Schnaitsee – Wie bereits in der vorherigen Sitzung vom 27. Oktober gab es in Schnaitsees Gemeinderat auch diesmal eine Diskussion zur Bauweise des neu zu errichtenden Kinderhauses. Das beauftragte Planungsbüro Kessner aus Waldkraiburg tendiert zu einem Massivholzbau, auch weil man eine mögliche Förderung über das bayerische Holzbauförderprogramm mit einbeziehen möchte.
Zahlen nochmals
aktualisiert
Bei einem Abstimmungsgespräch mit Architekt Johannes Kessner, Bürgermeister Thomas Schmidinger und den Gemeinderäten Christian Sewald und Günther Edlmann wurden die Zahlen nochmals aktualisiert. Aber auch mit der neuen Kalkulation ergab sich für die meisten Gemeinderäte kein klares Bild. In der Diskussion ergaben sich verschiedene Blickwinkel auf die Kalkulationen, der Kostenansatz vom Massivziegelbau wurde noch während der Sitzung nach unten korrigiert.
Erschwerend kommt hinzu, dass eine Förderung über das Holzbauförderprogramm BayFHolz keineswegs sicher ist. Der aktuelle Fördertopf ist leer, ob der Topf wie eigentlich geplant wieder aufgefüllt wird, ist noch unsicher.
Im Gremium wurden dann einige Aspekte wie Art der Dämmung, Gestaltung der Außenfassade, CO2-Bilanz der Baustoffe im gesamten Lebenszyklus sowie die Abhängigkeit von der Witterung während der Bauphase abgewogen. Letzteres war eine konkrete Frage von Marco Anstötz, da die geplante Bauzeit von Mitte 2026 bis Ende 2027 Arbeiten auch in der Winterzeit vorsehen. Da die Kosten für eine parallele Planung von jeweils Ziegelbau und Holzbau als zu kosten- und zeitintensiv bewertet wurden, schlug Thomas Schmidinger eine hybride Bauweise vor. Mauerwerk im Erdbereich aus Beton, sonstiges Erdgeschoss im Ziegelbau und ab erstem Obergeschoss Weiterführung in Holzbauweise. Hier konnten die meisten Gemeinderäte mitgehen, mit einem Ergebnis von 11:6 Stimmen gab es eine deutliche Mehrheit dafür.
Einstimmig wurde dagegen der Erhöhung der Folgefinanzierung der Tourismusförderung im Chiemgau zugestimmt. Seit 2009 gab es hierzu keine Anpassung mehr, Ende 2025 laufen die aktuellen Vereinbarungen aus.
Die Kosten für die einzelnen Kommunen berechnen sich als Umlagebetrag aus den Übernachtungszahlen der Vergangenheit. Da die Gemeinde Schnaitsee hier eher überschaubare Zahlen liefert (im Betrachtungszeitraum von zwölf Monaten waren es 693 Übernachtungen), sind auch die Kosten recht überschaubar.
Je Übernachtung ist nun ein Beitrag von 15 Cent zu leisten, also knapp 104 Euro jährlich.
Mit dem Geld aller Gemeinden und Städte werden zentral Angebote und Dienstleistungen finanziert. Zu nennen sind hier unter anderem die Digitalisierungsoffensive beim Buchungssystem, Marketingkampagnen, Ausarbeitung von Rad- und Wanderwegen und viele Projekte mehr.
Aufgrund der anstehenden Investitionen im Bereich Wasserversorgung und Abwasserentsorgung der Gemeinde Schnaitsee wurden nun die Beiträge und Gebühren in den jeweiligen Satzungen angehoben. Die Besprechung der einzelnen Beträge wurde bereits in einer vorherigen Gemeinderatssitzung erörtert. In der Entwässerungssatzung, aktueller Stand vom Januar 2023, wurde die Gebühr für einen Kubikmeter Abwasserentsorgung von 3,19 Euro auf 3,66 Euro angehoben. Auch die Grundgebühr abhängig vom verwendeten Wasserzähler wurde jeweils um 20 Prozent erhöht. Die Gebühr in der Wasserabgabesatzung beträgt nun je Kubikmeter Wasser 2,18 Euro, der alte Satz war bei 1,50 Euro. Um etwa zwölf Prozent wurden auch hier die Grundgebühren erhöht.
In einer ergänzenden Beitragssatzung für die Verbesserung und Erneuerung der Wasserversorgungseinrichtungen sollen alle Wasserabnehmer auf zwei Raten 70 Prozent der Investitionskosten beitragen.
Eine erste Rate als Vorauszahlung wird im Herbst 2026 angepeilt. Die Kosten für die jeweiligen Abnehmer vom Wasser werden anhand von Geschossflächen (3,45 Euro je Quadratmeter) und Grundstücksflächen (50 Cent je Quadratmeter) ermittelt.
Erhebliche
Instandhaltungskosten
Bürgermeister Thomas Schmidinger verwies hierbei auch auf die erheblichen Instandhaltungskosten. Alle Änderungen wurden einstimmig beschlossen.
Zum Ende der Sitzung standen noch einige Bekanntgaben des Bürgermeisters an. Das neue Fahrzeug der Feuerwehr ist eingetroffen, zudem werden aktuell die Feuerwehrbedarfspläne erstellt.