Griesstätt – Eine große Trauergemeinde nahm Abschied von Rosa Bachleitner beim Seelengottesdienst und anschließender Beerdigung. Pfarrer Andreas Kolb schaute beim Gottesdienst zurück auf das Leben der Verstorbenen in Trauer, aber vor allem auch in Dankbarkeit für alles, was die Trauenden gemeinsam mit ihr, mit „eurer Mutter, Oma, Freundin erleben durften“.
Geboren wurde die Verstorbene am 3. Februar 1940 in Ebnat bei Frasdorf als Tochter von Hans und Anna Wollschlager. Gemeinsam mit ihren acht Geschwistern wuchs sie dort auf einem kleinen Bauernhof auf und besuchte die Schule in Frasdorf. Als Kinder hatten sie nie viel, hatten aber vielleicht gerade auch deswegen ein sehr gutes und starkes Verhältnis zueinander.
Nach der Schulzeit arbeitete Rosa in verschiedenen Anstellungen, unter anderem auch in einem Fotogeschäft in Aschau. Über die Arbeit dort lernte sie auch ihren späteren Mann Josef kennen. Dieser arbeitete als Maurer auf einer Baustelle gegenüber. So kamen die beiden ins Gespräch, lernten sich kennen und lieben.
Am 25. Mai 1968 schlossen sie in Frasdorf den Ehebund. Gemeinsam wohnten sie zuerst in Rott, anschließend in Moosham, in Holzhausen und zuletzt in Streifl bei Griesstätt.
Mit vier Kindern war die Ehe gesegnet, mit Rosmarie, Thomas, Manfred und Christine. Ein besonders harter Schlag für die Verstorbene war der Tod ihrer Tochter Rosmarie im Alter von nicht einmal zwei Jahren. Dennoch ließ sie sich nicht davon abhalten, ein arbeitsreiches und erfülltes Leben zu führen. Auch hier arbeitete sie in verschiedenen Anstellungen, fertigte Elektronikbauteile und Dekosträuße, arbeitete in der Küche beim Jägerwirt und als Reinigungskraft im Behandlungszentrum Vogtareuth.
Wichtig war ihr aber immer, dass sie genug Zeit für die Familie hatte. Sehr gerne und viel kümmerte sie sich um ihre Enkelkinder Daniel, Lena, Benedikt, Vitus und Luisa. Gerne passte sie auf sie auf. Aber auch ihre eigenen Hobbys führte sie weiter. Rosa bastelte gerne, kümmerte sich voller Liebe um ihren Garten und versorgte die ganze Familie mit Tomaten, Gurken und vielem mehr. Früher hatte sie gemeinsam mit ihrem Sepp eine kleine Vogelzucht mit Wachteln, Sittichen und Fasanen. Tiere waren ihr immer eine besondere Liebe.
Ihre Lieblingsleidenschaft war jedoch das Stricken. „Das Bild von eurer Mama und Oma mit den Stricknadeln in der Hand wird euch bestimmt im Kopf bleiben“, so der Geistliche. Mit Socken versorgte sie auch alle. Auch Loiferl strickte sie für die Trachtler des Griesstätter Trachtenvereins und für die Musiker der Griesstätter Musikkapelle. Die Stricknadeln und Rosa gehörten einfach zusammen. Gerne war sie mit „ihren“ Strickerinnen beisammen. Sie war da so etwas wie die Vorsitzende, war sie doch schließlich die Älteste. Gerne unternahm sie auch Wochenendausflüge mit dem Bus und war auf so manchen Bergen in der Umgebung. Das Kegeln war ihr früher eine liebe Leidenschaft, so lange es gesundheitlich ging.
Das Leben wurde für Rosa ungefähr zu dem Zeitpunkt beschwerlicher, als ihr Mann Josef im Jahr 2019 plötzlich starb. Rosa hat das hart getroffen und nahm sie schwer mit. Von da ab ging es gesundheitlich bergab. Gerade zuletzt kamen auch immer wieder Operationen hinzu. Trotzdem konnte sie sehr lange zu Hause wohnen, besuchte immer noch gerne die Altennachmittage und war viel zu Fuß unterwegs, zum Schluss auch mit dem Rollator. Es war ihr immer ein Anliegen, fit zu bleiben. Schließlich ging die Kraft aber doch zuneige. Nach einem Oberschenkelhalsbruch Mitte September konnte sie sich nicht mehr wirklich erholen, musste längere Zeit im Krankenhaus und auf Reha verbringen. Das Herz war so schwach, dass sich ihr Leben nicht mehr normalisierte und sie schließlich verstarb.
„Wir müssen uns von einer gläubigen und hilfsbereiten Frau verabschieden“, so Pfarrer Kolb. „Wie gerne hat sie anderen geholfen. Und wie gerne hat sie andere Menschen um sich gehabt. Sie hat schon immer darauf geschaut, dass sie jemand hat, mit dem sie sich treffen oder mit dem sie telefonieren konnte. Die Verstorbene kannte das Leben mit allen Facetten, sie kannte die erfüllenden und schönen Seiten des Lebens, aber auch die Trauer, den Schmerz, das Dunkle des Lebens. Rosa lebt in unserer Erinnerung weiter. Aber auch das ist nicht alles. Auch sie selbst lebt weiter bei Gott, im ewigen Leben“, so der Geistliche.
Die Bestattung im Familiengrab gestalteten vier Blechbläser aus Vogtareuth sowie Pfarrer Kolb mit Gebeten.ala