„Gewalt und schaurige Geister gibt es wahrlich genügend in unserer Zeit“

von Redaktion

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Am Samstag besuchte ich mit meiner Familie den Wasserburger Weihnachtsmarkt. Wir waren über die Gestaltung, die Lichter und Bäume, die Wandbeleuchtungen und die Stände sehr angetan.

Dieser positive Eindruck wurde leider sehr getrübt, als plötzlich gruselige Gestalten das Zelt in der Hofstatt stürmten. Obwohl viele Familien mit kleinen Kindern da waren, mussten die sogenannten Perchten ihr sinnloses Spektakel aufführen mit lautem Kuhglockengeläut und furchterregenden Masken. Viele Kinder fingen zu weinen an, darunter auch unsere zweijährige Enkelin. Zudem fuchtelten die Monster auch noch mit Stöcken und Besen herum und schubsten etliche Besucher.

Ich frage die Veranstalter des Weihnachtsmarktes, braucht es in unserer jetzigen Zeit wirklich noch solche alten heidnischen Bräuche, die mit Weihnachten, einer besinnlichen Zeit und einem Fest der Liebe und Hoffnung so gut wie gar nichts zu tun haben? Und lohnt es sich wirklich, kleinen Kindern Angst einzujagen und vielleicht spätere Traumata zu produzieren? Nur damit manche Erwachsene Selfies und Horrorfotos posten können?

In unserer jetzigen Zeit soll man Kindern erklären, warum es Kriege und Hass gibt. Gewalt und schaurige Geister gibt es wahrlich genügend in unserer Zeit. Weihnachtsmärkte müssen zudem immer mehr vor Fanatikern und Terroristen beschützt werden.

Perchtenläufe sollen den Winter und seine bösen Geister vertreiben. Welch unsinnige Idee in Zeiten des Klimawandels. Der Wasserburger Weihnachtsmarkt zieht auch ohne derartig fragwürdige Showeinlagen genügend Menschen an und die Kinder freuen sich auf die Eisenbahn, auf ein Karussell, auf Leckereien und auf ein Gefühl des Miteinanders.

Reinhold Beer

Schnaitsee

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