Neubelebung nach 100 Jahren Stillstand

von Redaktion

Jahresversammlung der Bund-Naturschutz-Ortsgruppe Haag –Biber im Fokus

Haag – Der Biber stand im Mittelpunkt der Generalversammlung der Ortsgruppe Haag des Bundes Naturschutz. Daneben berichtete die Haager Naturschutzpionierin Judith Harrison im Gasthaus Oberndorf von einer zusätzlichen Attraktion für den Toteiskesselweg.

„Bis in die 70er-Jahre war der Biber in Bayern ausgerottet, vor allem wegen seines Fells“, referierte der Biberberater des Landkreises, Karl Günsche. Nach der Wiederansiedelung habe er einen rasanten Aufschwung genommen. Der Biber sei für das Wasser vor allem durch sein Fell bestens gerüstet. Er werde bis zu zwölf Jahre alt, habe keine natürlichen Feinde, nur das Auto.

Konflikt mit
der Landwirtschaft

Als kuriose Leistungen schilderte Günsche schließlich die Biberburg und die Biberdämme. Letztere seien für den Naturschutz sehr hoch einzustufen, da sie das Wasser filtern.

Philipp Wagner von der Naturschutzbehörde im Landratsamt betonte die Initiative der Regierung und des Bundes Naturschutz zur Neubelebung der Biber nach 100 Jahren Stillstand. Solange Reviere vorhanden seien, vermehre er sich. Sein Revier beschränke sich auf einige 100 Meter. In unserer Region finde er ein gutes Nahrungsangebot, darunter den Mais.

Im Landkreis konzentriere sich das Biberaufkommen auf die Flüsse Rott, Isen und Inn mit den daraus folgenden Gewässern. In Haag sei der Biber noch nicht so stark vertreten, so Wagner. Das „Bayerische Bibermanagement“ schütze dieses Tier nach dem Naturschutzgesetz: „Es ist verboten, ihn zu fangen, zu töten und zu stören.“ Das gelte auch für die Biberdämme.

In Konflikt gerät der Biber nach Erfahrung der Behörden hauptsächlich mit der Landwirtschaft, die im Landkreis Mühldorf vorherrsche. Dafür, unter anderem für Forst- und Flurschäden, gewähre der Landkreis Ausgleichszahlungen, allerdings in der Regel nicht für Privatpersonen. Großer Dank gelte in diesem Zusammenhang den Biberberatern: „Das ist kein einfacher Job. Die müssen meist vermitteln“, schloss Naturschutzreferent Philipp Wagner.

Eine neue, zusätzliche Attraktion für den Haager Toteiskesselweg meldete Judith Harrison, die viele Jahre den Haager Naturschutz organisiert hatte. Bei Maxau befinde sich derzeit eine Steingalerie im Aufbau. Vom Standort aus sehe man das Alpenpanorama. Eine entsprechende Tafel mit Erklärungen werde nächstes Jahr ergänzt. Das Projekt eigne sich nicht nur für Toteiskesselwanderer, sondern auch für Schulklassen.

Die Haager Ortsvorsitzende Rosmarie Pointner berichtete vom Vortrag über die Eiszeit und der Krötenzaunaktion mit vielen freiwilligen Helfern. So wurden im Landkreis 9.000 Kröten über die Straße gerettet, in Haag 200. Zum Ramadama richtete der Naturschutz die Brotzeit aus.

Neben einer Hofführung feierte man das 20-jährige Bestehen des Toteiskesselwegs. „Minimale Einnahmen, aber auch minimale Ausgaben“ errechnete Evi Thanner für den Kassenbestand.

Kreisvorsitzender Dr. Andreas Zahn sprach der „lebendigen Haager Ortsgruppe“ seinen „herzlichen Dank“ aus.

Breite
Diskussion

Eine breite Diskussion eröffnete Bürgermeisterin Sissi Schätz mit der „angefragten Streuobstwiesenaktion“. Die Idee selber finde sie „super“. Doch wer kümmere sich darum? Ziel sei, traditionelle Apfelsorten wieder anzupflanzen. „Wir brauchen einen Kooperationspartner“, so Schätz. Eine Lösungsmöglichkeit dazu regte Helga Spiegl mit der Streuobstwiese als Schulgarten an.

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