Wasserburg – Der geplante Neubau der FOSBOS in Wasserburg ist auf den Weg gebracht. Der Kreisausschuss stimmte der vom Architekturbüro dasch zürn + partner vorgelegten Planung zu. Die Bauarbeiten sollen beginnen, sobald die erforderlichen Genehmigungen vorliegen. Da die notwendigen Abbrüche von bestehenden Gebäuden auch die Berufsschule Wasserburg betreffen, wird auch sie einen Teilersatzneubau erhalten. Insgesamt belaufen sich die Kosten für die gesamte Maßnahme auf gut 72 Millionen Euro.
Der Beschluss ist für Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl quasi ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk. „Ich bin hocherfreut über diese wichtige Infrastrukturmaßnahme für die Schulstadt Wasserburg.“ An Werktagen besuchen über 5.000 Schüler Wasserburg. Neu- und Umbau der FOSBOS würden außerdem die Rolle des Mittelzentrums weiter stärken, ist Kölbl überzeugt. Er sitzt selbst für die SPD im Kreistag.
Vier Jahre
Bauzeit
Doch es gibt eine offene Frage, die auch im Kreisausschuss debattiert wurde und zu der Kölbl eine klare Meinung hat: Während der vierjährigen Bauzeit muss Unterricht ausgelagert werden. Zwei mögliche Lösungen sind im Gespräch. Da Ersatzbauten die Arbeiten auf dem Schulgelände stark behindern würden, sieht laut Landratsamt Variante eins die Nutzung des benachbarten Schülerparkplatzes vor. Er würde als Baustelleneinrichtungsfläche dienen und zudem die Ersatzbauten für den Unterricht aufnehmen.
Nachteile dieser Interimslösung wären, dass zum einen die Schüler und die Lehrkräfte alternative Parkflächen nutzen müssten, die etwa 15 Minuten zu Fuß entfernt sind, und zum anderen, dass das sehr individuelle Ersatzschulgebäude mit Kfz-Werkstätten sowie Modellbau- und Elektrowerkstätten teuer und wenig nachhaltig wäre. Bei einem Rückbau könnte es kaum wiederverwendet werden, hieß es im Kreisausschuss. Auch Kölbl hält diese Lösung für nicht realisierbar. Denn dann bestehe die Gefahr, dass im bereits jetzt grenzwertig durch parkende Schüler-Pkw ausgelasteten Burgerfeld der Verkehr endgültig zusammenbreche. Verstopfte und durch Parksuchverkehr belastete Siedlungsstraßen sind seit Jahren Dauerthema in Bürgerversammlungen. Infrage komme deshalb nur die ebenfalls im Kreisausschuss angesprochene Idee, den Unterricht in bestehenden Gewerbehallen oder Werkstätten auszulagern, so Kölbl. Schulleitung und Lehrerkollegium wären mit einer solchen Alternative an einem Standort in leicht erreichbarer Entfernung einverstanden, heißt es aus dem Landratsamt. Im Beschluss des Kreisausschusses wird Variante zwei deshalb bevorzugt, vorausgesetzt, sie ist kostengünstiger als die zu errichtenden Übergangsbauten am Schulstandort. Sebastian Kittelberger, Leiter des Büros von dasch zürn + partner in München, stellte den Mitgliedern des Kreisausschusses einen Entwurf vor, der sich der Schräge im Gelände anpasst. Im Untergeschoss sind beispielsweise die Werkstätten vorgesehen. Die Lehrerzimmer und Verwaltungsräume der FOSBOS sind so geplant, dass sie sich räumlich in unmittelbarer Nähe zu den Lehrerzimmern und den Verwaltungsräumen der Berufsschule befinden, berichtete der Planer. Die Barrierefreiheit werde unter anderem durch einen Aufzug sichergestellt. Auf den Dächern könnten sich die Planer, neben Photovoltaikanlagen, auch eine Begrünung vorstellen. Das Projekt soll 2030 abgeschlossen sein, hieß es zum Zeitplan.
Ein einheitlicher
Schulkomplex als Ziel
Kreisausschuss und Kreistag hatten in früheren Sitzungen eine Entwurfsplanung festgelegt, die das Architekturbüro dasch zürn + partner entwickelt und nun zu einem genehmigungsreifen Entwurf ausgearbeitet hatte.
Es sieht unter anderem den Abbruch der Moserhalle, von Altbauten aus den Jahren 1965 und 1979 sowie des Kfz-Mittelgebäudes vor, teilt das Landratsamt in einer Presseerklärung weiter mit. Der Entwurf knüpfe an die erfolgreiche Umsetzung der vorherigen Baumaßnahme an. Das Schulzentrum werde als einheitlicher Komplex wahrgenommen werden. Zur Erinnerung: Erst im Februar 2024 war im Beruflichen Schulzentrum Wasserburg die Fertigstellung einer insgesamt fünfjährigen Baumaßnahme gefeiert worden.