Ein großer Wasserburger Schiffsmeister geht von Deck

von Redaktion

Jahrtag der St.-Nikolai-Schiffleut-Bruderschaft – Herbert Rödig zieht sich aus dem Vorstand zurück

Wasserburg – Immer am ersten Sonntag nach Nikolaus feiert die St. Nikolai-Schiffleut-Bruderschaft ihren Jahrtag. Der Tag begann mit einem Festgottesdienst in der Stadtpfarrkirche St. Jakob durch Pfarrer Bruno Bibinger, mit musikalischer Umrahmung durch die Wasserburger Turmbläser und Anja Zwiefelhofer an der Orgel. Der weltliche Teil fand beim Huberwirt am Kellerberg statt. In seiner Ansprache verwies der Vorsitzende Sebastian Weger auf die Höhepunkte des abgelaufenen Vereinsjahres. Aus seiner Sicht waren dies der Vereinsausflug am 3. Mai in die Barockstadt Schärding, mit der Fahrt auf einer Prunkplätte Richtung Passau. Und dann das 25-jährige Wiedergründungsjubiläum im Oktober im vollbesetzten Pfarrsaal St. Jakob. Der Chronist Hubert Stecher las im Anschluss eine Geschichte zum „Fritzn Sepp“ vor, dem letzten Wasserburger Schopper und Plättenbauer. Turnusmäßig alle drei Jahre standen zum Schluss die Vorstandswahlen an. Beim Vorlesen der Wahlvorschläge teilte Herbert Rödig mit, dass er aus Altersgründen nicht mehr als Beisitzer zur Verfügung stehe. Wohl wie kein anderer kennt Herbert Rödig den Inn. Als jahrelanger Leiter der Flussmeisterstelle in Wasserburg hat er den Inn mit seinen Mitarbeitern gehegt und gepflegt. Bei allen Hochwassern in Wasserburg war Herbert Rödig der unumstrittene Fachmann im Krisenteam.

Bei den Bürgerspielen in den Jahren 2000 und 2009 war er der Chef der Schiffleute. Rödig hat die Fahrten der Nikolai mit dem Wasserburger Handelsherrn Gumpelshaimer und dem welschen Adeligen geleitet und auch die Auswahl und Ausstattung der Schiffe organisiert. Für die Wasserburger Bürger und die damals Beteiligten wird die Nachstellung eines historischen Schiffszuges unter seiner Leitung ein einmaliges und unvergessenes Erlebnis bleiben.

Zum Bürgerspiel im Jahr 2000 nutzte er die Gunst der Stunde. Durch geschickte Gespräche konnte er eine Mannschaft gewinnen, die im Anschluss an das Bürgerspiel die St. Nikolai-Schiffleut-Bruderschaft wieder gründete. Diese Bruderschaft, die erstmals 1484 urkundlich erwähnt wurde, wurde 1885 mit dem Niedergang und dem Ende der Innschifffahrt aufgelöst.

Für seine Verdienste um die Schiffleut-Bruderschaft wurde Herbert Rödig bereits 2012 zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Sebastian Weger führte kurz seine Verdienste um den Verein auf und bedankte sich im Namen aller Mitglieder bei Herbert Rödig für seinen langjährigen, geschickten und engagierten Einsatz.

Bei den Wahlen wurde der bestehende Vorstand bestätigt. Vorsitzender ist weiterhin Sebastian Weger, Zweiter Vorsitzender Dr. Andreas Neuhoff, Kassenverwalter Schorsch Machl, Schriftführer Werner Altinger, Chronist Hubert Stecher, die Beisitzer sind Lotte Gröger, Rotraud Klostermaier, Hans Weiderer und als Nachfolger für Herbert Rödig wurde Sepp Christandl von den Mitgliedern einstimmig gewählt.

Die Bruderschaft hat im Augenblick 100 Mitglieder. Mit der Bekanntgabe des neuen Ziels für den Vereinsausflug am 2. Mai 2026 nach Regensburg schloss Weger den 26. Jahrtag.

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