Der Trend geht zur Kurzreise

von Redaktion

Wasserburg – Es ist das ideale Kurzreiseziel: Gäste aus nah und fern schätzen das kleine malerische Städtchen auf der Halbinsel für ein bis zwei Übernachtungen – ob Radtouristen, Konzertbesucher oder einfach als klassischen Städtetrip. Das belegt die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 1,77 Nächten.

Urlaub vor der
eigenen Haustür

Urlaub vor der eigenen Haustür liegt im Trend, Kurztrips werden immer beliebter. 2024 unternahmen die Deutschen knapp 88 Millionen Kurzreisen von zwei bis maximal vier Tagen. Für eine kurze Auszeit schätzen die Urlauber das eigene Land: Knapp 73 Prozent aller Kurzurlaubsreisen fanden 2024 innerhalb Deutschlands statt. Bayern galt dabei als das beliebteste Ziel. Rund ein Fünftel der Kurzreisen im Freistaat sind Städtereisen.

Davon profitiert auch die Innstadt im Kreis Rosenheim: 18.109 Gästeankünfte und 32.141 Übernachtungen verbuchten Andrea Aschauer und Monika Häuslmann aus der Touristinfo Wasserburg für 2024. Die Zahlen bewegen sich nach der Corona-Pandemie also kontinuierlich nach oben.

Bequeme Buchungen
von zu Hause

Digitale Buchungen boomen weiterhin. Die Leute wollen ihre Hotelbuchungen bequem von unterwegs aus oder daheim auf der Couch mit drei Klicks erledigt haben – ohne lange Wartezeiten. Dieser Herausforderung der Online-Buchungsmöglichkeiten hat sich die Wasserburger Touristinfo bereits erfolgreich angenommen.

Obwohl viele direkt über die Online-Kanäle buchen, booking.com ist und bleibt der „Marktriese“, weiß Aschauer: „Beim booking.com-Anteil für 2024 waren es 65 Prozent des gesamten Buchungsumsatzes über unser System.“

Auffallend: Wasserburg profitiert von saisonal wiederkehrenden Events. „Wir haben jedes Jahr speziell für die Zeit des Frühlingsfests oder auch für das Weinfest Übernachtungsfragen. Darüber hinaus ist die Eisbahn, die heuer das erste Mal wetterunabhängig ist dank Überdachung, ein Magnet für Wasserburg und die gesamte Umgebung. Von Tagestouristen profitieren mitunter hiesige Institutionen, wenn die Leute im Rahmen ihres Besuchs einkaufen, ins Keller-Kino Utopia gehen, im Badria eine Runde schwimmen oder sogar einen Friseurbesuch einkalkulieren.“ Die Hotels in Wasserburg punkten mit ihren ganz eigenen Konzepten: vom klassischen Empfangs-Service über extravagante Special-Aufenthalte bis zu einem 24-Stunden-Check-In/Out.

Ganz auf Personal verzichten und nur noch mit KI arbeiten, das unterstreicht Aschauer allerdings nicht. „Obwohl kontaktloser Aufenthalt gut angenommen wird, sind wir noch weit davon entfernt, Menschen zu ersetzen. Wir sehen es tagtäglich in der Touristinfo: Die Leute schätzen die persönliche Beratung und nehmen Ratschläge wie Erfahrungsberichte dankbar an. Viele möchten ihr Anliegen direkt an den Mann oder die Frau bringen – und nicht einer Maschine gegenüberstehen.“

Kooperationen mit
Influencern

Nicht nur Infomaterial und Broschüren wie der Wanderbegleiter in vierter Auflage oder der Parkplan sind begehrt, beim Thema Marketing spielt Social Media heutzutage eine wichtige Rolle.

Die Wasserburger Touristinfo versteht es, mit der Zeit zu gehen: Mehrere Influencer, darunter „gruenumdiewelt“, „diebrownies_“, „mapsfortwo“ und „ichspringimdreieck“ waren 2025 in Kooperation mit dem Chiemsee-Alpenland Tourismus in Bernau auf der Wasserburger Instagram-Seite zu finden. Eine „Win-Win-Situation“ für alle Beteiligten, mit deutlich mehr Strahlkraft.

Viele Motive wirken
für sich alleine

Eine halbe Stunde pro Tag plant Aschauer für die Arbeit auf Instagram ein – das schließt auch die Wochenenden und Urlaube ein. Direktnachrichten wollen beantwortet, Beiträge und Videos hochgeladen, Verlinkungen repostet werden. „Unsere Stadt ist so schön. Viele Motive wirken für sich alleine und müssen gar nicht groß in Szene gesetzt werden.“ Diese Ansicht teilen wohl auch die knapp 3.000 Follower – ob von hier oder auswärts.

Mit Spannung verfolgt Aschauer die Auswirkungen aktueller Entwicklungen, wie die Entscheidung, das Schloss Herrenchiemsee zum UNESCO-Weltkutlurerbe zu machen. Die Zertifizierung sei in ihren Augen „absolut gerechtfertigt“.

Auf der Welle
mitreiten

Aber: „Noch ist nicht abschätzbar, inwiefern das den Tourismus und Tagesausflügler in der Region beeinflusst. Wir sehen es als Chance, wenn der Chiemsee seinen Bekanntheitsgrad steigert und möchten die Welle mitreiten. Die Gefahr von Overtourism schließe ich eher aus.“ Schließlich steht ein Mega-Trend unter dem Titel „Nachhaltigkeit“, spannt Aschauer den Bogen zum Radtourismus: „Von Service und Reparatur über ganz neue Verleihstationen bis hin zu unseren flexiblen Übernachtungsangeboten ‚Bett & Bike‘ mit Radgaragen und Verpflegung – da braucht sich Wasserburg nicht zu verstecken.“

Interessant bestimmt auch für einheimische Radler: Die neue Tour „Coffee & Bike“ ist in Zusammenarbeit mit dem Chiemsee-Alpenland Tourismus entstanden und bietet Einkehrmöglichkeiten entlang des Inns, um die Kaffeespezialitäten der regionalen Röstereien zu entdecken.

Entschleunigung
mit dem Bus

Eine positive Entwicklung nimmt überdies der Bustourismus. Aschauer weiß: „Das Image hat sich gewandelt – weg von schnellen Kaffeefahrten, steht die Entschleunigung im Fokus. Die Bustouristen wollen sich Zeit nehmen, um einen Ort gezielt zu besuchen und Städte zu erkunden.“ Großer Beliebtheit erfreuen sich nach wie vor die barrierefrei gestalteten, zahlreichen Stadtführungen.

Bei einem Blick in die vage Zukunft offenbart Aschauer: „Ganz so weit voraus möchte ich gar nicht planen. Viele Projekte in Kooperation mit dem Chiemsee-Alpenland Tourismus möchten wir weiterführen und umsetzen. Ansonsten haben Bedürfnisse und Zufriedenheit unserer Gäste höchste Priorität – und die wollen wir mit persönlichem Service bestmöglich abdecken.“

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