Wasserburg – In das Caritas-Altenheim „Sonnengarten“ in Edling hatte Kuratoriumsvorsitzender Diakon Georg Wimmer zur Mitgliederversammlung des Caritas-Zentrums Wasserburg eingeladen. Neben den Vertretern aus den Pfarreien des Pro-Dekanates Wasserburg konnte Wimmer auch von der Kreisgeschäftsführung Wolfgang Ehrenlechner und Verena Hinze, sowie den Wasserburger Zentrumsleiter Roland Legat begrüßen.
Nach der geistlichen Einstimmung durch Diakon Wimmer führte Gastgeber und Leiter des Hauses „Sonnengarten“, Michael Klotz, durch das moderne Altenheim, das er seit einem Jahr führt und in Trägerschaft des Caritas-Verbandes betrieben wird. Das Haus verfügt über 70 stationäre Heimplätze.
Entlastung für
pflegende Angehörige
Die Bewohner, zurzeit 69 Personen, werden von 90 Mitarbeitenden gepflegt. In der Tagespflegestation, so Klotz, werden bis zu 20 Pflegebedürftige tagsüber betreut, wodurch pflegende Angehörige eine große Entlastung erfahren. Gezeigt wurden den Versammlungsteilnehmern bei einem Gang durch das großzügige Haus die Tagespflegeräume und eine Pflegestation.
In seinem Bericht ging Kuratoriumsvorsitzender Wimmer ein auf die letztjährige Mitgliederversammlung, die in der Wasserburger Tagesstätte für psychische Gesundheit stattfand, sowie auf die Sitzungen des Kuratoriums, wobei die Mitglieder von der Kreisgeschäftsführung und vom Caritas-Zentrum ausführlich informiert wurden. Bei der Mai-Sitzung, so Wimmer, stellte sich der neue Kreisgeschäftsführer Wolfgang Ehrenlechner vor, der dann auch über die wirtschaftliche Lage des Caritas-Verbandes, der Caritas im Landkreis, und des Caritas-Zentrums informierte.
Bei einer weiteren Sitzung berichtete der Kreisgeschäftsführer über die eingegangenen Sammlungsgelder, die gegenüber den vergangenen Jahren stark zurückgegangen seien. Weiter ging Wimmer auf den Erlebnisgottesdienst zum Caritas-Sonntag ein, an dem sich die leider wenigen Besucher aktiv beteiligen konnten. Wimmer informierte die Versammlungsteilnehmer auch über die Treffen der „Arbeitsgemeinschaft für Caritas und Soziales“, über die behandelten Themen bei der Delegiertenversammlung des Caritas-Verbandes in München, sowie über verschiedene Treffen der Kuratoriumsvorsitzenden im Landkreis.
Über die finanzielle Lage der Caritas-Zentren in Stadt und Landkreis Rosenheim legte Kreisgeschäftsführer Wolfgang Ehrenlechner Rechenschaft ab. Dabei ging er auf die Ausgaben im Jahr 2024 in Höhe von fast 18 Millionen Euro ein. Besonders schwierig sei die Finanzierung bei den Kindertagesstätten und dem Sozialpsychiatrischen Dienst gewesen.
Hier werde aktuell durch Optimierung der Personalwirtschaft, Versuch einer besseren Belegung, oder auch eventuell mit der Schließung von Gruppen gegengesteuert und sowohl mit der Stadt Rosenheim im Kita-Bereich als auch mit dem Bezirk Oberbayern bei der Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen über bessere Refinanzierung verhandelt. Für das laufende Jahr 2025 rechnet der Kreisgeschäftsführer mit einer schwarzen Null zum Jahresabschluss. Weiter ging der Kreisgeschäftsführer auf die Erlöse aus den Sammlungen ein, die ausschließlich für soziale Zwecke der Pfarreien (40 Prozent) und für die Beratungsangebote des Caritas-Zentrums (60 Prozent) zur Verfügung stehen.
Auch auf die Heimschließungen in Wasserburg und in Schonstett ging Ehrenlechner ein, wobei er im Fall von Schonstett deutlich machte, dass dort zuletzt ein jährliches Defizit im hohen sechsstelligen Bereich angefallen sei und Kosten zu stemmen gewesen seien, die wie die Verkehrssicherung des zum Gelände gehörenden öffentlichen Parks nicht mit dem Auftrag eines Sozialverbands vereinbar seien.
Der Verband, so Ehrenlechner, müsse zudem den Fortbestand des Ganzen im Auge haben und die Finanzierungen für alle Einrichtungen sichern. Dabei gehe es, anders als bei Wirtschaftsunternehmen, nicht um Profitmaximierung, sondern um kostendeckendes Wirtschaften. Die verfügbaren Mittel müssten möglichst wirksam eingesetzt werden. Gerne beantwortete er Fragen zu den Themen seiner Ausführungen.
Wie bereits in den Vorjahren beschlossen die Versammlungsteilnehmer, den Kirchenstiftungen zu empfehlen, ihren Mitgliedsbeitrag in Höhe von einem Euro pro Katholik an das Caritas-Zentrum in Wasserburg abzuführen. Über die Angebote des Caritas-Zentrums Wasserburg berichtete Zentrumsleiter Roland Legat. Nach seinen Ausführungen ist die Tagesstätte am Marienplatz stets gut besucht. Neu sei das Projekt „Schwimmgruppe“, das gut angenommen werde.
Die Sozialstation könne in der ambulanten Pflege leider nur immer so viele Pflegepersonen annehmen, wie mit den noch vorhandenen Fach- und Hilfskräften zu bewältigen sei. In nächster Zeit gingen wieder langjährige Mitarbeiter in Pension, eine Nachbesetzung sei sehr schwierig, so Legat. Bei der Fachstelle für pflegende Angehörige werde oft um eine Beratung nachgefragt. Oft wünschten sich aber pflegende Angehörige jemanden für reine Hauswirtschaft, was das Zentrum aber mit Ehrenamtlichen nicht anbieten könne.
Schuldnerberatung
ausgelastet
Im Fachdienst Asyl/Migration seien vier Kolleginnen und eine ukrainische Assistenzkraft für Geflüchtete, eine Kollegin für erwachsene Migranten, die bereits länger in Deutschland leben, tätig.
Die Schuldnerberatung werde nach wie vor gebraucht und sei stets gut ausgelastet, ebenso die Erziehungsberatung und die Soziale Beratung. Weiter berichtete Legat über die Arbeit der Gemeindecaritas und der ARGE für Caritas und Soziales.