Erfolge am laufenden Band

von Redaktion

Team aus Gars ist die beste europäische Mannschaft bei „World Robot Olympiad“ in Singapur

Gars – Großer Erfolg für das Robotics-Team des Gymnasiums Gars bei der WM in Singapur: Ein elfter Platz beim Weltfinale der World Robot Olympiad (WRO) in Singapur ist für das Team Gars Control Junior ein hervorragendes Ergebnis. Dies wird schon dadurch deutlich, dass bei 112 Teilnehmern aus aller Welt in der Kategorie RoboMission Junior die Garser Mannschaft im Endklassement in der Gruppe der Goldmedaillengewinner erscheint.

Das beste europäische
Team in der Kategorie

Dem kleinen Team, bestehend aus den Garser Schülern Kilian Huber (15), Jakob Kern (14) und Manuel Seider (13), gelang damit nicht nur eine Platzierung unter den besten zehn Prozent im Weltfinale, sondern Gars Control Junior war sowohl das beste deutsche als auch europäische Team in dieser Kategorie. „Ansonsten wird die Weltspitze von asiatischen Teams repräsentiert, wobei interessanterweise die zwei punktgleichen Siegerteams beide aus Malaysia kommen und mit einem Ergebnis von kaum glaublichen 496 Punkten satte 65 Zähler vor den Nächstplatzierten liegen, wie man neidlos anerkennen muss!“, so Tobias Bauer, der Coach der drei Garser Jungen. Nach den beiden Siegern findet sich ein Feld von Mannschaften, die sehr eng beieinanderliegen.

Wettbewerb
wird zum Krimi

Das Weltfinale erstreckte sich über drei intensive Tage. Zunächst stand ein kompletter Trainingstag mit Übungsläufen auf dem originalen, also weltweit gleichen Wettbewerbsfeld auf dem Programm. Hier hatte das Team Gelegenheit, noch einmal letzte Feinjustierungen an Roboter und Programm vorzunehmen.

Am ersten Wertungstag folgte schließlich der offizielle Wettkampf mit einem Mix aus vorab bekannten Aufgaben und einer Überraschungsaufgabe, die erst vor Ort vorgestellt wurde.

Gars Control Junior erwischte dabei einen nahezu perfekten Tag: Mit 206 von 216 möglichen Punkten erzielte das Team ein sehr motivierendes Spitzenergebnis. Nun wusste man, dass man die Chance hatte, ganz vorne im Feld mitzumischen. Dementsprechend aufgeregt ging man dann in den nächsten Wettkampftag, denn der brachte die sogenannte „Extra-Day-Challenge“. Hier warteten komplett neue Aufgaben, auf die sich die Teams zuvor nicht hatten vorbereiten können. Und genau dieser Tag entwickelte sich zum großen Krimi. „Absolute Hochspannung!“, wie die drei übereinstimmend berichten.

Zunächst sah alles vielversprechend aus, doch im ersten Wertungslauf lief kaum etwas nach Plan, wichtige Punkte blieben liegen, berichteten die Schüler. Das ging allerdings auch anderen Teams so, die mit einem ausgezeichneten Vortagsergebnis angetreten waren.

Nervenstärke
führt zum Erfolg

Doch jetzt kam sozusagen die „Stunde der Wahrheit“: Statt frustriert zu resignieren, analysierten die drei Garser mit enormer Nervenstärke in kurzer Zeit die Situation und optimierten die Programme und die Roboterumgestaltung.

Im zweiten und letzten Lauf zeigte der Roboter schließlich sein ganzes Potenzial: Ein starker Durchgang brachte viele Zähler ein, auch wenn am Ende noch kleine Unsauberkeiten eine noch bessere Platzierung verhinderten. Während die drei Schüler sich kurz über die verpasste Chance ärgerten, überwog bei den beobachtenden Coaches Tobias Bauer und Marco Grees schon klar die Zufriedenheit über die souveräne Gesamtleistung und nicht zuletzt der Respekt angesichts des Kampfgeistes der drei Jungen, die ja ganz auf sich allein gestellt diese Herausforderungen hatten bewältigen müssen. Und als die endgültige Abrechnung dann einen elften Platz unter den zahlreichen Weltspitzenteams brachte und man damit sogar bestes deutsches und bestes europäisches Team in der Junior-Kategorie geworden war, herrschte nur noch Freude bei allen.

Der spannende Wettkampf war aber nicht das Einzige, das diese Finalteilnahme unvergesslich machte, denn es blieb daneben auch Zeit, die in vielerlei Hinsicht exotische Gastgeberstadt kennenzulernen. Die Ausflüge im Rahmenprogramm führten das Team und seine Begleitung unter anderem an den Strand unter Palmen, zu den beeindruckenden Lichtershows der „Gardens by the Bay“, auf den „Bukit Timah Hill“ – mit 163 Metern der höchste Punkt Singapurs – und bei einer Stadtführung für die gesamte deutsche Delegation durch historische Viertel mitten hinein in das multikulturelle Leben der Metropole.

Bei allen Unterschieden
vieles gemeinsam

Was in den Berichten der drei Finalteilnehmer zudem als besonders schöne Erinnerung herausgehoben wird, sind die zahlreichen Begegnungen mit den Teams aus etwa 90 Ländern weltweit. „Es gab so eine große Offenheit den anderen gegenüber“, erzählt Jakob Kern und hebt die ganz besondere Atmosphäre in der „Friendshipnight“ hervor.

Kilian Huber äußert sich zu dem Thema auf seine Weise: Er ist im Zuge des Frankreichaustausches der Schule mit Cluses schon wieder unterwegs. Und bei allem spannenden Wettkampf, Bauen und Programmieren ist das vielleicht in diesen Zeiten das Schönste und Wichtigste: die Begegnung mit zahlreichen anderen jungen Menschen und die Feststellung, dass man bei allen Unterschieden doch so vieles gemeinsam hat.

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