Schnaitsee – Es war ja eigentlich schon eine Enttäuschung, wenn man die leider nur wenigen, es dürften knapp 50 gewesen sein, Besucher im großen Festsaal der „Taverna Ägäis“ betrachtete.
Die Infoversammlung über die bevorstehende Sanierung der Schnaitseer Wasserversorgung mit dem Neubau der Hochbehälter am Fernsehturm und den Kosten, die vom Wasserbezieher getragen werden müssen, betraf eigentlich jeden Bürger. Und zwar genau da, wo es den meisten am stärksten wehtut – beim Inhalt des Geldbeutels. Diejenigen, die gekommen waren, wurden ausgiebig von Bürgermeister Thomas Schmidinger informiert.
Die wichtigste Info gab es gleich vorab: Die Gemeinde hat sich im Rat einstimmig für eine Mischform der Finanzierung aus einer Kombination über die Gebühren (30 Prozent) und einem Verbesserungsbeitrag (70 Prozent) entschieden. So werden die Kosten über einen längeren Zeitraum hinweg erhoben.
Ab dem 1. Januar 2026 steigt der Preis für 1000 Liter Wasser von derzeit 1,50 Euro auf 2,18 Euro. Der einmalige Verbesserungsbeitrag berechnet sich nach Grundfläche und Geschossfläche des jeweiligen Wasserbeziehers. Wie Schmidinger erfreut mitteilen konnte, wurden alle Beschlüsse im Rat nach konstruktiver Diskussion einstimmig gefällt.
Der neue Gebührensatz beinhaltet auch einen Ausgleich der bisherigen Unterdeckung. Bei den Berechnungen wird von einer Kostenschätzung in Höhe von rund 2,4 Millionen Euro für den Neubau der vier neuen Hochbehälter mit je 275 Kubikmeter, die flach in der Erde liegen, ausgegangen. „Diese neue Form ermöglicht auch den schonenden Umgang mit unserem weithin bekannten Obernhofer Höhenrücken“ nannte Schmidinger einen positiven Nebeneffekt.
Zu Beginn der Arbeiten wird der alte Hochbehälter aus dem Jahr 1953 abgerissen, dann werden die vier neuen Behälter gebaut und zum Schluss der Behälter aus dem Jahr 1986 demontiert. So besteht in allen Bauphasen noch genügend Trinkwasserreservoir.
In der Diskussion wurde moniert, dass eventuell zu lange mit den Verbesserungsarbeiten und der Gebührenerhöhung gewartet wurde und dass immer auch die Grundgebühren zum reellen Wasserpreis hinzugerechnete werden müssten. Dem stimmte Schmidinger auch zu: „Aber wer will schon gerne Gebühren erhöhen.“ Für die Zukunft hat sich die Gebührenüberprüfung der Gemeinderat auf die Fahnen geschrieben.“
Am Rande ging es am Schluss noch um die Abkochverfügung des Schnaitseer Trinkwassers und die Veröffentlichungen dazu. Hier ließ sich aber der Bürgermeister keine Vorwürfe gefallen.“ Wir haben es genau nach den Vorschriften des Gesundheitsamtes gemacht und sind sogar noch erheblich darüber hinaus gegangen.“ ju