Klima- und Artenschutz so ernst nehmen wie Pflichtaufgaben

von Redaktion

Aufstellungsversammlung der ÖDP bestimmt Kandidaten für den Stadtrat – Entwicklung zur gemeinwohlzertifizierten Gemeinde

Wasserburg – Unlängst fand in der Kinowerkstatt am Bahnhofsplatz 14 die Aufstellungsversammlung der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) in Wasserburg statt. Die Versammlung wurde zu einem eindrucksvollen Bekenntnis für nachhaltige Kommunalpolitik und demokratische Teilhabe. Bereits im Jahr 2020 gelang der ÖDP mit Christian Flemisch erstmals der Einzug in den Wasserburger Stadtrat – ein historischer Meilenstein in der lokalen Politik.

Hier
beginnt alles

Auch wenn die vergangenen Jahre von teils deutlichen Meinungsverschiedenheiten bezüglich verschiedener Themen und Krisen geprägt waren, machte die Vorsitzende des ÖDP-Kreisverbands Christine Mehlo-Plath deutlich: „Gerade in der heutigen Zeit muss man seine Stimme erheben, besonders auf kommunaler Ebene – denn hier beginnt alles.“

In seinem Rückblick auf die Stadtratsarbeit stellte Christian Flemisch seine politischen Schwerpunkte für die kommenden Jahre klar heraus. Sein Hauptanliegen sei, dass Klima- und Artenschutz in Wasserburg künftig mindestens so ernst genommen werde wie die gesetzlich vorgeschriebenen Pflichtaufgaben. Das Zentrum der historischen Altstadt solle stärker begrünt werden, um Lebensqualität, Aufenthaltswert und Klimaanpassung gleichermaßen zu verbessern. Zudem nannte Flemisch die bessere Bewerbung des Fahrradverleihsystems und der MVV-Anbindungen als zentrale Anliegen.

Die Nutzung müsse verständlicher, einfacher und niederschwelliger werden, um mehr Bürger zu klimafreundlicher Mobilität zu ermutigen. Eine vertiefte konstruktive Zusammenarbeit mit den Bürgern in allen Herausforderungen sei unerlässlich.

Große Bedeutung misst die ÖDP außerdem dem konsequenten Stopp der Flächenversiegelung zu – ein zentrales Element nachhaltiger Stadtentwicklung. Langfristig verfolgt die Partei das Ziel, Wasserburg zu einer gemeinwohlzertifizierten Gemeinde weiterzuentwickeln. Ein eigener Bürgermeisterkandidat wurde nicht aufgestellt. Flemisch persönlich sprach zwar eine Empfehlung für Herrn Wernthaler aus, betonte aber, dass jeder Kandidat frei entscheiden solle, wen sie oder er unterstützt. Dieser offene Lösungsweg entsprach auch dem Konsens der gesamten Versammlung. Zudem äußerten die Anwesenden, wie wichtig eine weitere politische Kraft und ein klarer Gegenpol seien, um den Erhalt der Schöpfung – also Pflanzen, Tiere und Menschen – voranzutreiben: „Konkurrenz belebt das Geschäft“, so der Tenor.

Im Anschluss stellten sich die Kandidaten einzeln vor. Die Stadtratsliste wurde in folgender Reihenfolge gewählt: Christian Flemisch, Alois Schrems, Cosima Sabatier, Edith Junker, Ingrid Weitl, Romana Steinwender, Andreas Rauch, Georg Rakowski, Josef Janorschke, Maria Staff, Eveline Herzinger, Elisabeth Huber und Georg Vitzthum.

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