„Gars Control Junior“ auf Weltmeisterkurs

von Redaktion

Gymnasiasten nehmen an der „World Robot Olympiad“ in Singapur teil

Gars – „So ganz kann ich es immer noch nicht glauben, dass wir am 24. November schon nach Singapur fliegen!“, sagt Manuel Seider, mit 13 Jahren der Benjamin der Gruppe, wobei Jakob Kern und Kilian Huber mit 14 beziehungsweise 15 Jahren auch nicht viel älter sind.

Dementsprechend treten sie beim Wettbewerb auch in der Kategorie „RoboMission Junior“ an – wie noch weitere 112 Teams aus der ganzen Welt.

Ein Mega-Event in
prominenter Kulisse

Insgesamt nehmen bei dem Mega-Event im Rahmen der „World Robot Olympiad“ (WRO) in allen Kategorien 594 Teams aus 91 Ländern und damit über 1500 Aktive teil. Mit den Coaches, den Jurymitgliedern, Schiedsrichtern und so weiter werden es über 3000 Personen sein, die im Convention Center unter dem Singapurer Nobelhotel Marina Bay Sands zusammenkommen.

Es ist mit seinen drei oben verbundenen Hochhaustürmen eines der zentralen Wahrzeichen der Stadt, man wird also an höchst prominentem Ort im Wettkampf gegeneinander antreten. Deutschland wird mit insgesamt zwölf Teams vertreten sein, davon zwei aus Bayern – und eines davon aus Gars. Die etwa 100-köpfige deutsche Delegation wird einen Tag vor dem Wettbewerb noch einen gemeinsamen Ausflug machen.

Mit dieser Perspektive geht der Puls im Team nun doch schon etwas schneller, wie alle gerne zugeben. Wobei schon jetzt klar ist: Egal, wie man dort abschneidet, es wird eine ganz herausragende und unvergessliche Erfahrung sein, sind sich alle einig. Und um sich zu akklimatisieren und den Jetlag durch sieben Stunden Zeitunterschied möglichst gut wegzustecken, reist man schon zwei Tage vor dem Wettbewerb an, der am 27. und 28. November stattfinden wird.

Ist der erste Tag noch Roboter-Übungsfahrten zum Eingewöhnen gewidmet, geht es am zweiten dann zur Sache: Am Morgen finden die „Roboraces“ auf dem international normierten Hindernisparcours statt, auf die man sich schon zu Hause akribisch vorbereitet hat, um möglichst viele Punkte zu holen. Nicht zuletzt an zwei Tagen in den Allerheiligenferien hat das Garser Team das perfektioniert.

Entscheidend wird aber wohl der Nachmittag sein, denn es gilt, auf dem bekannten Spielfeld neue Aufgaben zu lösen, das heißt, man muss seinen Roboter entsprechend modifizieren. Auch darauf haben sich die drei von „Gars Control Junior“ vorbereitet, indem sie ihren Roboter so konstruiert haben, dass er nicht nur die Pflichtaufgaben möglichst optimal lösen, sondern mit einem breiten Spektrum neuer Aufbauten möglichst einfach und schnell für die Kür umgerüstet werden kann, berichten die Teammitglieder.

Inneren Kompass
auf null gesetzt

Was bei den zahlreichen Testläufen dem Beobachter auffällt: Wiederholt fährt der Roboter rückwärts relativ heftig gegen die Bande, sodass er mit dem Heck dort plan anliegt. „Der Roboter setzt dadurch sozusagen seinen inneren Kompass wieder auf null, weil er dann exakt im rechten Winkel weiterfährt“, erfährt der fragende Laie von Jakob. Alles klar, oder? Ebenso klar zu erkennen ist auch, mit welcher enormen Akribie alles zusammengebaut und ausgetüftelt wurde, damit zum Beispiel eine der aufzunehmenden Lasten exakt an einem winzig kleinen Noppen an genau definierter Stelle hängen bleibt. Und wo die Gefahr bestand, dass sich Bauteile konstruktionsbedingt verdrehen und so der exakte Arbeitswinkel nicht mehr stimmen könnte, hat man diese durch fixe Bauteile aus dem 3D-Drucker ersetzt, berichtet das Team. Das sei durchaus erlaubt, denn wie und woraus man den Roboter baue, sei weitgehend freigestellt. Ein Baukastensystem habe allerdings durch seine Flexibilität große Vorteile, wenn es darum gehe, die unbekannten Überraschungsaufgaben zu lösen.

In wenigen Tagen heißt es Daumen drücken für das junge Garser Team, denn bei allem vorherigen Einsatz und noch so vielen Probeläufen: Eine Portion Glück gehört am Ende auch dazu, dass alles mit der gewünschten Präzision abläuft, entscheiden doch immer wieder nur Millimeter darüber, ob es klappt oder nicht, so die Erfahrung am Gymnasium Gars. Es gehört seit Langem zu den erfolgreichsten Bildungseinrichtungen im Bereich Robotik. Teilnahmen an Weltmeisterschaften sind hier keine Seltenheit.

Artikel 1 von 11