Seit 70 Jahren beim Gesellenverein

von Redaktion

Haager Kolpingsfamilie ehrt Walter Glück für treue Mitgliedschaft

Haag – Bei einer Feierstunde im voll besetzten Nebenzimmer des „Taj Mahal“ ehrte die Haager Kolpingsfamilie Walter Glück für 70-jährige Mitgliedschaft. Vorsitzender Hermann Jäger sprach von einer außergewöhnlichen Ehrung für 70 Jahre Treue zum Verein und überreichte eine Ehrenurkunde mit goldener Kolpingnadel.

Die Urkunde beinhaltete den Spruch von Adolph Kolping: „Wer sich an Gott hält, den lässt er nicht fallen.“ Pfarrer Pawel Idkowiak kommentierte dazu: „Das ist schon etwas ganz Besonderes, wenn man Kolping so lange die Treue hält. Ich freue mich für unseren Jubilar.“ Dazu überreichte dem heute 87-jährigen Walter Glück, der über Jahrzehnte die Bäckerei an der Kirchdorfer Straße führte und heute in St. Kunigund lebt, Ludwig Meindl die „Philosophie auf Boarisch“.

Rückblick
auf die Anfänge

Walter Glück blickte bei dieser Gelegenheit auf die Anfänge seiner Kolpingzeit zurück: „Früher, wenn man ausgelernt hat, mit 17, ist man zum Gesellenverein gegangen.“

Zu der Zeit war er nicht in Haag, sondern zur Arbeit und Erfahrungsbereicherung in anderen Bäckereien drei Jahre lang unterwegs. Als Walter Glück nach Passau und dem Schwarzwald in Stuttgart arbeitete, lag das Kolpinghaus direkt in der Nähe. Also hat er sich den dortigen Gesellen angeschlossen: „Das Kolpinghaus hat den Jungen Anschluss und Geborgenheit gegeben. Ich möchte diese Zeit nicht missen.“

1952 war Walter Glück als Bäckerlehrling in das Berufsleben eingetreten: „Berufsschule hatten wir noch im alten Rathaussaal und im Hofgartensaal.“ Seine ersten Erfahrungen mit Gasthäusern machte Walter Glück beim Nachbarn „Schmidberger“, wo er seinem Vater beim Kartenspiel zuschaute.

Zu seiner Lehrstelle nach Regensburg fuhr er mit dem Fahrrad, ebenfalls per Drahtesel trat er seine Stelle als Bäckergeselle in Passau an. Wieder in Haag übernahm er den Vorstand der Kolpingsfamilie, für die er die Abende des „Gesellenvereins“ im „Hofgarten“ leitete.

1863 hatten sich wohl im „Hofgarten“, dem späteren Vereinslokal, 24 Gesellen zur Gründung der Haager Kolpingsfamilie zusammengefunden, darunter der Lebzelter Franz, der Nagelschmied Böhm, der Schuhmacher Schartenkirchner, der Schlosser Lau, der Lehrer Aubinger und der Hutmacher Jungwirth. Als Ziel steckte sich der erste „Senior“, also Vorsitzender des Haager „Kolping“, der Hutmacher Thaddäus Maier, die Weiterbildung seiner Mitglieder.

Schon nach dem Ersten Weltkrieg lud der örtliche Kolping zu Theateraufführungen, darunter „Anita, das Findelkind“ und „Die Bettelprinzessin“. Nach 1945 gab „Kolping“ eine Handwerkerausstellung. Legendär wurden die „Jedermann“-Aufführungen 1950 im Schlosshof. Walter Glück folgte als Vorsitzender Matthias Durmeier und Fritz Gruber. 1963 führte man den Nikolausdienst ein.

Neuerungen waren unter Pfarrer Götz die Schlossturm-Serenade und das Adventssingen. In den 80er- Jahren kam neuer Schwung mit 40 Mitgliedern und dem „Jung-Kolping“. Unter den Organisatoren befanden sich Ludwig Schletter und Hans Urban, die mit dem „Spiel ohne Grenzen“ im Schlosshof ein großes Publikum ansprachen.

Vorsitzender Hermann Jäger, Stellvertreterin Barbara Glück, Kassier Ludwig Schletter und Schriftführerin Gabi Furch organisierten 2013 das 150-jährige Jubiläum und erinnerten damit an die große Vergangenheit des Haager „Kolping“.

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