Eine Ära geht zu Ende

von Redaktion

Heimatforscher Toni Huber übergibt letzte Funde an das Museum

Wasserburg – Wenn in den nächsten Wochen die letzten Schachteln mit Bodenfunden, die Toni Huber im Laufe der Jahrzehnte gesammelt hatte, dem Museum übergeben werden, geht eine Ära zu Ende, da der aufmerksame Finder seinen Wohnsitz ins benachbarte Tschechien verlegt hat. Vor mehr als 50 Jahren hatte er die ersten Scherben von den hallstattzeitlichen Grabhügeln bei Obersteppach dem Verfasser Ferdinand Steffan, ehemaliger Kreisheimatpfleger und Leiter des Wasserburger Museums, früher vorgelegt. Seitdem beobachtete er alle Baugruben in der Altstadt und barg Unmengen an Keramik und Objekten, die in Gruben am Innufer deponiert worden waren. Gläser, Tonpfeifen, Metallstücke, Abfälle von Beinringlern und Feuersteine lieferten so einen Einblick in das Leben in der Stadt. Sein bevorzugtes Revier waren aber der Achatz- und Dreikreuzberg, wo er über 120 Silexplättchen für Steinschlossgewehre und -pistolen aufgelesen und sorgfältig kartiert hat. Darunter befinden sich aber auch Rohbrocken von Feuersteinen, welche die Frage aufwerfen, wer sie hierhin gebracht und wofür verwendet hat. Mit geschultem Blick las er an den Steilhängen des Burgstalls, wo die Schafe die Grasnarbe abgetreten hatten oder von Maulwurfshügeln die späthallstattzeitlichen und frühkeltischen Tonscherben auf, die jetzt eine Besiedlung des Platzes zwischen 600 und 300 vor Christus beweisen.

Sein Aktionsradius erstreckte sich aber weit über das Stadtgebiet hinaus: so konnten etwa im Sommer, als sein Umzug schon geplant war, mehr als 1500 Fundstücke vom Neolithikum bis zur römischen Kaiserzeit, aufgelesen bei Mettenheim, dem Museum Mühldorf übergeben werden. Restbergungen aus den Grabhügeln von Ramerberg ergänzen den Fundbestand der Wasserburger Vor- und Frühgeschichtsabteilung. Sein langjähriger Eifer und Einsatz für die örtliche Bodendenkmalpflege wird nun fehlen, aber an seinem neuen Wohnsitz hat er längst schon wieder Graphittonware eines keltischen Oppidums aufgelesen und wird dort mit Erfolg weiterhin die Felder begehen. Danke, Toni Huber!fst

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