Dr. Jürgen Hüther feiert 85. Geburtstag

von Redaktion

Von Bochum nach Rott – 30 Jahre im Gemeinderat – Sechs Jahre Zweiter Bürgermeister

Rott – Dr. Jürgen Hüther kommt ursprünglich aus dem Ruhrpott, genauer gesagt aus Bochum. Er wurde dort am 18. November 1940 geboren. Er konnte noch Volksschule und das Gymnasium besuchen, dann rief ihn nach dem Abitur der Wehrdienst. Anschließend studierte er an den Universitäten Münster und Bochum Psychologie, Soziologie, Erziehungs- und Kommunikationswissenschaft. 1973 machte er den Studienabschluss mit Promotion an der Ruhr-Universität.

1975 nach
München berufen

Eigentlich wollte er Journalist werden, aber er blieb in der Wissenschaft hängen und wurde Assistent am Institut für Pädagogik. 1975 wurde er im noch jungen Alter von 34 Jahren an die Universität der Bundeswehr München berufen und bekam dort eine neuartige Professur für Medienpädagogik mit Leitung des Universitätsmedienzentrums. Die Hüthers zogen 1976 nach Bayern und wohnten erst einmal in Ottobrunn. Aber sie suchten nach einer ländlicheren Bleibe. Die Familie bestand mittlerweile aus seiner Frau Walburga und den Kindern Inka und Moritz. Der Zufall spielte der Familie einen Immobilienteil des Oberbayerischen Volksblatts in die Hand, in dem Bungalows in Lengdorf/ Rott mit unverbaubarem Blick auf die Chiemgauer Alpen beworben wurden. Das wollten die Hüthers sich ansehen. Sie wählten den Tag, als der Maibaum aufgestellt wurde. Im Gedränge kamen sie mit zwei Rotter Originalen zusammen, dem Postboten Paul Willi und der damaligen Leichenfrau Christ Marie. Dr. Jürgen Hüther war begeistert, dass die beiden auch das eher unbayerische Skat beherrschten. Drei Monate später wohnte die Familie in Lengdorf. Das Familienoberhaupt richtete bald seinen Blick auf die Rotter Kommunalpolitik. 1980 trat er in den noch starken SPD-Ortsverband ein. 1983 erstellte er zur Rotter 900-Jahr-Feier den Film „Ein Jahr Rott“. 1986 wurde dem Film auf dem Nürnberger SPD-Bundesparteitag der Adolf-Dröscher-Preis für vorbildliche Ortsvereinsarbeit verliehen. Der Jubilar war in der Rotter SPD zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Für den Ortsverein holte er die Parteigrößen Renate Schmidt, Franz Müntefering, Hubertus Heil und Hans-Jochen Vogel nach Rott. 1985 zog er in den Gemeinderat ein und blieb dort knapp 30 Jahre, davon wirkte er sechs Jahre als Zweiter Bürgermeister.

Er setzte sich für die Konzeption und Realisation des Rotter Internetauftritts als einem der ersten im Landkreis ein. Als Sportreferent widmete er sich dem Sporthallenneubau. Als Seniorenreferent schaffte er die Gründung der Nachbarschaftshilfe und führte das Seniorensommerfest ein. Ganz ließ Dr. Jürgen Hüther der Medienbereich nicht los. Er arbeitete an der Neugestaltung des Gemeindeblattes und hatte 13 Jahre die Verantwortung für die Texte der Gemeindeverwaltung. Unter Mitarbeit des Fotografen Sepp Maierbacher schrieb er das Buch „Türme überm Tal. Rott a. Inn für Einheimische und Besucher“ und er verfasste die Imagebroschüre „Rott – mehr als ein Ort“.

Die Bewerbung für den Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ ist sein Werk, ebenso die Broschüre zur Präsentation Rotts auf der Landesgartenschau in Rosenheim. Im Juni 2021 wurde ihm die Rotter Bürgermedaille „in Anerkennung der um die Gemeinde Rott a. Inn erworbenen besonderen Verdienste“ verliehen. Dr. Jürgen Hüther ist immer noch aktiv. Er wirkt im Seniorenbeirat mit.

Er hat kaum Zeit für seine Hobbys Fotografieren und Filmen. Er liest unheimlich gerne, vor allem Biografien und Krimis. Intensiv beschäftige er sich mit Ludwig II. als tragischer Königsfigur. Was er mag, sind Weinreisen mit Verkostungen und Freunden. Und er liebt das Skatspielen und Kegeln, über 30 Jahre ist er in einem Rotter Kegelklub.

Kinder sprechen
perfekt Bayerisch

Inzwischen leben Dr. Jürgen Hüther und seine Familie schon 47 Jahre in Rott, seine Kinder sprechen perfekt Bayerisch. Nur ihm und seiner Frau gelingt es gar nicht. Wie er selbst sagt, würde es furchtbar klingen. Wer dem Jubilar gratulieren wollte, hatte Pech. Die Familie fuhr nach Bad Ischl, wo schon das österreichische Kaiserpaar Urlaub machte.

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