In Amerang laufen Planungen für die Zukunft

von Redaktion

Besonders gute Leistungen bei Bürgerversammlung ausgezeichnet – Maßvolle Baulandentwicklung

Amerang – Bei der Bürgerversammlung in Amerang sind sechs junge Schul- und Ausbildungsabsolventen für ihre besonderen Leistungen geehrt worden. Bürgermeister Konrad Linner (GLA) betonte, dass die Gemeinde stolz auf ihre erfolgreichen jungen Leute sei, die sich mit ihren guten Ergebnissen beste Voraussetzungen für ihren weiteren beruflichen Werdegang geschaffen hätten. Geehrt wurden Hanna Buschek (Fachabitur 1,5), Ronja Löw (Mittlere Reife 1,0), Verena Sigl (Mittlere Reife 1,4), Jonas Kloos (Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker 1,0), Bastian Singer (Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker 1,0) und Simon Berghammer (Ausbildung zum Elektroniker 1,1).

Baulandentwicklung
Schwerpunkt

Weitere Schwerpunkte der Versammlung waren die Baulandentwicklung und die laufenden Erschließungsmaßnahmen, die notwendig sind, um der steigenden Nachfrage nach Wohnraum gerecht zu werden. Bürgermeister Linner betonte, dass die Gemeinde weiterhin auf eine maßvolle und nachhaltige Entwicklung setze. Der Bürgermeister erinnerte daran, dass der Gemeinderat bereits 2020 im Rahmen des Gemeindeentwicklungskonzepts eine klare strategische Entscheidung getroffen habe: Neue Bauflächen sollen ausschließlich in den Hauptorten Amerang, Evenhausen und Kirchensur ausgewiesen werden.

Ein zentraler Grundsatzbeschluss sieht vor, dass mindestens 50 Prozent möglicher Wohnbauflächen zunächst von der Gemeinde erworben und anschließend nur schrittweise veräußert werden. Dieses Vorgehen soll eine geordnete, nachhaltige und sozial ausgewogene Entwicklung ermöglichen.

Zudem verfolgt die Gemeinde das Ziel einer flächensparenden Planung. Konkret bedeutet dies, dass Baugrundstücke für Eigenheime überwiegend für Doppel- und Reihenhäuser ausgewiesen werden. Freistehende Einfamilienhäuser sollen seltener entstehen. Ergänzend setzt die Gemeinde verstärkt auf Geschosswohnungsbau mit Wohnungsgrößen unter 90 Quadratmetern. Damit reagiert sie auf die demografische Realität, wonach mehr als die Hälfte der Haushalte in Amerang aus ein bis zwei Personen besteht.

Ein Blick auf die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte unterstreicht die Dynamik im Wohnungsbau: Zwischen 1994 und 2000 entstanden 73 Wohngebäude mit 156 Wohnungen und einer Gesamtwohnfläche von 15.140 Quadratmetern. In den Jahren 2001 bis 2020 kamen 202 Gebäude mit 523 Wohnungen und 51.400 Quadratmetern hinzu. Die Wohnfläche pro Einwohner stieg im gleichen Zeitraum von 44,1 auf 58,2 Quadratmeter. Mittlerweile haben sich die gesetzlichen Vorgaben für die Baulandentwicklung deutlich verschärft. Der vorgeschriebene „Wohnbauflächen-Bedarfsnachweis“ begrenzt den anerkannten Flächenbedarf der Gemeinde bis zum Mittwoch, 31. Dezember 2036, auf maximal 9,4 Hektar. Dies entspricht Wohnraum für rund 380 zusätzliche Einwohner und etwa 200 Wohneinheiten. Bereits eingerechnet sind dabei die aktuellen Baugebiete in Kammer und Kirchensur. Vor diesem Hintergrund hat für Amerang eine flächensparende Entwicklung weiterhin oberste Priorität.

Im Baugebiet Evenhausen Ost wurden überwiegend Doppel- und Mehrfamilienhäuser errichtet. Die bereits veräußerten Grundstücke sind weitgehend bebaut, und die Einwohnerzahl stieg um 59 Personen. Nach Abschluss der Bebauung wird ein Zuwachs von etwa 90 Personen erwartet. Weitere Grundstücksverkäufe sind derzeit jedoch nicht geplant.

Förderstätte
geplant

Auch im Baugebiet Kammer setzt die Gemeinde auf eine dichte und effiziente Bebauung. Aktuell entstehen dort zwei Einfamilienhäuser und vier Doppelhaushälften. Bereits fertiggestellt wurden ein Mietobjekt der GWG mit 33 Wohn- und drei Gewerbeeinheiten, ein Reihenhaus mit vier Wohneinheiten sowie ein Wohngebäude mit sechs Wohnungen. Bisher sind 89 neue Bewohner, überwiegend aus der Region, zugezogen. In Kirchensur sollen im ersten Bauabschnitt fünf Doppelhäuser, vier Einfamilienhäuser und zwei Mehrfamilienhäuser entstehen. Die Vergabe der Grundstücke ist für das Frühjahr 2026 vorgesehen. Nach vollständiger Bebauung wird Wohnraum für etwa 60 Personen geschaffen. Darüber hinaus befindet sich eine kleinere Erweiterung im Schlossfeld Süd in Vorbereitung. Ein besonderes Projekt entsteht im „Vodermaier-Garten“. Dort hat die Stiftung Attl ein Grundstück über ein Untererbbaurecht gesichert. Geplant sind vier Wohngruppen mit insgesamt 24 Plätzen sowie eine Förderstätte für drei Gruppen mit 18 Plätzen – ein wichtiger Beitrag zur sozialen Infrastruktur der Gemeinde. Der Bürgermeister berichtete weiter, dass sich die Bevölkerungsstruktur deutlich verändert habe. Bis zum Dienstag, 31. Dezember 2024, sei insbesondere die Zahl der Kinder stark gestiegen: Von 3.739 Einwohnern waren 563 unter 15 Jahren – ein klarer Hinweis auf die Attraktivität der Gemeinde für junge Familien. Bei Gewerbeflächen bleibt die Gemeinde zurückhaltend.

Baureife Flächen stehen aktuell nicht zur Verfügung; neue Flächen werden ausschließlich für den konkreten Bedarf ortsansässiger Betriebe ausgewiesen. Diese Unternehmen bilden das wirtschaftliche Rückgrat Amerangs und schaffen derzeit 1.664 Arbeitsplätze. Im vergangenen Jahr erzielten sie einen Umsatz von rund 650 Millionen Euro.

Auch der Hochwasserschutz bleibt ein wichtiges Thema. Mit den entsprechenden Fachstellen habe es viele Gespräche über geeignete Maßnahmen zur Optimierung des Surer Bachs und des Ameranger Dorfbachs gegeben. Bisher habe sich jedoch noch keine Variante herauskristallisiert, die förderfähig sei, informierte Linner. Man bleibe an den Themen dran, versicherte er.

Kreisverkehr
wird kommen

Der lang erhoffte Kreisverkehr im Kreuzungsbereich der B304 bei Stephanskirchen wird kommen. Darüber informierte Bürgermeister Konrad Linner bei der Bürgerversammlung. Bei den Anliegergesprächen habe es keine Einigung über Zufahrtsregeln gegeben. Eine Variantenplanung wurde beauftragt.

Laut aktuellem Planungsstand soll der Kreisverkehr im Durchmesser 40 Meter betragen, um den Grundstückseingriff möglichst gering zu halten. Ein fünfter Arm ist vorgesehen, um die Erschließung der Hausnummer Streit 9 zu sichern. Nach finaler Absprache mit den Grundstückseigentümern ist die Umsetzung für das zweite Halbjahr 2026 geplant.

Artikel 10 von 11