Wasserburg – Stade Zeit kurz vor Weihnachten, davon ist bei Claudia Einberger nichts zu merken. Drei Monate vor der Kommunalwahl ist die Leiterin des Wasserburger Ordnungsamts im Stress. Seit etwas über einem halben Jahr laufen bei ihr nämlich die Vorbereitungen für die Wahl. „Im April hatte ich die erste Schulung dafür“, sagt sie. Seit einigen Wochen sind die Vorbereitungen auf Hochtouren.
Bürgermeister, Landrat, Kreistag und Stadtrat werden am 8. März gewählt. Wasserburg hält dafür neun Wahllokale und fünf Briefwahllokale bereit, zwei mehr als bei den vergangenen Wahlen, denn Briefwahl liegt im Trend. Für Einberger ist es das erste Mal, dass sie die Kommunalwahl organisiert. Sie zählt als eine der komplexeren Wahlverfahren. „Vor allem beim Kreistag mit 70 möglichen Stimmen wird es kompliziert“, sagt Einberger.
Software hilft
beim Auszählen
Glücklicherweise gebe es inzwischen eine Software, die beim Auszählen helfe. Sie prüfe, ob die Stimmabgabe gültig sei oder ob beispielsweise zu viele Striche gezogen wurden, so Einberger. Zum Auszählen sei aber dennoch ein Dreier-Team aus Wahlhelfern pro Computer nötig, einer, der die Zahlen vorliest, ein weiterer, der eintippt, und eine dritte Person, die überprüft. Insgesamt kommt Wasserburg so auf eine Anzahl von 162 benötigten Wahlhelfern. Eine enorme Anzahl, die aber laut aktuellen Aussichten besetzt werden könne. „Im Moment schaut es ganz gut aus“, sagt die Ordnungsamtsleiterin.
Sie sei aber dennoch froh über jede Bewerbung. „Gerade kurz vor der Wahl springen doch noch einige ab, zum Beispiel wegen Krankheit“, sagt sie. Als Wahlhelfer melden könne sich prinzipiell jeder. Nur Einzelfälle, wie Personen, die selbst kein Wahlrecht besitzen, sind ausgeschlossen. Alle anderen könnten sich ehrenamtlich zur Verfügung stellen. Ihnen winkt eine Aufwandsentschädigung von 100 Euro, das sogenannte „Erfrischungsgeld“. „Das freut mich sehr, dass wir hier vom Stadtrat auch so eine hohe Unterstützung bekommen“, sagt Einberger.
Lukrativ für die Wahlhelfer sei die Angelegenheit aber dennoch nicht. Immerhin verbringen sie den Sonntag und die Nacht auf Montag im Wahllokal. „Bei der letzten Kommunalwahl haben wir bis fünf Uhr morgens ausgezählt“, so Einberger.
Ihre Hoffnung: „Dass ich in dieser Nacht noch ins Bett komme“, sagt Einberger mit einem Lachen. Insbesondere, da am nächsten Tag das Kreistags-Ergebnis nach Rosenheim gebracht und dort abgegeben werden müsse.
Mit den Wahlunterlagen können die Bürger von Wasserburg übrigens frühestens ab dem 16. Februar rechnen. Vorher dürfen sie seitens der Stadt nicht verschickt werden, wie Einberger erklärt.