Unterreit – „Es wird viel geschimpft auf die Politik, auch unter uns Handwerkern“, stellt Bernd Neumaier fest, „doch ich finde, wer schimpft, sollte auch was machen.“ Und genau das will er jetzt tun: nicht länger kritisieren, sondern mitgestalten, „was bewegen“: Bernd Neumaier (48) bewirbt sich deshalb um das Bürgermeister-Amt in Unterreit.
Hier lebt der gebürtige Münchener nach Stationen unter anderem in Kolbermoor seit acht Jahren. Er leitet einen eigenen Handwerksbetrieb: als Heizungsbaumeister und Installateur.
Noch nicht
politisch aktiv
In der Kommunalpolitik ist er ein Neueinsteiger. Neumaier war noch nicht politisch aktiv im Ort. Er hat sich jedoch schon einmal engagiert: rund um den Bürgerentscheid zur Funkmastanlage. In diesem Zusammenhang meldete er sich zum ersten Mal öffentlich zu Wort.
In den vergangenen Wochen haben ihn nach eigenen Angaben viele Unterreiter angesprochen: „Bürgermeister-Kandidat, das wäre doch was für dich“, habe es immer öfter geheißen, nachdem festgestanden war, dass Christian Seidl nicht erneut ins Rennen geht. Neumaier sagt, er habe intensiv mit seiner Frau gesprochen, lange überlegt, die Frage, ob er es versuchen solle, von allen Seiten beleuchtet. Und sich schließlich nach ausführlicher Besprechung im Familienrat entschlossen: „Ich will es machen.“
Am Samstag, 27. Dezember, stellt er sich im Wildpark Oberreith ab 19 Uhr (Einlass, Beginn: 19.30 Uhr) den Unterreitern vor: bei der Aufstellungsversammlung der Wählergemeinschaft „Bürgermeisterkandidat Bernd Neumaier“ (BBN) .
Die Listen für die Kandidaten zur Gemeinderatswahl in Unterreit stehen bereits. Am 27. Dezember geht es um die Frage, ob die Bürger Neumaier als Kandidaten unterstützen, also aufstellen. Dafür benötigt er laut Kommunalwahlrecht bis zum 8. Januar 50 Unterstützer-Unterschriften. Neumaier will die Unterreiter überzeugen mit seinen Qualitäten als Handwerksmeister, seiner Erfahrung als Betriebsleiter, seinem technischen Verständnis, das er in viele kommunalpolitische Themen einfließen lassen könne: Energieversorgung, Straßenbau beispielsweise.
Ein Schwerpunktthema des Vaters einer Tochter ist außerdem die Familienpolitik, berichtet er. Er habe Ideen für das Schulsystem, wolle gerne mehr tun für die Kinderfreundlichkeit der Gemeinde.
Beispiel neuer Spielplatz in Unterreit: Etwas fad sei der geraten, hier gebe es durchaus Verbesserungspotenzial, findet er. Wichtig ist ihm auch die Technifizierung: Neumaier will auf gesunde Technologien setzen, bringt er sein Ziel auf den Punkt.
Grundsätzlich
gegen Windpark
Zu einer Frage, die Unterreit sehr beschäftigt, hat er eine klare Position: Einen Windpark im Wald zu Schermannsöd (Obertaufkirchen) lehnt er ab. „Ich bin kein Freund dieser Energielösung“, erteilt er der Windkraft grundsätzlich eine Absage.
Privat ist Neumaier seine Familie am wichtigsten. Er engagiert sich gerne ehrenamtlich, aber eher im Hintergrund und im Stillen, berichtet er. „Ich bin zur Stelle, wenn es was zu tun gibt, etwa bei Festen.“
Der Unterreiter kümmert sich gemeinsam mit seiner Frau auf seinem Grundstück um Ponys, entspannt im Umgang mit den Tieren und auch beim Gaming. „Ich bin leidenschaftlicher E-Sportler“, berichtet er.