St. Wolfgang – Für St. Wolfgangs Bürgermeister Ullrich Gaigl kommen die aktuellen farbenfrohen Bilder der Malerin Kathrin Johanna Schneider im Rathaus gerade recht. In der dunklen Jahreszeit sei das ein willkommener Kontrast, über den er sich sehr freue. Bereits zum zweiten Mal stellt die Malerin aus Lappach an diesem Ort ihre Bilder aus.
Bei der Vernissage brachte der Bürgermeister das historische Rathausgebäude mit den aktuellen Bildern in Verbindung. Warum fühle man sich in älteren Gebäuden auf Anhieb wohl, fragte er und bescheinigte als Handwerksmeister den früheren Bauherren „ein Gespür für Dimensionen, etwa für den Goldenen Schnitt“. Auch der Malerin sei es ein Anliegen, für die jeweilige Wand das optimale Bild zu finden. „Du nimmst stets verschiedene Größen mit, denn nicht jedes Bild wirkt an jeder Wand gleich.“ Doch auch der Inhalt überzeuge ihn, „für mich strahlen die Bilder Freude aus“.
Die Künstlerin selber zeigte sich erfreut darüber, „dass ich hier ausstellen darf“. Auch sei es für sie „nicht selbstverständlich, dass sich jemand die Zeit nimmt und die Bilder anschaut.“ Es sei ihr Ziel gewesen, „an den großen Wänden des alten Gemäuers die bunte Welt darzustellen.“
Ihre Bilder zeigen nichts Gegenständliches, sie geben vielmehr Eindrücke und Stimmungen wieder und wollen eigene Gedanken reflektieren. Vordergründig könnten sich die Werke aufgrund ihrer Farben und Größen primär in die jeweilige Umgebung einfügen, doch wer sich, wie vom Bürgermeister angesprochen, auf die Muße einlässt, kann darin vieles entdecken. Deutlich wird dabei, dass Kathrin Johanna Schneider die Natur mag und gerne reist. Mehrere Bilder mit harmonischen Farbverläufen symbolisieren einen Sonnenuntergang, wie im Bild „Sunshine“, bei dem die Hitze der Sonne schon fast greifbar ist. Verstärkt wird dieser Eindruck nicht nur durch die kräftigen Acrylfarben, sondern auch durch den Farbauftrag in Schichten zugunsten eines Eindrucks von Tiefe. „Green Island“ gibt Rätsel auf, ist es ein Blatt, ist da noch eine Schnecke oder beides? Auffällig ist das 80 mal 109 Zentimeter große Bild „Life is good“, das sich ausgehend von einem Zentrum vor Energie, Farbe und Bewegung schon fast bewegt. „Lombok Greens“ gibt eine Vorstellung dieser indonesischen Insel mit viel Grün, fließenden Bewegungen, Linien und Punkten wieder.
Beim Malen, so die Künstlerin auf Nachfrage, habe sie zuerst eine „grobe Vorstellung“. Vor allem der Lichteinfall spiele eine herausragende Rolle. Liege die Leinwand auf einem großen Tisch, sei es wichtig, alles andere auszublenden und sich darauf einzulassen. Durchaus ändern sich während der Arbeit auch einmal Richtung und Ausdruck.
Ihren Lebensunterhalt verdient die 38-Jährige im Vertrieb für Sportartikel. Vor vier Jahren begann ihre Laufbahn als Malerin. Da galt es, eigene leere Wände zu füllen. Eine Freundin gab ihr den Rat, das selbst zu erledigen, sie sei doch kreativ. Diesem Rat folgend hält sich die Leidenschaft für diese Art des Ausdrucks bis heute. Ausstellungen hatte sie bereits mehrere, Vorbilder in der Malerei habe sie hingegen keine, doch Anregungen finde sie ausreichend in den sozialen Medien. Sie weiß um die Wirkung ihrer Bilder und kommt daher gerne mit einer Auswahl unterschiedlicher Größen für die jeweilige Wand.
Vorerst bis Januar sind die Werke zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen. Einen Eindruck davon gibt es auf Instagram unter „art_by_johanna“, eine Kontaktaufnahme ist per E-Mail an johanna.schneider.art@gmail.com möglich. kg