Die Glaserei Heinerich schließt

von Redaktion

Nach über 75 Jahren – Wasserburger Traditionshandwerk hört auf

Wasserburg – Für Wasserburgs Altstadt geht ein Traditionshandwerk verloren. Nach 76 Jahren schließt die Glaserei Heinerich ihre Türen und den Betrieb, erklären Inhaber Hans Heinerich und Frau Ingrid.

Der Betrieb wurde laut Ingrid Heinerich 1949 von Hans Heinerich senior gegründet. 1984 habe dann sein Sohn übernommen. Während Hans Heinerich als Glasermeister beispielsweise Duschscheiben angefertigt oder Spiegel repariert habe, habe Ingrid Heinerich sich um die Bilderrahmen gekümmert.

Keinen Nachfolger
für den Betrieb

Auch wenn das Geschäft wie überall im Einzelhandel unter den vielen Online-Shops gelitten habe und sich auch der Handwerksbetrieb verändert habe, schließen die Heinerichs nicht aus wirtschaftlichen Gründen. Ingrid und Hans Heinerich wollen in Rente gehen. „Wir hören aus Altersgründen auf“, sagen die 69-Jährige und der 67-Jährige. Einen Nachfolger für den Betrieb gibt es in der Familie nicht. Wie es mit den Geschäftsräumen in der Altstadt weitergeht, steht laut den Heinerichs noch nicht genau fest. Auf das Ende des Betriebs schauen die beiden mit gemischten Gefühlen. „Wir haben es gerne gemacht und viel Herzblut in unsere Arbeit gesteckt“, sagt Ingrid Heinerich. Dennoch könne man nicht für immer arbeiten. Abgehen werde den Heinerichs vor allem der Kontakt zu den Kunden, sagen beide. „Wir sind mit unseren Stammkunden quasi alt geworden“, erklärt Ingrid Heinerich. Hans Heinerich wird vor allem das Ratschen vermissen. „Mit den meisten bin ich per Du und habe schon auf dem Weg zur Werkstatt viele Bekannte getroffen“, sagt er.

Freude über
mehr Freizeit

Doch auch, wenn der Abschied nicht ganz leicht fällt, freuen sich die Heinerichs auf mehr Freizeit. Genaue Pläne haben sie noch nicht. „Einfach das tun, was man gerne macht und wofür sonst oft die Zeit gefehlt hat“, sagt Ingrid Heinerich.

So geht es dem Glasereihandwerk

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