenreiter, 15-mal ausgewählt. Darauf folgte Felix mit insgesamt 13 Nennungen. Im Jahr 2024 hingegen musste Xaver weichen, liegt mittlerweile auf Platz 14 in der Rangliste. Stattdessen befindet sich Emil jetzt an der Spitze. Elfmal wurde der Name vergeben, genauso wie Felix und Jakob. Darauf folgen Simon, Johannes, Jonas, Julian, Kilian, Lorenz und Anton. Bei den zweiten Vornamen sind ganz klassisch Maria für Mädchen (16-mal vergeben) und Josef für Jungen (12-mal) gefragt.

In den vergangenen Jahren traten bereits einige Anwohner aus dem Wasserburger Land aus der Kirche aus. „Das machen immer noch sehr viele“, betont Standesbeamtin Rimpfl. Auch, wenn die Zahl aus 2023 von 530 Austritten und 510 im Jahr 2024 auf aktuell 370 gesunken sei, reiße der Strom nicht ab.

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