Wasserburg – Es wuselt und wurlt zwischen den einzelnen Gängen, hier und da landet ein Lebkuchenpackerl im Einkaufswagen, während die Kunden an der Metzgertheke interessiert die Festangebote studieren.
Eine „gewisse positive Hektik“ zaubert den Mitarbeitern ein Lächeln ins Gesicht – gerade in der staden Zeit, die oft gar nicht mal so stad daher kommt. Manuela Schlosser, Marktleiterin der Rewe-Filiale in der Bernd-Motzkus-Straße in Wasserburg und ihr Stellvertreter Michael Grünwald sind sich einig: „Es ist die schönste Zeit – gerade, wenn die Hütte voll ist.“
Nach Weihnachten
folgt Silvester
„Es ist besonders toll für uns, wenn sich was rührt. Die Mengen, die rausgehen, alle Kassen sind geöffnet, die Geräuschkulisse: Man sieht, was man am Ende des Tages geschafft hat und die Kunden gerne kommen. Das ist auch für uns jedes Mal aufs Neue eine Bestätigung, dass wir es richtig machen“, erklärt der stellvertretende Marktleiter und erhält prompt bestätigendes Nicken von Schlosser: „Jeder im Team weiß, wo er hingehört. Das läuft reibungslos Hand in Hand.“
Raketen
und Kracher
Tatsächliche Weihnachtsstimmung aber kommt bei Schlosser nur verhalten auf. Sie denkt in typischer Arbeitsmanier gleich weiter – und eine Woche nach Weihnachten kommt eben Silvester, mit bunten Raketen und Krachern, spritzigen Spirituosen, süßen Knabbereien und herzhaftem Fondue und Raclette.
Insgesamt wird im Rewe-Markt Wochen im Voraus geplant, es ist alles eng getaktet. Welche Mengen gebraucht und vorbestellt werden, ist an den Abverkaufszahlen aus dem Vorjahr zu erkennen. Dazu kommen neue, moderne Trends. Der Weihnachts-Klassiker Würstl mit Kartoffelsalat oder Ente mit Blaukraut schlägt bei der Metzgertheke allerdings jedes Jahr erneut auf. Den Auftakt zum Weihnachtsgeschäft macht immer das Magenbrot im August, dann folgen im September die Lebkuchen. Dabei handelt es sich Schlosser zufolge um ein „klassisches Herbstgebäck“, was viele gar nicht wissen. Den Schluss machen die Schoko-Nikoläuse. Die Mitarbeiter sind es gewohnt, im Sommer Weihnachtsware zu bestellen. „Die Nachfrage bestimmt das Angebot.“
Im Gegensatz zu Ostern kann diese Liste im Zeitplan in Ruhe abgearbeitet werden. Bei der Osterware gestaltet es sich ganz anders, wie die Marktleiterin weiß: „So unterschiedlich Ostern im Kalenderjahr fällt, so unterschiedlich sind auch die Wünsche der Kunden. Dazu weiß man nie, wie das Wetter wird und was genau die Leute favorisieren. Das klassische Osterlamm ist zwar immer beliebt, aber die Osterware wird häufig kurz vor knapp gekauft. Da ist es hektischer.“
Umsatzreichster
Tag ist Karsamstag
So gilt mitnichten Weihnachten als umsatzreichster Tag im Jahr, wie man vielleicht meinen könnte. Es ist vielmehr der Karsamstag. „Insgesamt steht und fällt alles mit den Feiertagen. Ostern, Pfingsten, sogar Halloween und Allerheiligen sind umsatzstark. Und natürlich die Adventszeit“, bestätigt Arthur Sattler. Er ist traditionell kurz vor Weihnachten mit seinen Kindern in den Filialen anzutreffen. Ihm gehören vier Rewe-Märkte, zwei davon in Wasserburg, einer in Ebersberg und einer in Kirchseeon. Von der Vorfreude seiner Kinder lässt er sich gerne anstecken. Ihm gefällt der Nervenkitzel, gleichzeitig lässt er aber auch gerne das Jahr Revue passieren.
„Auf Weihnachten arbeiten wir das ganze Jahr hin. Am 24. ist es am schönsten zu arbeiten, da wird im Team gemeinsam gefrühstückt, um 14 Uhr ist Feierabend. Erfahrungsgemäß ist es da ruhig, es werden nur mehr Reste gekauft. Dafür ist am 22. und 23. Dezember deutlich mehr los, vor allem an den Nachmittagen. Und: Es wird auch nicht gespart und durchaus hochpreisige Ware erworben“, weiß Sattler.
Positive Momente mit den Kunden bleiben in der Adventszeit natürlich besonders im Gedächtnis. Immer wieder erhalten die Rewe-Mitarbeiter als Dank, dass sie das ganze Jahr über für sie da sind, von den Kunden kleine Geschenke wie Schokolade oder Selbstgestricktes. Ein Vorteil, wenn man die Kunden persönlich kennt. Solch kleine Aufmerksamkeiten bereiten gleich noch mal mehr Freude an der Arbeit, sind sich die drei sicher. Sie freuen sich aber auch über einen kleinen Ratsch mit Kunden, die über die Jahre treu sind. Michael Grünwald hingegen zaubert ein älterer Herr jeden Samstag ein Lächeln ins Gesicht. Denn der steht bei Wind und Wetter pünktlich um 7 Uhr vor der Tür, sobald der Markt öffnet. „Er ist über die Jahre älter geworden, aber man kennt ihn. Und das sind die kleinen Dinge, die die Menschen strahlen lässt – nicht nur in der Weihnachtszeit.“