„Demokratie wieder einen Schub verpassen“

von Redaktion

Die Grünen stellen ihre Liste für Mühldorfer Kreistag auf

Mühldorf/Erharting – Sie wollen „einen sichtbaren grünen Fußabdruck“ im Landkreis Mühldorf hinterlassen: die 60 Kreistagskandidatinnen und -kandidaten um Landratskandidatin Bianca Hegmann, die bei der Aufstellungsversammlung von Bündnis 90/Die Grünen im Gasthaus Pauliwirt nominiert wurden.

Mit viel Selbstbewusstsein gehen die Grünen im Landkreis in die Kommunalwahl. Die siebenköpfige Kreistagsfraktion ist die drittstärkste Gruppe im Gremium. An das gute Ergebnis von 2020 will die Partei laut Kreissprecher Dominik Hüller am 8. März anknüpfen. Und mitwirken, wenn in einem der am stärksten wachsenden Landkreise im Freistaat wichtige Weichen gestellt werden.

„Öffentliche Infrastruktur, ÖPNV und Wohnungsbau müssen Schritt halten und im Einklang mit den heutigen und zukünftigen Bedürfnissen stehen“, so Hüller. „Gleichzeitig müssen wir unsere Lebensgrundlagen, unsere Natur und Identität im Landkreis bewahren.“

Die Demokratie stehe unter Druck, auch hier im Landkreis, so Landratskandidatin Bianca Hegmann. Die Grünen wollen nach ihren Worten der Demokratie „wieder einen Schub verpassen“. Bei allen Großprojekten stehe deshalb die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an erster Stelle. „Erst wenn sie ihre Wünsche und Ideen eingebracht haben, kommen die Planer.“ Die Frauen sollten stärker als bisher an der Macht beteiligt werden, forderte die 46-Jährige, die sich als einzige Frau neben vier Männern um das Landratsamt bewirbt. Auf ihrer Liste spiegeln die Grünen diese Forderung konsequent wider: 29 von 60 Kandidierenden sind weiblich. Das schafft keine andere Partei im Landkreis.

Nicht zuletzt die Frauen profitieren von weiteren Zielen, die Hegmann formulierte: Eine bessere Kinderbetreuung, eine dritte Realschule im Landkreis, „endlich ein Frauenhaus“ und ein besserer öffentlicher Verkehr, der vor allem jungen wie älteren Menschen und ebenso den Mamas zugutekommt, die nicht mehr Taxi spielen müssen. „Mobilität ist Freiheit.“

Zügig leiteten Kerstin Daser, Rudi Schmidhuber und Peter Uldahl durch den Wahlmarathon. Mit großer Mehrheit wurden die Wahlvorschläge des Kreisvorstands gebilligt. Über die ersten zwölf Listenplätze wurde jeweils einzeln abgestimmt, über alle weiteren in Blöcken.

Die Kandidaten steckten bei ihrer Vorstellung ein weites inhaltliches Feld ab: vom Tierschutz über die biologische Landwirtschaft bis hin zum Ausbau von ÖPNV und sicheren Radwegen, von der Energiewende über den Klimaschutz vor Ort, die Flüchtlingshilfe und Migration bis hin zu soliden Kreisfinanzen und neuen Beteiligungsformen für junge Leute in der Kreispolitik, etwa ein Jugendkreistag.

Mit ihrer Liste decken die Grünen, deren Mitgliederzahl im Landkreis zuletzt auf 220 gestiegen sei, laut Dominik Hüller den ganzen Landkreis ab, ein breites soziales und berufliches Spektrum und alle Generationen. Die Tatsache, dass fünf Kandidierende von der Grünen Jugend kommen, kommentierte Bianca Hegmann mit den Worten: „Wir integrieren selbstverständlich Jung und Alt in unsere Listen.“ Im Unterschied zur CSU, die „eine junge Tarnliste“ aufgestellt habe.

Dass die Grünen Verantwortung für die Gestaltung der Zukunft vor Ort übernehmen wollen, zeigt laut Kreissprecher Hüller auch, dass sie nicht nur eine Landratskandidatin stellen, sondern mit Christoph Schützenhofer, Christoph Arz und Thomas Döring in den drei Städten eigene Bürgermeisterkandidaten ins Rennen schicken. 2026 werde man in mehr Kommunen Gemeinderats- beziehungsweise Stadtratslisten aufstellen können als noch 2020.

Die Kandidaten

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