Wärmeplaner präsentiert Zahlen

von Redaktion

Albaching strebt bis 2045 Klimaneutralität an – Maximale Transparenz versprochen

Albaching – Es ist ein Thema, das bundesweit zurzeit alle Kommunen in Deutschland herausfordert, so auch Albaching: die Wärmeversorgung. Dabei geht es um die von einem Bundesgesetz vorgeschriebene Erstellung von Plänen, um Klimaneutralität zu erreichen. Fossile Heizsysteme sollen durch umwelt- und klimafreundlichere Anlagen ersetzt werden.

Von der Gemeinde
zur Verfügung gestellt

Sebastian Gottschalk von der auf Wärmeplanung spezialisierten Freilassinger Firma NetCad-Service hat den Albachinger Gemeinderat in einem Zwischenbericht über den Stand der Dinge informiert.

Er stützt seine Analyse zur Errechnung des Wärmebedarfs unter anderem auf Daten, die von der Gemeinde zur Verfügung gestellt wurden. Anhand dieser Daten können unverbindliche Handlungsvorschläge entwickelt werden. „Das Ziel der Wärmeplanung ist es, bis 2030 die Hälfte der Gebäude klimaneutral zu beheizen“, so der Fachmann. 2045 sei die Zielmarke für die angestrebte CO2-Neutralität bei der Wärmeerzeugung im Bestand. Gottschalk verspricht ein Maximum an Transparenz: „Der Wärmeplan wird öffentlich gemacht, der Bürger kann nachschauen, ob etwa in seinem Wohngebiet ein Wärmenetz geplant ist.“ Oder sich zum Beispiel Hinweise über die Möglichkeiten zur Nutzung regenerativer Energien einholen.

9,8 Gigawattstunden
im Jahr

Deutlich wurde in der Präsentation, dass auf Wohngebäude in Albaching – insgesamt sind es laut Bestandsanalyse 470 – ein hoher Wärmebedarf entfällt: 65,9 Prozent betrage der Anteil. Der Gesamtbedarf liege bei den Wohngebäuden bei 9,8 Gigawattstunden im Jahr, bei Gewerbegebäuden bei 4,7 Gigawattstunden, nur ein Bruchteil mache die öffentlichen Gebäude aus.

Auch der Anteil der Energieträger wurde aufgeschlüsselt: Der Löwenanteil entfalle auf Ölheizungen (51,5 Prozent), auf Holz und Pellets (24,7 Prozent). Insgesamt machten die fossilen Brennstoffe 61 Prozent aus. Damit liege Albaching im Mittelfeld in Bayern. Und auch diese relativ ernüchternde Zahl legte Gottschalk den Räten vor: Bei einer energetischen Erneuerungsquote von 0,7 Prozent im Jahr (der aktuelle Durchschnitt in Deutschland) brauche es 100 Jahre, bis die Zielvorgaben bei der Klimaneutralität erreicht werden.

Gegenüber unserer Zeitung äußerte sich Gottschalk auch zur Frage der Kosten für die möglichen Maßnahmen. Genaue Angaben könne er nicht machen: „Das ist ja massiv abhängig davon, ob man überhaupt ein Wärmenetz bauen will und wie groß es sein soll.“

Am Ende amortisieren
sich die Kosten

Grundsätzlich zeige sich aber schon, dass die Energie am Ende eher günstiger wird und sich die Kosten amortisieren. Und wie steht es um den Datenschutz bei den Planungen? „Bei den Gebäudedaten haben wir auch nicht bessere Angaben als Google.“ Kein Bürger müsse sich sorgen, dass man ihn ausspioniert.

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