Reichertsheim – Nein, er habe sich das gut überlegt, doch eine zweite Amtszeit strebe er nicht mehr an, stellt Reichertsheims Bürgermeister Franz Stein für sich fest. Beim Antritt der künftigen Amtsperiode im Mai habe er 70 Jahre erreicht, und: „Sechs Jahre sind eine lange Amtszeit.“ Da wünscht sich Stein einen Nachfolger, der diese anspruchsvollen Aufgaben mit Energie und Elan angeht. Er freue sich auf seine Hobbys wie Radfahren, Tennis, Sport treiben und darauf, mehr Zeit für die Familie, vor allem die drei Enkel, zu haben. Derzeit, so fasst er zusammen, laufe es in der Gemeinde rund, ein guter Zeitpunkt zum Aufhören.
Rückblick auf eine
herausfordernde Amtszeit
Es sei eine herausfordernde Amtszeit gewesen, blickt Franz Stein zurück. Zuerst verlangte Corona das Umsetzen von staatlichen Vorgaben, Besprechungen gelangen nur mit Abstandsregeln. In diese Zeit fielen auch die Fertigstellung und im Jahr 2021 die feierliche Einweihung des neuen Rathauses. Extreme Anstrengungen im Bereich Finanzen und Personal habe auch die Beseitigung des Schadens, den die ehemalige Geschäftsführerin unter dem damaligen VG-Vorsitzenden hinterlassen hat, erfordert.
Dennoch kann Stein auch von vielem Positiven berichten. Die Zusammenarbeit innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft und des Schulverbandes sei kooperativ gewesen und habe gut funktioniert. Mit dem neu aufgestellten Verwaltungsteam mache es Freude zu arbeiten. Trotz der geringeren Gewerbesteuereinnahmen habe der Bürgermeister mit einem motivierten, engagierten und konstruktiv arbeitenden Gemeinderat viele Projekte in Angriff nehmen können, „ich bin immer gern in die Sitzungen gegangen“, erklärt Stein.
Zahlreiche Projekte in
der Gemeinde realisiert
Neben bestehenden Straßen wurden über die Flurneuordnung mit 80-prozentiger Bezuschussung viele Hofzufahrten und Gemeindeverbindungsstraßen neu asphaltiert. Etliche kleinere Baustellen zeugen vom Ausbau mit Glasfaser im gesamten Gemeindegebiet. Das sei alles nur mithilfe hoher Zuschüsse möglich.
Der Nahwärmeausbau mit den bestehenden Nutzern in der Florianstraße und neu hinzugekommenen in der bald asphaltierten Lexenbergstraße plus Erneuerung der Hackschnitzelheizung wird bald abgeschlossen. Angeschoben ist die Erweiterung des Kindergartens mit Ausbau des Obergeschosses und Anbau eines Aufzugs. Derzeit helfen Container, weitere Plätze bereitzustellen und Engpässe zu vermeiden. Auf dem Dach des Bauhofs produziert seit drei Jahren eine Photovoltaikanlage Strom für den Eigenbedarf der Kläranlage. Zuversichtlich zeigt sich Franz Stein, dass in naher Zukunft weitere Baugebiete in Ramsau und Reichertsheim ausgewiesen werden können.
Ein erfüllendes Amt
und der Blick nach vorn
Das Amt des Bürgermeisters sei sehr abwechslungsreich, anspruchsvoll und erfüllend und mit vielen bereichernden Begegnungen mit Menschen, fasst er für sich zusammen. „Für ein soziales und kulturelles Miteinander waren mir die Gespräche mit den Bürgern und die Zusammenarbeit mit den Vereinen wichtig“, erklärt Stein. Insgesamt habe ihm das Amt viel Freude bereitet, er habe auch vieles erreichen können, doch wolle er in seinem Ruhestand mehr an sich denken. Und nach mehreren krisenbehafteten Jahren laufe es derzeit wieder rund in der Gemeinde, ein guter Zeitpunkt zum Aufhören.
In der Gemeinde geht es mit Aufstellungsversammlungen der beiden Wählergruppen weiter. „Einigkeit Ramsau“ kommt am 19. November beim Fichter zusammen, die „Interessengruppe Reichertsheim“ trifft sich am 27. November beim Wirt in Reichertsheim.