„Locker mithalten, was Qualität und Geschmack angeht“

von Redaktion

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Um es gleich vorneweg zu nehmen, ich bin ein Liebhaber des Badriazzos und schätze sowohl das Musikalische der Band als auch das Kulinarische vom Partyservice Schlaipfer.

Als ich jedoch las, für die Fleischliebhaber habe er einen Lieferanten aus Brasilien gewählt, weil da haben wir ein gutes Gewissen dabei, bin ich erschrocken. Das wirkt wie eine Ohrfeige für die heimischen Fleischerzeuger. Ganz klar, sorgt der lange Transport für die nötige Fleischreife und die Qualität ist sicher auch gut. Jedoch kann ich mit Sicherheit behaupten, ein in der Region aufgezogenes Weiderind kann da locker mithalten, was Qualität und Geschmack betrifft. Viele reden vom „menschengemachten Klimawandel“ und von Regionalität und Nahversorgung, aber dieser Aspekt bleibt im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke. Rund 8.000 bis 9.000 Kilometer beträgt der Weg von Brasilien nach Deutschland Luftlinie.

Ein weiterer Punkt kommt noch hinzu, hat doch der Wasserburger Stadtrat, wenn auch mit knapper Mehrheit einen „sogenannten Klimanotstand“ ausgerufen. Das heißt, auf jeden Beschluss des Stadtrates kommt der Zusatz zur Hinterfragung der sogenannten CO2-Neutralität.

Da hätte ich doch von den Parlamentariern einen gewaltigen Aufschrei erwartet. Aber das gilt anscheinend nur für das Auto und das Heizen mit Gas oder Öl. Weil das Fleisch wahrscheinlich schon auf dem Schiff ist, oder im Kühlhaus auf den Flug wartet, freue ich mich schon jetzt auf das heimische Steak beim Badriazzo 2027.

Lorenz Huber

Wasserburg

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