Schlüssel ist jahrzehntelange Hingabe

von Redaktion

Mühldorfer Albert Patzelt besteht mit 67 Jahren die Prüfung zum siebten Dan

Mühldorf – Die höchst anspruchsvolle Prüfung zum siebten Dan (Meistergrad-Stufe) im Shotokan Karate hat der Mühldorfer Albert Patzelt mit 67 Jahren erfolgreich abgelegt. Das schaffen nur die begabtesten und fleißigsten Kampfkünstler – eine Anerkennung für jahrzehntelange Hingabe, Disziplin und Training.

Karate ist für Albert Patzelt mehr als nur ein Hobby. „Es ist eine lebensbegleitende Maßnahme“, so der Mühldorfer, der die Sportart seit seinem 14. Lebensjahr betreibt. Angefangen hat alles mit den bekannten Bruce Lee-Filmen, die in Patzelts Jugend populär waren und seine Leidenschaft für den Kampfsport geweckt haben.

Vom Schüler
zum Meister

Im Jahr 1974 gründete er gemeinsam mit Manfred Gillhuber, Herbert Woidich und Manfred Rassel die Karate-Abteilung beim TSV Mühldorf und ist seither auch als Trainer aktiv. „Das Unterrichten ist schön, aber am meisten macht es mir Spaß, selber zu trainieren.“ Und das tut der Mühldorfer viermal in der Woche.

Die Begeisterung für den Sport ist über all die Jahre geblieben. „Es ist eine Sportart, die junge und alte Menschen betreiben können, ein Einstieg ist jederzeit möglich“, erklärt der 67-Jährige. Im Alter tue Karate den Gelenken gut. „Aus Regensburg gibt es sogar Studien mit Demenzkranken, die gute Erfolge beim Merken der Karate-Folgen hatten“, weiß Patzelt.

Sahnehäubchen auf
der Karate-Karriere

Den 7. Dan erlangt zu haben, ist nun das Sahnehäubchen in der Karate-Karriere des Mühldorfers. Mehrere Jahre lang hat er sich auf diese besondere Prüfung vorbereitet, die einem Karateka sowohl in technischer Hinsicht als auch in Bezug auf mentale Stärken und Führungsfähigkeit einiges abverlangt. Drei Teile sind zu bewältigen: eine schriftliche Ausarbeitung, das Beantworten von Fragen im theoretischen Teil und eine praktische Darbietung.

Patzelt überzeugte die fünf Prüfer, die alle selbst hohe Dan-Träger und Führungspersönlichkeiten im Bayerischen und Deutschen Karateverband sind, im praktischen Teil mit der „Kata Kakuyoko“. Diese Kata (stilisierter Kampf gegen imaginäre Gegner) aus dem sogenannten „Kranich-Stil“ stellt aufgrund der enthaltenen Techniken hohe Anforderungen an den Kämpfer. „Es sind viele Bewegungen mit der offenen Hand enthalten, daher der Name Kranich“, erklärt Patzelt.

Mehr Kampfkunst als
Wettkampf

Wenn der 67-Jährige seine Folgen trainiert, ist er konzentriert und eins mit sich selbst. „Man beschäftigt sich auch innerlich mit Karate“, erklärt Patzelt. „Daher ist es für mich kein Wettkampf, sondern eine Kampfkunst.“ Einen Kampf hat er aber doch immer wieder auszutragen: „Mein Knie ist seit einem Skiunfall mit 25 Jahren kaputt“, erzählt der Mühldorfer. „Das ist immer wieder eine Herausforderung, aber durch das Training habe ich es sehr gut stabilisiert.“ In fünf Jahren könnte Patzelt die Prüfung zum 8. Dan absolvieren, denn solange beträgt die Wartezeit zwischen den einzelnen Meistergrad-Stufen. „Das habe ich aber überhaupt nicht auf dem Plan“, lacht er. „Für mich ist der 7. Dan das Höchste, was ich mir je erträumt hätte.“ Und darauf darf der Mühldorfer wirklich stolz sein.

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