Kein zusätzliches Geld für Familienstützpunkt

von Redaktion

Gemeinderat Gars spricht sich gegen erhöhten Zuschuss für prämierte Einrichtung aus

Gars – Nachdem Gemeinderat Christian Nieder für die drei Prüfer die Ergebnisse unter der Leitung von Zweiter Bürgermeisterin Hildegard Brader dem Gremium referiert hatte, wurde die Rechnungsprüfung für die Jahresrechnung 2024 vorgestellt.

Unregelmäßigkeiten wurden zwar nicht festgestellt, aber die Höhe der Personalkosten für die Kinderbetreuung sorgte mit über zwei Millionen Euro doch für Besorgnis. „Nicht, dass man diese Ausgabe nicht für sinnvoll hält“, so Gemeinderat Michael Inniger als einer der Rechnungsprüfer, „aber die Öffentlichkeit sollte schon wissen, dass dieser ständig steigende Betrag damit inzwischen doppelt so hoch ist wie beispielsweise der Etat für den Straßenbau.“

Abschließend gab es von den drei Prüfern großes Lob für Kämmerer Sattler, nicht nur wegen der einwandfreien Haushaltsführung, sondern auch, weil für die Rechnungsprüfung keine Aktenordner mehr gewälzt werden mussten: Alle Dokumente seien digital problemlos greifbar gewesen, was die Arbeit wesentlich erleichtert habe.

Debatte über soziale
Zuschüsse

Vielleicht auch unter dem Eindruck der gerade vorgelegten Zahlen gab es bei den nächsten zwei Tagesordnungspunkten einige Diskussionen. Zunächst ging es um die Frage, ob mit entsprechender finanzieller Bezuschussung das Beratungsangebot im „Café Miteinand“ durch die Caritas im kommenden Jahr fortgesetzt werden solle, wobei deren aktuelle Kostenkalkulation dafür nunmehr einen Zuschuss von gut 4.300 Euro für erforderlich hält. Für die Jahre 2024 und 2025 hatten noch jeweils gut 1.800 Euro gereicht. Mehr als eine Verdoppelung also, die nicht jeder gleich hinnehmen wollte.

Doch am Ende war man sich einig, dass es angesichts der Anzahl der Betreuten und des offenkundig nachgefragten und wirksamen Angebots gut angelegtes Geld und eine doch vergleichsweise akzeptable Summe ist, zumal die Anlaufstelle nicht nur Geflüchteten offensteht.

Bürgermeister Robert Otter betonte besonders die integrative Wirkung: „Dass wir hier in Gars eine vergleichsweise entspannte Situation erleben, ist sicherlich nicht zuletzt der Arbeit im ,Café Miteinand‘ zu verdanken.“

Da die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit einer Beratung und Betreuung mit persönlichem Bezug direkt vor Ort letztlich von niemandem infrage gestellt wurde, akzeptierte man schließlich einstimmig den höheren Betrag für das kommende Jahr.

Weniger Geld für
Familienstützpunkt

Einen deutlich anderen Verlauf nahm die Entscheidungsfindung beim anschließend behandelten Zuschussantrag für den Garser Familienstützpunkt. Zunächst berichtete Bürgermeister Otter, dass das „Netzwerk Familienbildung im Landkreis Mühldorf am Inn“ den dritten Platz beim „Deutschen Kita-Preis“ erhalten habe, worauf man im Landratsamt sehr stolz sei.

Auf die Frage Otters, ob von dem nicht geringen Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro auch etwas in die Förderung des Garser Familienstützpunktes fließen könne, erhielt er allerdings eine abschlägige Antwort, die Summe sei schon anderweitig verplant.

So musste der Gemeinderat entscheiden, ob die Kommune erneut den gewünschten erhöhten Zuschuss von 14.000 Euro stemmen wollte, was dann etwa 55 Prozent der Kosten wären, während der Landkreis etwa 35 Prozent und die Gemeinde Reichertsheim etwa zehn Prozent beisteuern würden.

Dieses Ansinnen stieß insbesondere bei der Zweiten Bürgermeisterin Hildegard Brader und Gemeinderat Michael Inninger, aber auch bei anderen Gemeinderäten, auf klare Ablehnung. Man habe der Franziskushaus Au am Inn gGmbH in der Kooperationsvereinbarung vom März 2023 einen jährlichen Zuschuss von 10.000 Euro zugesagt und schon vergangenes Jahr ausnahmsweise eine Zuwendung von 14.000 Euro genehmigt.

„Nicht nur die Gemeinde Gars, auch andere müssen etwas drauflegen!“, so die klare Meinung von Brader, was aber vom Landratsamt und der Gemeinde Reichertsheim klar abgelehnt worden war. Dann müsse gegebenenfalls das Angebot des Stützpunkts reduziert und stärker auf das Kerngeschäft beschränkt werden, so die Meinung der Kritiker. Dass es um Menschen gehe und die Unterstützung von Familien und Kindern wertvoll und wichtig sei, wie nicht zuletzt Dritter Bürgermeister Joachim Kraus betonte, wurde zwar von keiner Seite angezweifelt, aber am Ende gab es mit zehn Gegenstimmen eine klare Ablehnung einer neuerlich erhöhten Zahlung.

„Man darf nicht einfach immer alles mitmachen und hinnehmen!“, war das klare Signal insbesondere an den Landkreis, von dem man sich angesichts seiner starren Haltung offenkundig im Stich gelassen sah. Dass anschließend mit einer Mehrheit von zehn zu fünf Stimmen die im Kooperationsvertrag festgelegten 10.000 Euro bewilligt wurden, war nur konsequent.

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