Obing – Das Sterben ist in unserer modernen Gesellschaft nach wie vor ein Tabuthema, doch in Obing wird es aktiv entstigmatisiert.
Ein großer Erfolg war die kürzlich im Bürgertreff stattfindende Veranstaltung, bei der zum zweiten Mal der „Letzte-Hilfe-Kurs“ angeboten wurde.
Organisiert wurde die Veranstaltung vom Quartiersmanagement der VG Obing. Susanne Butkewitz hat in Kooperation mit dem Ambulanten Hospizdienst der Caritas Traunstein dazu eingeladen.
Die Initiatoren möchten das Wissen über das Lebensende wieder in die Mitte der Gesellschaft tragen und Ängste im Umgang mit dem Tod abbauen.
Der Kurs richtet sich an alle, die sich in ihrem persönlichen Umfeld mit dem Sterben konfrontiert sehen, sei es bei Angehörigen, Freunden oder Nachbarn. In einer offenen und warmherzigen Atmosphäre vermittelten die Referentinnen Anna Riemer, eine erfahrene Palliativ-Pflegefachkraft und Einsatzleiterin des Ambulanten Hospizdiensts der Caritas, und Walburga Schallinger, examinierte Krankenschwester und Hospizbegleiterin im ambulanten Hospizdienst der Caritas, wichtiges Grundwissen.
Im Fokus standen vier Themen: Das Sterben als Teil des Lebens zu verstehen, mögliche Leiden zu erkennen und zu lindern sowie die Auseinandersetzung mit ethischen Fragen und der Vorsorgeplanung. Die Teilnehmer lernten einfache Handgriffe und praktische Tipps, wie sie sterbende Menschen in dieser letzten Lebensphase unterstützen und ihnen beistehen können. Es ging dabei nicht um medizinische Behandlung, sondern um Nähe, Trost und die Linderung von Unsicherheiten.
Mit Anne Riemer und Walburga Schallinger konnte der Bürgertreff zwei Expertinnen nach Obing holen, die nicht nur Wissen vermittelten, sondern auch Geschichten erzählten, die zum Nachdenken anregten. So erläuterte Walburga Schallinger den Teilnehmern, „dass man nicht stirbt, wenn man nicht mehr isst, sondern dass man nicht mehr isst, weil man stirbt“. Im kommenden Jahr soll es eine Wiederholung des Kurses geben.