Frage nach Kandidatur ohne Erfolg

von Redaktion

In Unterreit ist kein Anwärter für das Bürgermeisteramt in Sicht – Aufstellungsversammlungen

Unterreit – In der Gemeinde Unterreit sind inzwischen alle Aufstellungsversammlungen für die Kommunalwahl 2026 abgeschlossen und die Listen der Kandidaten für den Gemeinderat stehen fest. Ein Bürgermeisterkandidat wird allerdings nach wie vor dringend gesucht.

Seidls Rückzug und
die Folgen in Wang

Von besonderem Interesse war die Versammlung der Freien Wählergemeinschaft Wang, da aus diesem Gemeindeteil der amtierende Bürgermeister Christian Seidl stammt. Dementsprechend wurde nur hier zur Aufstellung sowohl des Bürgermeisterkandidaten als auch der Bewerber für den Gemeinderat geladen. Der Dritte Bürgermeister Alfons Bruckmaier berichtet, dass 72 Wahlberechtigte und einige Zuschauer anwesend waren. Nach der Begrüßung durch Versammlungsleiter Josef Vorderwestner übergab dieser das Wort an Seidl, der, wie bereits in der Gemeinderatssitzung zuvor, erklärte, dass und warum er nicht mehr kandidieren werde. Seidl bat um Verständnis, dass diese Bekanntgabe erst so kurz vor der Versammlung erfolgte.

Zeichen des Respekts
und des Verständnisses

Noch vor einigen Monaten hatte er in einem Gespräch mit dem Dritten Bürgermeister Alfons Bruckmaier junior seine Bereitschaft zu einer weiteren Kandidatur erklärt, und Bruckmaier hatte ihm seine Unterstützung zugesagt, da er selbst nicht kandidieren werde. Bruckmaier weiter: „Erst Ende Oktober ist dann Seidls Entscheidung gefallen, doch nicht mehr anzutreten. Offenbar vermochte er, seine Beweggründe plausibel darzulegen, denn den anschließenden Applaus hat man als Zeichen des Respekts und des Verständnisses verstehen können.“ Seidl übergab dann direkt an ihn, Bruckmaier, wohl in der Erwartung, dass vor dem Hintergrund von Seidls Verzicht dieser nun doch kandidieren werde.

Doch Bruckmaier berichtet: „Ich habe erneut eine Kandidatur abgelehnt und meinerseits die Beweggründe dafür erklärt. Auch hier hat es verständnisvollen Applaus gegeben, doch nachher herrschte auch betretene Stille im Raum. Ich denke, man hatte wohl damit gerechnet, dass es eine Lösung mit mir geben würde.“ Dem Versammlungsleiter blieb somit nur noch die Frage in die Runde, ob sich jemand zur Kandidatur bereiterklären würde, jedoch ohne Erfolg. Daher ging man zur Aufstellung der Gemeinderatskandidaten über.

Gemeinderätin Monika Linner berichtete von der Versammlung der Freien Wählergemeinschaft Unterreit, die mit 31 anwesenden Wahlberechtigten und einigen Zuschauern gut besucht war, auch wenn es 2020 noch mehr gewesen waren. Der Zweite Bürgermeister Anton Manhart leitete die Versammlung, bei der auch Bürgermeister Seidl kurz vorbeikam, um seinen Verzicht zu erklären. Dementsprechend fragte Manhart in die Runde, ob jemand für das Bürgermeisteramt kandidieren wolle, man könne dann ja dafür erneut laden. „Da sich niemand meldete, ging man zur Aufstellung der Gemeinderatskandidaten über, die sich problemlos fanden, insofern war die Veranstaltung sonst unspektakulär, aber erfolgreich“, so Linners Fazit.

Wichtiges Signal für
die Zukunft der Gemeinde

Bei der von Gemeinderat Maximilian Binsteiner organisierten und von Anton Hinmüller geleiteten Versammlung der Unabhängigen Wählergemeinschaft Stadl waren nur 25 Wahlberechtigte und einige Gäste vor Ort. Es konnten nur elf Listenplätze besetzt werden, für die sich jeder Kandidat kurz vorgestellt und seine Motivation für die Kandidatur erläutert hatte. „Besonders erfreulich ist es, dass gleich zwei junge Kandidaten auf der Liste vertreten sind – ein wichtiges Signal für die Zukunft der Gemeinde“, betont Binsteiner, der bei der Versammlung auch einen umfassenden Überblick über die Arbeit des Gemeinderats in der ablaufenden Legislaturperiode gegeben und besondere Errungenschaften für die Entwicklung der Gemeinde gewürdigt hatte. Ein zentrales Thema war hier ebenfalls die Bürgermeisterwahl, nachdem Amtsinhaber Seidl auch bei dieser Versammlung persönlich seinen Verzicht erklärt hatte. „Die Konsequenzen für die Bürgermeisterwahl wurden ausführlich besprochen, die Suche nach einem Kandidaten bleibt weiterhin eine offene Aufgabe“, so Binsteiner.

Beträchtliche
Teilnehmerzahl

Die Versammlung der Freien Wählergemeinschaft Grünthal konnte mit 50 anwesenden Stimmberechtigten eine in Relation zur Ortsteilsgröße beträchtliche Teilnehmerzahl verbuchen, wie Versammlungsleiter Andreas Hauner berichtet. Darüber hinaus gab es eine große Bereitschaft, sich im Gemeinderat einzubringen, und es fiel dementsprechend leicht, die zwölf Listenplätze zu besetzen und sogar noch vier Nachrücker zu benennen.

Natürlich, so Hauner, wurde auch die Bürgermeisterfrage thematisiert, nachdem Seidl auch hier persönlich zugegen war und ein kurzes Statement abgegeben hatte. „Anschließend“, so Hauner, „habe ich verdeutlicht, was es konkret bedeuten würde, wenn man keinen anderen Kandidaten finden könne, was einige Verwunderung und Ernüchterung ausgelöst hat. Viele Gemeindebürger sehen die Entwicklung offenkundig mit Sorge.“

Großer Umbruch
steht bevor

Eines ist nach den vier Versammlungen jedoch schon sicher: Ein neuer Bürgermeister müsste auch mit einem zu mehr als der Hälfte neuen Gemeinderat zusammenarbeiten, da neben dem Zweiten Bürgermeister Anton Manhart weitere sechs amtierende Gemeinderäte nicht mehr antreten.

UnabhängigeWählergemeinschaft Stadl

Freie Wählergemeinschaft Wang

Freie Wählergemeinschaft Grünthal

Freie Wählergemeinschaft Unterreit

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