nachruf

von Redaktion

Maitenbeth – Eine große Trauergemeinde nahm in der Maitenbether Pfarrkirche Abschied von dem im Alter von 83 Jahren verstorbenen Udo Jaksch und begleitete seine Urne zur letzten Ruhestätte auf den Gemeindefriedhof.

Begleitet von Charly Miller an der Orgel, zelebrierte Pfarrerin Ruth Nun den evangelischen Trauergottesdienst in der katholischen Pfarrkirche St. Agatha und die Verabschiedung am Friedhof. Ergreifende Lieder von Linda Karl am Grab begleiteten den Abschied und berührten die anwesenden Trauergäste.

Bürgermeister Thomas Stark bedankte sich mit einer Schale für seine geleistete Arbeit als ehemaliger Gemeinderat.

Udo Jaksch wurde am 22. August 1942 in Königsberg/Ostpreußen als zweites Kind von Wally und Egon Jaksch geboren. Die Mutter war Friseurin, der Vater gilt als Soldat im Zweiten Weltkrieg seit 1944 als vermisst, seine ältere Schwester hieß Gisela.

Im Dezember 1944 musste er mit Mutter und Schwester vor den heranrückenden Russen aus dem zerbombten Königsberg fliehen und wurde zusammen mit tausenden anderen Flüchtlingen auf einem Schiff nach Dänemark in ein Flüchtlingslager gebracht, wo die Familie drei Jahre verbrachte. 1947 brachte man sie mit dem Zug nach Oberbayern und quartierte sie in Maitenbeth beim Unterkramer ein. In Maitenbeth besuchte Jaksch die Volksschule. Anschließend machte er in München eine Ausbildung zum Bauschlosser. In diesem Beruf wechselte er zur Firma HAWE, ehe er eine neue Herausforderung suchte und bei der Firma Fiat Lkw in Kirchseeon und später noch als Getränkeausfahrer tätig war. 1979 kehrte er zu HAWE zurückgekehrt und war dann bis zu seinem Renteneintritt im Jahr 2002 dort beschäftigt.

Er absolvierte die Meisterschule und wurde 1988 aufgrund seiner Qualifikation zum Werksmeister ernannt.

1963 heiratete er seine Frau Anna und verbrachte mit ihr 62 glückliche Jahre. Vor zwei Jahren feierten sie diamantene Hochzeit. Die Kinder Werner, Karin, die Zwillinge Birgit und Udo und Rainer kamen zur Welt. Sie bauten sich in der heutigen Christopherstraße ein Eigenheim und zogen 1979 ein.

Einen schweren Schicksalsschlag mussten sie 1985 hinnehmen, als Sohn Udo bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückte. 2001 verstarb seine Mutter, 2023 seine Schwester Gisela.

Viel Freude hatte Udo Jaksch immer an seinen acht Enkelkindern, die ihn sehr schätzten und gern hatten. 2023 gesellte sich eine Urenkelin dazu.

Udo war ein leidenschaftlicher Campingfan und bereiste mit seinem selbst gebauten Campingbus zusammen mit seiner Frau, öfter auch mit seinen Enkelkindern, Länder in Europa, insbesondere Griechenland und Kroatien.

Er war immer ein lustiger und lebensfroher Mensch und suchte den gesellschaftlichen und unterhaltsamen Umgang mit Freunden, Nachbarn und Verwandten. Er tanzte und sang mit Leidenschaft und liebte es, Feste aller Art zu feiern. Udo Jaksch war von 2000 bis 2008 Gemeinderatsmitglied und von 2003 bis 2007 Vorstand des Obst- und Gartenbauvereins Maitenbeth.

Nach einer Hautkrebs-Diagnose im Jahr 2016 musste er sich mehreren Operationen unterziehen und er hatte mit neurologischen Einschränkungen zu kämpfen, seine Beweglichkeit wurde immer problematischer. Nach einer erneuten Hautkrebs-Diagnose Anfang diesen Jahres verschlechterte sich sein gesundheitlicher Zustand trotz intensiver Behandlungen und Infusionen immer mehr und nahmen ihm viel Kraft, Energie und Lebensfreude. Trotzdem kam sein Tod für alle völlig unerwartet.rl

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