Wasserburg – Das Museum Wasserburg präsentiert die über Generationen gewachsene Krippe aus dem Heim St. Konrad als „Objekt des Monats Dezember 2025“. Die Krippe, deren Wurzeln auf die Heiliggeist-Spitalkrippe zurückgehen, ist Teil der aktuellen Weihnachtsausstellung „Wir folgen dem Stern“ und kann noch bis morgen, Dienstag, 6. Januar, in ihrer vollen Pracht entdeckt werden.
Die Szenerie der Spitalkrippe führt den Blick von der Verkündigung an die Hirten über die Geburt bis zur Anbetung der Könige. Sie vereint Figuren aus zwei Jahrhunderten unterschiedlicher Qualität und eine dominante Architektur aus der Hand von Leo Schmitt, die vom Museumsteam aufgestellt wurde.
Im Kern geht die Krippe auf die zweite Krippe des Heiliggeist-Spitals zurück. Nachdem die reich ausgestattete barocke Krippe des Spitals zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach der Säkularisation keine Erwähnung mehr fand, wurde sie 1861/62 bei der Einführung der Barmherzigen Schwestern verkauft.
Im Jahr 1886 erwarb Stadtpfarrer Dekan Joseph Lechner die prächtig ausgestattete Klosterkrippe aus dem Englischen Institut für die Heiliggeist-Spitalkirche. Die Schwestern des Instituts trennten sich wohl aus Platzgründen von der Krippe. Sie umfasste sechs Szenen, darunter die Herbergssuche, die Anbetung der Könige, die Darstellung Jesu im Tempel und die Hochzeit zu Kana. Aus dieser Krippe sind heute wohl noch Teile der Architektur, eine Marienfigur mit Kind im Arm sowie ein Jesusknabe erhalten, die hier jedoch nicht ausgestellt sind.
Zu den älteren Figuren der Krippe aus dem Heim St. Konrad gehören die Kernszene sowie der Verkündigungsengel. Die qualitätvollen Arbeiten verweisen ins 19. Jahrhundert und sind typisch für München. Die römischen Soldaten, die hier den Zug der Könige begleiten, stammen ebenfalls mindestens aus dem 19. Jahrhundert. Von besonderer Qualität und Ausdruckskraft sind zudem die Schafe und der tragende Hirte.
Das Spital in der Bruckgasse in Wasserburg wurde 1970 aufgelöst und die Altenpflege im Heim St. Konrad im Burgerfeld weitergeführt. Die Barmherzigen Schwestern verließen 1992 die Altenpflege.
Die Krippe des Spitals wurde wohl ins Burgerfeld mitgeführt und dort gelegentlich in reduzierter Form aufgestellt. Möglicherweise wurden Teile der Krippe von den dortigen Schwestern beim Fortgang mitgenommen. Ab 1989 kümmerte sich Alfons Schmitt, liebevoll „Krippenschmitt“ genannt, um die Aufstellung, Pflege und Erweiterung der Krippe.
Leo Schmitt führte die Arbeit seines Vaters fort. Er schuf neue Figuren, den großen Elefanten, Gebäude und ein farbiges Theater für die Krippe. Seit 2004 kümmerten sich Irmengard und Karl Schwaninger um die Aufstellung der Krippe, deren Szene von der Anbetung der Hirten zur Anbetung der Könige regelmäßig nach Weihnachten gewechselt wurde. Im Jahr 2024 kamen die Figuren der Krippe und ihre Architektur nach der Aufhebung des Heims in das Museum. Die Krippe ist noch bis morgen, Dienstag, 6. Januar, im Rahmen der Weihnachtsausstellung „Wir folgen dem Stern – Wasserburger Großkrippen & Kreativwerkstatt“ zu sehen. Das Museum Wasserburg, in der Herrengasse ist von Oktober bis 6. Januar und von Februar bis April Dienstag bis Sonntag von 13 Uhr bis 16 Uhr geöffnet. Von Mai bis September sind die Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag von 13 Uhr bis 17 Uhr. Das Museum schließt am Abend des 6. Januars und öffnet wieder am 1. Februar. Für Gruppen ist eine Öffnung außerhalb der regulären Öffnungszeiten möglich. Kontakt: Sonja Fehler, Telefon 08071/ 925290, Fax 08071/ 922284, museum@wasserburg.de, www.museum.wasserburg.de.