Wasserburg – Neben der Grundschule Babensham erhielt vor kurzem auch die Grundschule Reitmehring die begehrte Auszeichnung „Umweltschule in Europa / Internationale Nachhaltigkeitsschule“ für das Schuljahr 2024/2025. Die Jury aus Vertretern des Umweltministeriums, des Kultusministeriums, der ALP und des LBV befand die in der Bewerbung aufgeführten Aktivitäten für sehr gut und zeichnete die Schule mit zwei Sternen aus.
Die Schulfamilie kooperiert in vorbildlicher Weise mit verschiedenen Partnern wie dem Gartenbauverein Reitmehring. Schulleiterin Helga Block betonte, ohne Hanni Schmid beispielsweise oder die kostenlose Zurverfügungstellung des Schulackers durch Josef Baumann wäre das alles nicht möglich gewesen.
Besonders gefiel der Jury in der Begründung der Auszeichnung, dass ein Schulacker bewirtschaftet und Hochbeete mit Hilfe der Praxisklasse der Mittelschule aufgestellt wurden. Zudem profitiert die gesamte Schulgemeinschaft langfristig von den Beeten. Mit dem Bewegungspass gelingt es sogar, einen Impuls in die Elternschaft zu geben und den Elterntaxi-Verkehr zu reduzieren. Das Projekt wurde partizipativ und mit viel Eigeninitiative der Schüler geplant und umgesetzt.
Zum Thema Nachhaltigkeit im Schulleben hat die Grundschule Reitmehring einiges etabliert, was zwei Sterne rechtfertigt, fand die Jury. Nachhaltigkeitsaspekte und Themen wie Bodenqualität, Fruchtfolge und Nährstoffkreislauf wurden und werden auch künftig dauerhaft im Unterricht altersgerecht thematisiert.
Die Schüler können dabei erfahren, wie wichtig ein respektvoller Umgang mit natürlichen Ressourcen ist. Laut Helga Block ist dieser Aspekt besonders wichtig, da angesichts eines gemischten Schülerklientels mit einem Migrationsanteil von fast 40 Prozent und vielen Kindern, die in Wohnungen ohne Balkon oder Garten leben würden, die Erfahrungen mit Erde, Pflanzen, Wachsen, Pflegen und Gedeihen so unmittelbar ermöglicht werden könnten.
Schulacker und Hochbeete stehen langfristig zur Verfügung. Zudem ist die Weitergabe von Schülerjahrgang zu Schülerjahrgang innerhalb der Jahrgangsstufe 1./2. und 3./4. festgelegt. So können alle Jahrgänge in jedem Schuljahr durch nachhaltigen Ackerbau einen eigenen Beitrag zur biologischen Vielfalt im Schulumfeld leisten. Dabei übernehmen sie mit Unterstützung von Lehrerschaft und Elternbeirat selbst für das Gelingen Verantwortung.
Dass der Elternbeirat vollständig in das Team eingebunden ist, bestätigte auch dessen Vorsitzende Dr. Ursula Winkler-Budenhofer. Sie sagte, da kämen schon eine Menge Stunden an ehrenamtlicher Hilfe zusammen, die sich aber lohnten. Die beteiligten Schüler selbst hatten und haben jedenfalls sichtlich Freude an den Arbeiten im Freien. Weil mit den Ernteprodukten in den Klassen auch gemeinsam gekocht wird, kommt noch ein weiteres Gemeinschaftserlebnis hinzu.
Dass Kartoffel-Kürbissuppe, Salat, Kräuterfrischkäse, Erdbeer-Milch-Shakes und Spaghetti mit Tomatensoße aus selbst geernteten Tomaten begeistern können, bestätigte im Pressegespräch Luisa aus der 2c. Und dass Annabelle aus der 4b eine Kartoffelsorte mit ihrem Namen auf dem Acker pflanzen und ernten konnte, wird sicher nachhaltig in Erinnerung bleiben. Der Bewegungspass befriedigte zudem die sportlichen Bedürfnisse im Schulalltag besonders, das bestätigte unter anderem Bernhard aus der 4a. Mit dabei sind sie alle auch weiterhin, wenn im Frühjahr wieder die neue Pflanzzeit beginnt. kr