Seit 1534 stets gut behütet

von Redaktion

Hut Knittlberger in Haag ist das älteste Hutgeschäft Deutschlands – Gedenktag für die heilige Katharina

Haag – Hut Knittlberger in Haag, das älteste Hutgeschäft Bayerns und Deutschlands seit 1534, beteiligt sich an der Hutaktion des Hutverbandes GDH. Mit dem Motto „gut behütet“ startet Renate Wortmann in die Herbst- und Wintersaison.

Zum Hutträger des Jahres kürte die Gemeinschaft Deutscher Hutfachgeschäfte (GDH) den Musiker Jan Deley aus Hamburg. Sein Markenzeichen auf der Bühne bilden Sonnenbrille und Hut, so die GDH-Vorsitzende Kirsten Reinhardt beim Überreichen des Goldhutes.

Die Verleihung des Titels „Hutträger des Jahres“ durch die Gemeinschaft Deutscher Hutfachgeschäfte e.V. (GDH) findet traditionell im Rahmen des „Internationalen Tag des Hutes“ am 25. November statt und würdigt prominente Persönlichkeiten, die eine Leidenschaft für Hüte, Mützen und Caps haben. „Wir haben in Gemeinschaft den Hutträger bestimmt“, teilt Renate Wortmann, Inhaberin des Hutgeschäfts Knittlberger in Haag, mit.

Einen eigenen Hutträger des Jahres in Haag wolle man nicht küren, „aber wir beteiligen uns an der Aktion.“

Der Tag des Hutes ist der Gedenktag für die heilige Katharina, wozu Renate Wortmann weiß: „Catherinettes waren in Frankreich die unverheirateten Frauen, die an diesem Tag der Katharina-Statue einen Hut aufsetzen und selber einen tragen mussten.“ Da die heilige Katharina sich einer Zwangsehe widersetzt hatte, ernannte man sie unter anderem zur Patronin der unverheirateten Mädchen.

Für das Jahr 1739 belegt eine Rechnung des „Armenleute- und Leprosenhauses“ den „Hueterer“ in Haag. Das Haus gehörte früher zum „gräflichen Kasten“, dem Erbbaurecht des Grafen. 1853, nach dem Haager Brand, ist eine Walburga Pölz als Besitzerin genannt. Der Hutmacher Karl Jungwirth heiratete kurz darauf die Bäckerstochter Franziska Wimmer, die beim „Scheicherwirt“ in Haag Dienst leistete. Die beiden hatten sieben Kinder.

Auf den Mechanikermeister Karl Ederer, der sich 1905 auch als Berufsmusiker eintrug, in Blaskapelle und Chor wirkte, folgte sein gleichnamiger Sohn, der das Hutmacherhandwerk in München gelernt hatte. Für 1933 ist ein „Hut- und Mützengeschäft“ in einer Anzeige angeführt, in der die Besitzer auch Reparaturen in eigener Werkstatt fachmännisch auszuführen versprechen. Ende des Zweiten Weltkrieges räumten die Amerikaner den Bestand des Geschäftes, einschließlich der historischen Hüte, ab. Die heutige Inhaberin Renate Wortmann berichtet dazu: „Meine Oma hat erzählt, dass sie eine Stunde Zeit hatten, um das Nötigste einzupacken und den Amerikanern das Haus freizu- machen.“

Aus München heiratete dann Alfred Knittlberger ein, der auch der heutigen Generation als Haager Hutmachername bekannt ist.

Renate Wortmann wie Tochter Regina Knittlberger sind in Haag und Umgebung dafür bekannt, stets „gut behütet“ in der Öffentlichkeit aufzutreten. xy

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