Griesstätt – Mit einem umfassenden, mit zahlreichen Bildern anschaulich illustrierten Rückblick auf das vergangene Jahr gab Bürgermeister Robert Aßmus bei der diesjährigen Bürgerversammlung in der Schulturnhalle seinen letzten Rechenschaftsbericht in diesem Amt ab. Auf keinen Fall sollte der gut zweieinhalb Stunden dauernde Abend zur Wahlveranstaltung geraten, war dabei sein Anliegen. Es gehe hier nicht um politische Ämter, sondern „um uns als Gemeinschaft, wie wir Dinge anpacken und künftig gestalten könnten“, betonte er nachdrücklich.
Gute Voraussetzungen
für Wärmepumpen
Neben den Ehrungen der Schulbesten und dem Finanzbericht des Kämmerers Josef Furtner kamen auch der Seniorenbeauftragte Thomas Waldvogel, der Wasserbeschaffungsvereinsvorstand Rudolf Liedl und Architekt Eik Kammerl mit ihren Berichten zu Wort.
Bevor Aßmus bisherige Aktivitäten Revue passieren ließ, gab er traditionell einen Überblick über die Ortsdaten. So stellte er fest, dass die Einwohnerzahl aktuell um 59 auf 2.970 gesunken sei. 23 Geburten und 14 Eheschließungen seien bisher in diesem Jahr zu verzeichnen gewesen, 116 Zuzüge habe es gegeben, 194 Wegzüge stünden dem gegenüber. 24-mal sei ein Gewerbe angemeldet und 26-mal abgemeldet worden.
In diesem Zusammenhang erinnerte Aßmus an den „Bürgerservice online“ auf der gemeindlichen Homepage. Viele Anträge, Vorgänge oder Terminvereinbarungen könnten so bequem von daheim aus erledigt werden. Ebenso könnten seit Ende April bereits Passfotos für Ausweise direkt im Rathaus gemacht werden. Zudem könne auch wieder Unterstützung bei der Rentenantragsstellung angeboten werden.
Bezüglich der kommunalen Wärmeplanung sei ein spezialisiertes Ingenieurbüro beauftragt worden, das vor allem die Umsetzbarkeit berücksichtigen solle, gab Aßmus bekannt. In vier Schritten würden nach einer Bestands- und Potenzialanalyse Zielszenarien und die Entwicklung von Handlungsszenarien beziehungsweise ein Maßnahmenkatalog folgen. In der Gemeinde habe diese Bestandsanalyse ergeben, dass sich lediglich der Ortskern für eine normale Wärmeplanung eigne, die Wärmebestandsdichte für ein Wärmenetz aber sowohl für innerorts als auch im Außenbereich zu niedrig sei, so Aßmus.
Die Gemeinde selbst habe jedenfalls bezüglich eines Wärmenetzes keinen eigenen Handlungsspielraum. Da in Griesstätt aber ein relativ junger Gebäudebestand bestehe, eigne sich der gut für den Einsatz von Wärmepumpen. Biomasse sollte vor allem auch aus wirtschaftlichen Gründen älteren Gebäuden vorbehalten bleiben.
Nach aktuellen Daten zum Kindergarten, der Schule, diversen Vereinen sowie zum öffentlichen Personennahverkehr und bezüglich des Sicherheitsberichtes zeigte Aßmus in einen ausführlichen Rückblick über das Gemeindeleben anschaulich auf, dass Griesstätt eine lebendige Ortsgemeinschaft pflege, die viele Möglichkeiten zur Entfaltung eigener Fähigkeiten biete.
Nachdem Rudolf Liedl die neuesten Daten zu Wasserverbrauch, Berechnungen und Maßnahmen für die Zukunft gegeben hatte, nutzte Thomas Waldvogel noch die Gelegenheit, Tipps für Senioren zum Erkennen und der Abwehr von Trickbetrügereien zu geben.
Einen aktuellen Überblick über den geplanten „Fahrplan“ bezüglich des Eckerstadels gab dann noch Architekt Eik Kammerl. Nicht einfach gestalte sich der Umgang mit dem historischen Einzeldenkmal aus dem Jahr 1783, betonte dieser. Geld müsse man auf alle Fälle in die Hand nehmen, da auch der Zustand des beschädigten Daches keinen langen Aufschub erlaube. Als künftige Nutzungsmöglichkeit könnte man sich eventuell auch ein Kaltgebäude mit Erhalt des ursprünglichen Zustandes vorstellen, bei dem die Tenne ähnlich wie in Vergleichsbauten in Ampfing und Fürstenfeldbruck für Veranstaltungen genutzt werden könnte. Dazu müsse man noch die Gebäudestatik prüfen.
Fragen der Bürger
sind in der Bearbeitung
Da in einem solchen Gebäude dann aber keine Toiletten eingebaut werden könnten, bekäme der geplante Dorfstadel, der nach ausführlicher Prüfung nun doch mit 100.000 Euro Leader-Förderung und 150.000 Euro gemeindlichem Eigenanteil mit seiner barrierefreien Toilette gebaut werden soll, eine zusätzliche Bedeutung im Ortszentrum.
Die abschließende Fragerunde beschränkte sich dann auf das Errichten öffentlicher Ladesäulen, das Parken auf Gehwegen, das weitere Vorgehen bei der Brandruine in der Schulstraße und darauf, wer für die Einleitung zusätzlicher Industrieabwässer in die Kläranlage zahlen müsse. Die Antworten darauf endeten hierzu weitgehend mit der Feststellung, bei allem sei man aktuell dran.